Grünwald kommt erst nach dem 0:1 ins Spiel

- Grün-Weiße rannten bis zum Schlusspfiff erfolglos an

Grünwald (um) - Zumindest ein Kompliment hätten sich die Fußballer des TSV Grünwald nach dem 0:1 (0:1) gegen den FC Traunstein verdient, dafür nämlich, dass sie sich mit allem, was ihre Körper hergaben bis zur 95. Minute gegen die Niederlage stemmten. Doch ihr Trainer wollte sich nach dem Schlusspfiff nicht mit den unermüdlichen Bemühungen seiner Mannschaft um den Ausgleich beschäftigen, sondern mit dem, was er vor dem Rückstand gesehen hatte. Mit den knappen Worten: "Schlecht ins Spiel gekommen, schlechte Einstellung, und dann auch noch ein unberechtigter Elfmeter", lieferte Walter Werner eine perfekte Analyse der ersten 23 Minuten.

Die vom Coach angesprochene Anfangsphase schloss Traunsteins Andreas Straßer mit eben diesem Strafstoß zum Tor des Tages ab (23.). Dem ging zwar eine Fehlentscheidung voraus, weil Michael Vötter gegen Thomas Masberg den Ball gespielt hatte, doch war Grünwalds Verteidiger am Treffer nicht unschuldiger als Schiedsrichter Hubert Hobmaier. Allzu leicht hatte sich Vötter von Masberg versetzen lassen, so dass ihm nur noch die vom Unparteiischen falsch beurteilte Grätsche blieb.

Verdient war die Führung der Gäste zu diesem Zeitpunkt ohnehin, wirkten sie doch wesentlich spritziger und torgefährlicher. Doch der Rückstand weckte die Grün-Weißen auf, sehr zur Verwunderung von TSV-Fußballboss Paul Seidl: "Wir fangen immer erst an, Fußball zu spielen, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht." Gelegenheiten zum Ausgleich hatten die nun viel druckvoller agierenden Grünwalder genug, die besten durch Heiko Gretzki (29.) und Nikola Novakovic (31.). Beide Stürmer zielten frei stehend knapp vorbei.

Nach dem Wechsel kamen erneut die Traunsteiner besser in Spiel. TSV-Schlussmann Andreas Herz verhinderte gegen Masberg drei Mal mit Glanzparaden einen höheren Rückstand (48., 57., 58.). Erst als beide Mannschaften nach Gelb-Rot gegen die protestierenden Vötter (50.) und Wilhelm Aigner (60.) dezimiert waren, erzwangen die Grünwalder eine deutliche Feldüberlegenheit.

Die klareren Gelegenheiten hatten jedoch weiter die Gäste, durch Elvir Duran (75.) und Enrico Herklotz (94.), die ebenfalls am überragenden Herz scheiterten. "Wenn er nicht so gut hält, schießen die uns ab", warf Werner einen realistischen Blick auf die Chancenverteilung. Der Torwart war aber schon der einzige, den er loben wollte, so sehr Grünwalds Feldspieler auch rackerten und rannten. "Es war alles auf Zufall aufgebaut.

Und wenn wir dann eine Chance hatten, dann wollten sie es brasilianisch machen", stellte Werner klar, dass ihm zu viel missfallen hatte, um den Kampfgeist seiner Truppe loben zu können. TSV Grünwald: Herz - Löppert (60. Schindler), Vötter, Schneider (84. Brandtner), Kißlinger, Piber, Holz, Dietz, Palokaj (77. Schreiber), Novakovic, Gretzki Tor: 0:1 Straßer (23., Foulelfmeter) Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot für Vötter (50., Foul und Reklamieren) und Traunsteins Aigner (wiederholtes Reklamieren)

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