Erfolgreiches Angriffsduo: Gardar Gunnlaugsson und Valonis Kadrijaj. Foto: Robert Brouczek

Gunnlaugsson kämpft sich zurück

SpVgg Unterhaching - Bei Gardar Gunnlaugsson ist endlich der Knoten geplatzt. Der längst als Fehleinkauf abgestempelte und auf der Abschussliste geführte Stürmer hatte mit seinem wichtigen Führungstor gegen den VfR Aalen nach sieben Monaten Anlauf endlich Grund zur Freude.

von Christian Amberg

Unterhaching – Es gibt Gesten, die fördern einiges zu Tage, was zuvor im Innern eines Menschen geschlummert hat. Nachdem Gunnlaugsson am Samstag das 1:0 für seinen Klub erzielt hatte, lohnte es sich, genauer hinzusehen. Der Isländer bog direkt ab Richtung Fankurve, klopfte auf seinem Trikot auf das Wappen der SpVgg, warf Kusshändchen in die überschaubare Menge. Sollte heißen: Seht her, ich bin noch da – und vielen Dank für die Geduld mit mir!

Der 27-Jährige, der sich als Probant im Sommer-Trainingslager für einen Vertrag empfohlen hatte, konnte bis zum Samstag nie die Erwartungen erfüllen. Anfang der Saison gesetzt, gleich verletzt, dann in der gesamten Vorrunde mehr in Arztpraxen als auf dem Platz. Sechs Einsätze, null Tore, so die schwache Bilanz, die im Zuge der schwelenden Insolvenz zur logischen Konsequenz führten: Zur Winterpause war der Kredit aufgebraucht, dem ersten Isländer der Klubgeschichte haftete das Prädikat Fehleinkauf an, der Abschied wurde ihm nahegelegt.

Die erste Mannschaft der SpVgg Unterhaching

Die erste Mannschaft der SpVgg Unterhaching

Hinterher war es keine schlechte Fügung, dass Gunnlaugsson das ablehnte. Auf einmal waren nämlich alle anderen Angreifer verletzt, im Januar durfte er wieder in der Startelf ran. Eine glückliche Figur machte er erneut nicht, auch nicht am Samstag. Doch dann entschädigte das Tor für vieles. „Ich wollte immer hierbleiben, habe nie an Abschied gedacht“, gab er nach dem Sieg gegen Aalen in bestem Deutsch seine Stimmungslage zum Besten, „schließlich war ich immer verletzt. Ich will den Fans noch zeigen, was ich kann. Jetzt bin ich erst einmal erleichtert, dieses Tor war nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für mich sehr wichtig.“

Dass Kritik an ihm laut geworden war, schien ihm dabei nichts auszumachen. Trainer Klaus Augenthaler war auch am Samstag mehr als einmal wütend an der Seitenlinie auf- und abgehüpft, unüberhörbar war Gunnlaugsson Adressat seines lauten Unmuts gewesen. „Ich bin selbst mein härtester Kritiker“, sagt der Isländer. Vorerst hat er nun etwas Ruhe, allerdings muss er dringend Treffer nachlegen, um den Makel des Fehleinkaufs endgültig abzulegen. „Ich werde noch mehr Tore schießen, dann wird es keine Kritik mehr geben“, schob er am Samstag hinterher. Ob er seinen Vertrag bis 2012 erfüllen darf, hängt auch von der Finanzsituation des Vereins ab. Ein erstes Argumente für eine Weiterbeschäftigung lieferte Gunnlaugsson nun endlich ab.

Quelle: fussball-vorort.de

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