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Vorübergehend in Heimstetten: Ali Ulusoy (r.) in der Partie gegen Nürnberg.

Fußball Regionalliga Bayern

Ali Ulusoy: „Ich möchte wieder Profi werden – egal in welchem Land“

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Fragt man Ali Ulusoy nach seinem vierten Regionalligaspiel, wie es ihn in der Winterpause hierher zum SV Heimstetten verschlagen hat, dann legt der 23-jährige Holländer die Stirn in Falten, den Kopf zur Seite und sagt in nahezu akzentfreiem Deutsch: „Meine Geschichte ist sehr lang, aber ich versuche, es kurz zu machen.“

Heimstetten – Und dann rattert Ulusoy, der mit dem SVH soeben eine bittere 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg II kassiert hat, die Stationen seines Fußballerlebens herunter – angefangen beim 15-maligen niederländischen Meister Feyenoord Rotterdam, wo der Außenverteidiger die komplette Jugend durchlaufen hat. Danach aber habe er „einige falsche Entscheidungen getroffen“, und auch der eine oder andere Trainer habe ihm übel mitgespielt, findet er. Beim Erstligisten FC Utrecht jedenfalls, wo Ulusoy nach seiner Feyenoord-Zeit von 2015 bis 2017 kickte, konnte er sich nicht durchsetzen. Und auch danach lief es eine Liga tiefer beim FC Volendam kaum besser: Nach zwei Spielen verletzte er sich am Oberschenkel, „und damit war die Saison für mich vorbei“, sagt Ulusoy. „Da hatte ich erst mal keinen Spaß mehr am Fußball und keinen Bock mehr.“

Die Freude am Sport fand Ulusoy auch in der Türkei nicht wieder, wo er im vorigen Sommer beim Zweitligisten Denizlispor eine ebenso kurze wie frustrierende Zeit erlebte. Und so kam der Rechtsverteidiger schließlich nach München, wo Verwandte von ihm leben. Dort sei ein Engagement beim TSV 1860 in letzter Minute geplatzt, berichtet Ulusoy, und so sei er im Januar beim SV Heimstetten gelandet, den er freilich nur als Durchgangsstation ansieht: „Ich möchte nächste Saison wieder Profi werden – egal in welchem Land.“

Bis dahin wolle er seine Auftritte mit dem SVH dazu nutzen, um sich für andere Klubs zu empfehlen, sagt Ulusoy, der zusätzlich zu den Einheiten mit der Mannschaft fleißig Einzelschichten schiebt. Fünf- bis sechsmal trainiere er pro Woche – stets in der Hoffnung, dass sich im Sommer ein Profiverein bei ihm meldet. Damit seine lange Fußballgeschichte noch ein Stückchen länger wird.

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