Duo mit Potenzial: Michael Zetterer (l.) und Janik Haberer (M.) im Gespräch mit Merkur-Mitarbeiter Robert M. Frank.

Haching Talente im Fokus des DFB

SpVgg Unterhaching - Michael Zetterer (17) und Janik Haberer (18) waren Anfang März zu einem Sichtungs-Lehrgang des DFB geladen. Die beiden Talente der SpVgg Unterhaching sprachen mit unserer Zeitung über das dort Erlebte, ihren Werdegang und Ziele.

Wie oft habt Ihr beim Sichtungslehrgang des DFB euren Mitspielern erklären müssen, wo Unterhaching liegt?

Janik Haberer: Ich glaube, es hat sich schon rumgesprochen, dass wir auch Fußballspielen können. Man hat auf dem Lehrgang auch gesehen, dass wir auf einem Niveau mit den anderen Jungs sind. Man kannte ja auch einige aus der A-Jugend-Bundesliga.

Was habt Ihr bei dem Lehrgang gemacht?

Haberer: Wir hatten die drei Tage Trainingseinheiten. Täglich haben wir zweimal trainiert. Dabei haben wir viele Spielformen absolviert und auch individuell trainiert. Es war ein Erlebnis, sich mit den besten Spielern ganz Deutschlands messen zu können.

Michael, Du bist Torwart. Gab es für Dich ein spezielles Programm und wie hast Du die Tage erlebt?

Michael Zetterer: Wir hatten vor jeder Trainingseinheit ein Torwarttraining. Wir waren drei Torhüter. Zwei waren bei den Spielformen im Tor und der dritte hatte Torwarttraining. Das hat auch sehr gut hingehauen. Das Training war super. Wir haben vom Niveau mithalten können und man hat kein Unterschied gemerkt. Es war auf jeden Fall ein cooles Erlebnis.

Ihr spielt auch in der A-Jugend für die SpVgg in der höchsten Klasse. Aber war der Lehrgang trotzdem etwas Besonderes für Euch?

Zetterer: Die Nationalmannschaft ist für jeden etwas Besonderes. Das Ziel von jedem Fußballer ist es, mal für sein Land zu spielen. Es gab schon lange keinen deutschen Junioren-Nationalspieler aus Haching mehr.

Seid ihr in letzter Zeit vermehrt darauf angesprochen worden?

Haberer: Auf jeden Fall. Der Freundeskreis und die Familie bekommen es ein bisschen mit. Hier im Verein war es natürlich auch ein Thema. Die Spieler sind auf uns zugekommen und haben danach gefragt, wie es war.

Mit welchen Zielen seid ihr eigentlich damals nach Haching gekommen?

Haberer: Ich habe vorher in Memmingen Fußball gespielt und bin nach Haching gekommen mit dem Ziel, Stammspieler in der B-Jugend zu werden. Das Niveau in Haching ist doch wesentlich höher als bei meinem alten Verein. In diesem Jahr haben wir dann auch mit der B- und A-Jugend in die Bundesliga geschafft. Das war eine lehrreiche Zeit.

Zetterer: Ich bin in der D-Jugend nach Haching gekommen. Davor habe ich in einem Dorfverein bei der DJK Darching gespielt. Bei einem Turnier bei uns waren Bayern und 1860 und die SpVgg dabei. Die haben das gut gefunden, was ich gemacht habe. Ich war dort Feldspieler und wurde dort auch als Feldspieler gesichtet. In Haching bin ich dann als Torwart aufgelaufen (lacht). Und das hat dann funktioniert.

Habt ihr jemals daran gedacht, in Haching zum Nationalspieler werden zu können?

Haberer: Zu der Zeit natürlich nicht, da hatte ich andere Ziele. Da wollte ich mich gegen die Regionalmannschaften beweisen. Dass es jetzt soweit kommt hätte ich nicht gedacht. Aber das freut mich natürlich sehr.

Hättest Du Dir das träumen lassen, Michael?

Zetterer: Nein, man hofft natürlich, dass das mal kommt. Aber man kann nicht davon ausgehen. Das war zu der Zeit überhaupt noch kein Thema. In der D-Jugend sowieso noch nicht. Je höher ich in Haching gekommen bin, desto besser ist es gelaufen. Ich habe zwar auch den einen oder anderen Rückschlag hier erlebt. Aber da bin ich immer super aufgefangen worden. Auch dieses Jahr läuft es super für mich. Man hofft auf eine Einladung, aber gerechnet habe ich damit nicht.

Woran liegt es, dass es auf einmal Hachinger Nachwuchs-Nationalspieler gibt?

Zetterer: Das kann man sich durch Leistung erarbeiten. Der Janik und ich haben in den letzten Jahren gute Leistungen gebracht. Das wurde verfolgt. Natürlich kam es ein bisschen überraschend, dass wir da eingeladen worden sind. Aber ich glaube nicht unverdient.

Wie kam es denn überhaupt zur Einladung?

Haberer: Ich habe es vor dem Training von Manfred Schwabl erfahren, als er mich hoch ins Büro geholt hat. Ich habe mich riesig gefreut.

Was hast Du auf dem Weg zusammen mit Präsident Manfred Schwabl ins Büro gedacht, was jetzt kommt?

Haberer (lacht): Ich habe zunächst gedacht: Was habe ich denn jetzt angestellt?

Dann war es doch eine frohe Nachricht. Wie war es bei Dir Michael?

Zetterer: Bei mir war es das Gleiche. Ich wurde auch vor dem Training hochgerufen. Da habe ich mir gedacht, was denn jetzt der Präsi von mir will. Dann war ich natürlich erleichtert und auch irgendwo stolz.

Das Gespräch führte

Robert M. Frank

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