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Freude pur: Trainer Thomas Seethaler bejubelt den vorzeitigen Aufstieg seiner Mannschaft.

Fußball Kreisliga 3 München

„Oben mitspielen - “Aufsteiger Aschheim will auch in der Bezirksliga aufs Tempo drücken

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„Die Mannschaft steht über dem Einzelnen“: Das ist das Motto von Thomas Seethaler. Und so lächelt der Trainer des FC Aschheim auch nur leise in sich hinein, wenn behauptet wird, mit ihm hätte der Meister der Fußball-Kreisliga 3 vor der Saison den Erfolg geholt.

Aschheim– Fast auf den Tag genau sechs Jahre ist es her (25. Mai 2013), da bestritt der FC Aschheim sein bis dato letztes Bezirksliga-Spiel, unterlag daheim dem SB/DJK Rosenheim II mit 0:3. Aus dem aktuellen Kader war damals nur Co-Spielertrainer David Müller (29) dabei. Angesichts dieser Durststrecke – in all den Kreisliga-Jahren seitdem war Rang drei in der Saison 2013/2014 die beste Platzierung – war die Freude am Wochenende umso größer. 450 Zuschauer verfolgten am Freitag das 2:1 (1:0) im Heimspiel gegen den Zweiten SpVgg Haidhausen, das der Elf drei Runden vor Schluss die Meisterschaft bescherte (wir berichteten).

Für Aschheims Trainer Thomas Seethaler war es „die beste Saisonleistung“ – und er war mächtig stolz darauf, dass seine Schützlinge im direkten Duell mit dem Verfolger voll auf der Höhe waren. „Schon das Hinspiel in Haidhausen war ein Meilenstein auf dem Weg zum Titel“, erinnert sich der 48-Jährige. „Wir lagen 1:2 hinten und haben das Ding noch gedreht. Den Schwung haben wir mitgenommen, das war auch für die Jungs ein Knackpunkt – sie haben gemerkt, da geht jetzt so richtig was.“

An jenem 4. November 2018 „nach einem „sehr schwierigen Spiel“ eroberte der FCA erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze und verließ den Platz an der Sonne seitdem auch nicht mehr. Nach Platz zehn in der Vorsaison hatte Seethaler den bisherigen Coach Zeljko Budisa abgelöst und war zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Passives Mitglied des Klubs ist er ohnehin, zwischen 2002 und 2007 war er in Aschheim schon einmal als Spieler und Trainer aktiv gewesen.

Seethaler kam vom Bezirksliga-Letzten SV Nord-Lerchenau und krempelte den Kader komplett um: Von seinem ehemaligen Klub brachte er unter anderem die Contento-Brüder Domenico und Vincenzo mit (im März kam dann auch noch Alessandro dazu), vom Bezirksliga-Vorletzten SpVgg Feldmoching gesellte sich der Ex-Aschheimer Robert Söltl hinzu, der aktuell mit 23 Treffern in 25 Spielen die Torschützenliste anführt. Seethaler: „Robert macht das super, und seine Tore würden uns natürlich fehlen, aber letztlich zählt das Gesamtpaket.“

Gleich vier Spieler kommen vom Ortsrivalen SV Dornach

Und das stimmt offensichtlich: Am 2. September 2018 (0:2 in Hohenlinden) gab’s die letzte Niederlage, seitdem ist die Mannschaft ungeschlagen, legte dabei eine Serie von 18 Siegen in Folge hin und stellt mit 19 Gegentoren die mit Abstand beste Defensive der Liga. „Nachdem wir unsere Abwehrformation gefunden hatten, sind wir besser geworden“, sagt Seethaler, dessen Team neben Haidhausen und Hohenlinden als Topfavorit auf den Aufstieg galt und insofern die hohen Erwartungen erfüllt hat.

„Der Vorstand hat mir vertraut und freie Hand gelassen – alle waren total happy“, sagt Seethaler, „es war eine echte Aufbruchstimmung zu spüren“. Nach dem holprigen Start mit vier Punkten aus drei Partien war noch „eine leichte Unruhe“ da, dann nahm der FCA-Express Fahrt auf. „Wir haben nie lockergelassen, auch nach der Winterpause waren wir gleich voll da. Viele Begegnungen haben wir erst zum Schluss entschieden – und die Spieler, die von der Bank kamen, haben regelmäßig für frischen Wind gesorgt. Wir haben als Team funktioniert.“

Auch in der Bezirksliga soll der FC Aschheim keine kleinen Brötchen backen, wenn es nach Seethaler geht: „Mit dem Esprit in der Mannschaft ist es das Ziel, oben mitzuspielen.“ Damit das gelingt und der Abstieg erst gar kein Thema wird, wird der Kader weiter verstärkt. Als Abgang steht bisher nur Michael Hachtel – der Kapitän kehrt zum TSV Trudering zurück – fest, vom Gemeinde-Nachbarn SV Dornach kommen gleich vier Akteure: Stefan Huber, Alexander Mrowczynski, Maximilian Finke und Tim Irlbacher. „Das schaut natürlich blöd aus in der Außenwirkung“, weiß Seebacher, „aber im Endeffekt kamen alle diese Spieler auf uns zu. Umgekehrt wäre das so für mich nie in Frage gekommen.“ Sollten beide Teams in derselben Bezirksliga-Gruppe landen, wird das Lokalderby unter diesen Umständen sicher lustig…

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