Haching fällt auf Rang zwölf zurück

Unterhaching - Mit einer unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Kickers Offenbach hat sich die SpVgg Unterhaching die Stimmung für den gestrigen Wiesn-Besuch selbst verdorben.

VON CHRISTIAN AMBERG

Unterhaching – Nach der zweiten Pleite in Folge rutschten die Hachinger in der Tabelle auf den zwölften Platz ab. Sauer waren die Gastgeber nach dem Abpfiff vor allem auf einen: Schiedsrichter Jochen Drees, der vor dem entscheidenden Tor von Ulm in der 85. Minute ein Handspiel des Torschützen nicht geahndet hatte. „Solche Dinge müssen einfach gesehen werden“, schimpfte Torhüter Darius Kampa, „es ist mir unerklärtlich, wie man so ein Tor geben kann.“ Auch Trainer Ralph Hasenhüttl maulte in Richtung des Unparteiischen. „Zu Herrn Drees haben wir eine besondere Beziehung“, sagte er in Anspielung auf die 3:4-Niederlage in Jena im Mai. Am vorletzten Spieltag hatte Drees dort bereits nach vier Minuten einen umstrittenen Elfmeter gegen die SpVgg gepfiffen. Auch wenn der späte Siegtreffer irregulär war, an der ersten Heimniederlage der Saison hatten die Hachinger selbst am meisten Schuld. Schon in der ersten Halbzeit versäumten sie es, die frühe Führung durch Tobias Schweinsteiger aus der 6. Minute auszubauen. Robert Zillner verfehlte in der 15. Minute nur knapp das Ziel, nach einer guten halben Stunde parierte Offenbachs Keeper Wulnikowski einen Kopfball von Steegmann.

Die Gäste kamen erst nach dem Wechsel in Schwung und verbuchten zwei dicke Möglichkeiten durch Laux (48.) und Zinnow (51.). Danach hatten die Hausherren aber erneut beste Gelegenheiten, den Sack zuzumachen. Schweinsteiger scheiterte an Wulnikowski (55.), dann hielt der OFC-Schlussmann Zillners strammen Schuss von der Strafraumgrenze und den Nachschuss von Schweinsteiger (57.).

Die ausgelassenen Chancen rächten sich: Nachdem Kickers-Coach Hans-Jürgen Boysen dreimal ausgewechselt hatte, kippte die Partie. Erst vier Minuten im Spiel traf Pospischil mit einem 15-Meter-Schuss zum 1:1, nachdem sich zuvor Zinnow gegen zwei Hachinger Abwehrspieler durchgesetzt hatte (68.). Der Ausgleich war wie ein Schock für die SpVgg, die danach ziemlich unter Druck geriet. Das 2:1 für die Gäste kurz vor dem Ende war die Folge – auch wenn der Treffer nicht hätte gelten dürfen und ein Remis durchaus verdient gewesen wäre.

„Bis zum 1:1 haben wir ein hervorragendes Spiel gemacht“, sagte Hasenhüttl, kritisierte aber die Chancenverwertung: „Nach der Halbzeit hatten wir so viele Konterchancen, dass man damit zwei oder drei Spiele entscheiden kann. Es war wie in Bremen, wo wir auch zwei Tore nicht gemacht haben.“ Stürmer Marcus Steegmann, der seine Premiere in der Startelf gefeiert und dabei eine ansehnliche Leistung abgeliefert hatte, nannte die Niederlage „ganz bitter. Wir haben gegen die beste Defensive der Liga wunderbar kombiniert und waren drauf und dran, die abzuschießen.“ „Wir waren nicht so schlecht, hätten aber etwas ruhiger spielen müssen“, stellte Torhüter Darius Kampa fest, „aber Offenbach hat eben eiskalt zugeschlagen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare