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Frustbewältigung: Michael Weicker verdaut die Niederlage. Im Hintergrund feiert Kirchanschöring

VfR Garching erleidet Bruchlandung vor 1200 Zuschauern

VfR Garching - Das Bereinigungsspiel um den zweiten Platz der Bezirksoberliga zwischen dem VfR Garching und Kirchanschöring war der Vergleich zwischen einem Jet und einem Propellerflugzeug.

Der flotte VfR unterlag mit 0:2, der biedere SVK trudelt in der Landesliga ein.

Alles sah nach einem ruhigen Flug aus. Die Turbinen des VfR-Jets waren hervorragend gewartet, Kapitän Benni Niebauer und seine Crew waren von Ausbilder Daniel Weber gut vorbereitet worden. Nach routiniertem Start - das Propeller-Flugzeug SVK schaukelte nervös hin und her - stockte das Düsentriebwerk im entscheidenden Moment.

Die Torjäger der Bezirksoberliga

Niemand wollte sich so recht um einen weiten Einwurf in den eigenen Strafraum kümmern. Kirchanschörings Christian Heinrich nutzte das mit einem gefühlvollen Heber genau in den Torgiebel zur 1:0-Führung (32.). Das spielte den sehr defensiv ausgerichteten Kirchanschöringern bestens in die Karten und zumindest die 300 in gelb und schwarz gewandeten SV-Fans auf dem „Flugplatz“ in Eiselfing waren aus dem Häuschen: „Ihr seit nur ein Punktelieferant“, skandierten sie.

So gab sich der VfR in der Folge aber keineswegs. Reifer in der Spielanlage und mit den besseren Individualisten an Bord, hatte die Weber-Elf Übergewicht. Kurz vor der Pause wurde es allerdings für beide Maschinen turbulent. Erst verfehlte VfR-Torjäger Andreas Felsner nach Maßflanke von Christoph Ball nur um Zentimeter den SV-Kasten (44.), dann köpfte Bernd Eimannsberger VfR-Keeper Stefan Wachenheim in die Arme (45.), und schließlich kopierte Alexander Beer die Szene von Felsner, ebenfalls nach toller Flanke von Ball (45. +1).

Nach der ersten Hälfte fing die Zweimotorige aus Kirchanschöring merklich an zu stottern. Zwei Fernschüsse von Stephan Schmidhuber

Trauriger Blick: VfR-Coach Daniel Weber tröstet Andreas Felsner (l.).

und Daniel Heigermaier (48., 57.) gingen knapp daneben, danach fiel ein Propeller gänzlich aus. Garching hatte hingegen noch jede Menge Kerosin im Tank: Alexander Beer scheitert alleine vor dem Kasten an SV-Schlussmann Dennis Kracker (66.), Co-Pilot Dennis Niebauer packt den Ball nach Kopfball-Ablage von Steward Alejandro Palacios in die Maschen: Abseits (68.). Eine Freistoß-Granate von Christoph Ball pariert SV-Schlussmann Kracker überragend, im Nachsetzen köpft Philipp Könighoff vorbei (74.). Noch einmal probiert es Niebauer, diesmal mit einem fulminanten Fernschuss - Kracker ist wieder auf dem Posten (78.). Dann kam der Absturz. Georg Ball unterband noch clever einen Konter des SV mit einem taktischen Foul, weniger clever gab sich der Rest der Jet-Besatzung beim Freistoß. Einmannsberger führte ihn blitzschnell aus und Michael Obermeier stand alleine vor Wachenheim: 0:2 (83.). Der Rest war zunächst die Garchinger Brechstange und dann gelb-schwarzer Freudentaumel. Die Jet-Crew nahm es relativ gelassen, es war unter Umständen ja auch keine Bruchlandung.

Bis zum Samstag hängt der VfR in der Warteschleife. Gewinnt der TSV Gersthofen sein Relegationsspiel gegen die SpVgg Selbitz und steigt in die Bayernliga auf, wird in der Landesliga Süd ein weiterer Platz frei. Garching müsste dann gegen den 1. FC Sonthofen antreten.

Die Stimmen zum Spiel: 

Daniel Weber, VfR-Trainer: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen, haben sehr gut gespielt, mehr investiert als der Gegner und große Chancen produziert. Die haben wir dann eben nicht genutzt. So ist Fußball. Für den SV Kirchanschöring hat Dennis Kracker zweimal den Fuß dort gehabt, wo er hingehört. Er ist der beste Keeper der Liga.“

Franz Hölzl, Abteilungsleiter des VfR: „Wir sind für unseren großen Aufwand nicht belohnt worden. Es ist schon bitter, gerade weil wir als Sieger direkt aufgestiegen wären. Das Bangen und Hoffen jetzt ist nicht so toll. Dass Kirchanschöring so defensiv spielt, wussten wir ja. Die leben von ihrer Innenverteidigung und ihrem Torwart.

Dennis Niebauer, Mittelfeldspieler des VfR: „Auf der einen Seite bin ich enttäuscht, auf der anderen Seite war es ja schön, dieses Spiel vor dieser großen Kulisse spielen zu dürfen. Wer hätte das denn noch gedacht. Der Gegner stand sehr defensiv, aber das hat er gut gemacht. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass für uns auch mal ein Ball ins Tor gerutscht wäre. Jetzt hoffen wir, dass Gersthofen gewinnt.“

Andreas Felsner, Stürmer des VfR: „Es hat nicht sollen sein. Schade, der Aufstieg wäre für mich am Ende der Karriere besonders schön gewesen. Vielleicht bekommen wir ja eine zweite Chance, aber auch so war das ein Höhepunkt. Bei meiner Kopfball- Chance mache ich im Prinzip alles richtig. Der Ball geht so knapp vorbei, das war einfach Pech.“

Stanko Cimesa, Außenverteidiger des VfR: „Eigentlich eine unnötige Niederlage. Beide Treffer waren geschenkt. Schön war das sicher nicht, wie Kirchanschöring gespielt hat. Aber das hilft uns jetzt auch nichts.“ maz

VfR Garching - SV Kirchanschöring 0:2 (0:1).

VfR: Wachenheim, Cimesa, B. Niebauer (76. Weicker), Henrich, Könighoff, Palacios, C. Ball, G. Ball, D. Niebauer, Beer, Felsner.

Tore: 0:1 Heinrich (32.), 0:2 Obermeier (83.).

Schiedsrichter: Weinzierl (Gammelsdorf) Zuschauer: 1200.

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