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SpVgg-Boss Manfred Schwabl zeigt sich mit der Gesamtsituation zufrieden. 

Interview

Haching-Boss Manfred Schwabl: „Das kann eine interessante Saison werden“

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Haching-Boss Manfred Schwabl über die Lage beim Drittliga-Tabellenführer.

Unterhaching– Nach über einem Viertel der Saison führt die SpVgg Unterhaching die Tabelle der 3. Liga an. Am Samstag (14 Uhr) treten die Hachiner zum Spitzenspiel beim Tabellendritten Eintracht Braunschweig an, was durchaus als echte Standortbestimmung zu sehen ist. Ärgerlich ist dagegen das Hachinger Aus im Pokal.Wir sprachen mit SpVgg-Boss Manfred Schwabl über die Situation im Sportpark.

Herr Schwabl, wie beurteilen Sie das jüngste Aus im Viertelfinale des bayerischen Verbandspokals gegen den TSV 1860?

Natürlich war es ein kleiner Dämpfer. Aufgrund der Gemengelage hatte ich schon damit gerechnet, dass wir weiterkommen. Auf der anderen Seite muss man aber auch fairerweise sagen, dass 1860 im eigenen Stadion eine Macht ist. Wir haben gewusst, dass es eine 50- zu-50-Entscheidung wird. Man muss es so akzeptieren und positive Schlüsse daraus ziehen, auch wenn es schade ist, dass wir den Landespokal nicht mitgenommen haben. Es tut ein bisschen weh, aber der Pokal ist ja auch kein Wunschkonzert.

Wie sehr schmerzt es aus finanzieller Sicht, dass die SpVgg sich jetzt nicht mehr über den Sieg im bayerischen Pokal für den kommenden DFB-Pokal qualifizieren kann?

Man hätte im DFB-Pokal ohnehin ein bis zwei Runden überstehen müssen, um davon wirtschaftlich stark profitieren zu können. Klar wären die 150 000 Euro für die erste Runde gut gewesen. Aber es ist jetzt nicht so, dass es uns jetzt aus der Bahn wirft, sollten wir eine Qualifikation für nächstes Jahr auch nicht über die Liga schaffen. Da haben wir mittlerweile eine ganz andere Basis als in den Jahren zuvor.

Wie betrachten Sie e den in der Fußballbranche für Aufmerksamkeit sorgenden Börsengang der SpVgg im Sommer mit ein paar Wochen Abstand?

Was Eigenkapital, Ankerinvestoren und die insgesamt über 1200 Kleinanleger anbetrifft, sehe ich es sehr positiv. Wir führen zudem gerade intensive Gespräche mit einem weiteren größeren strategischen Investor, der den Rest zeichnen möchte. Es ist ein idealer Mix aus kleinen Anlegern und Investoren geworden. Die Kursentwicklung und die Stabilität – wir waren noch nie unter dem Einstandskurs – finde ich zudem sehr bemerkenswert. Nach dem Einstandskurs von 8,10 Euro haben wir mittlerweile stabil eine Neun vorne stehen. Das ist für mich eine Erfolgsstory, die ideal gelaufen ist. Davor hätte ich mir das so nicht besser ausmalen können.

Wie lautet Ihr sportliches Fazit nach dem elften Spieltag?

Wir sind relativ stabil. Und wir haben noch sehr viel Luft nach oben. Das ist die beste Botschaft die es gibt, wie ich finde. Wir fahren in dieser Saison im Vergleich zu den letzten Jahren auch mal dreckige Siege ein. Das ist für die Entwicklung einer Mannschaft gut. Wenn wir zusätzlich dann auch noch gut zu spielen anfangen, dann kann es richtig interessant werden.

Welche Erwartung haben Sie bis Ende 2019?

In der Rückrunde der Vorsaison war das Problem aufgrund der schwierigen Finanzlage der sehr dünne Kader gewesen. Darauf haben wir jetzt reagiert. Bei einigen Stammkräften kommt es jetzt sogar mal vor, dass sie nicht immer auf dem Feld stehen. Wir haben noch einige Spieler, die verletzungsbedingt noch gar nicht so richtig reinfinden konnten und stehen trotzdem relativ stabil in der Liga da. Aufgrund der hohen sportlichen Qualität der Liga, würde ich aber eher erst nach dem 20. Spieltag so ein richtiges Zwischenfazit ziehen wollen. Das ist dann genau in der Winterpause.

Wie sieht Ihr oftmals von Ihnen formulierte Bauchgefühl aktuell aus?

Wir haben noch Ressourcen bei denjenigen Spielern, die eigentlich spielen würden aber verletzungsbedingt noch nicht auf dem Platz stehen. Ich glaube, dass wir eine sehr stabile Saison spielen werden. Das ist eine gute Basis, um in den nächsten Jahren wie in unserem Konzept formuliert anzugreifen. Das Fundament wird härter und ist im gesamten Verein stärker geworden ...

… das auch eine schwache Rückrunde wie in den letzten Jahren nicht mehr aufbrechen kann?

Dieses Szenario, dass wir wie in den letzten Jahren zuvor wieder in der Rückrunde einbrechen könnten, lasse ich mir gar erst nicht einreden. Eine solche Serie wird definitiv irgendwann durchbrochen werden.


Das Gespräch führte
Robert M. Frank.

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