Haching II zelebriert Einbahnstraßen-Fußball

- Unterhaching (um) - Die zweite Mannschaft der SpVgg Unterhaching lässt an der Spitze der Fußball-Bayernliga einfach nicht locker: Zur Tabellenführung hat es trotz des 4:0 (3:0)-Erfolgs über den SV Wacker Burghausen II zwar wieder nicht gereicht, weil der Aufsteiger und aktuelle Liga-Primus 1. FC Eintracht Bamberg (1:0 gegen Ismaning) ebenfalls gewann, aber seinen zweiten Platz hat das noch ungeschlagene Team von Trainer Alfred Ruthe weiter zementiert.

Der Coach nahm es erfreut zur Kenntnis, ohne in Euphorie zu verfallen. "Wir haben, vor allem in der ersten Halbzeit, ganz gut gespielt", kommentierte Ruthe den klaren Heimsieg über einen Gegner, der in ihm Erinnerungen an die eigene Vergangenheit wachrief: "Das war ja fast eine Jugendmannschaft, so wie meine früher." Und so waren Ruthes Schützlinge, obwohl, mit Ausnahme der Profis Christian Holzer, Nico Frommer und Michael Miksits, auch nur zwischen 18 und 21 Jahre alt, diesmal deutlich reifer als der Kontrahent, was sich auch im Spielverlauf zeigte.

"Das war von Anfang an Einbahnstraßenfußball", so Ruthe, der "Chancen im Zwei-Minuten-Takt" vermerkte, darunter einen 16-Meter-Pfostenschuss von Engin Özbey (6.). In der 22. Minute dann das 1:0: Christian Hain, erstmals von Beginn an dabei, wuchtete die Kugel nach einer Ecke von Orkan Balkan per Kopf ins Netz. "Da war der Bann gebrochen", durfte Ruthe zufrieden feststellen. Es dauerte auch nicht lange, bis Miksits eine Özbey-Flanke zum 2:0 einnickte (27.). Auch der dritte Streich gelang den Hachingern mit einem Kopfball: Diesmal war Ceyhun Gülselam der Nutznießer einer weiten Frommer-Freistoßflanke (38.).

"Nach der Pause haben wir einen Gang zurückgeschaltet, aber das ist klar, wenn man so dominant ist, und der Gegner keine Chance hat", warb Ruthe um Verständnis für das nun gemächlichere Auftreten seiner Elf. Burghausen kam zu einigen Gelegenheiten, auch Haching hätte mit Kontern die Führung ausbauen können. Die beste SpVgg-Chance vergab Mirza Dzafic, der, nachdem er im Strafraum gelegt worden war, den fälligen Elfmeter allzu lässig trat: Wacker-Schlussmann Kay Wehner, der für das zur Jugend abkommandierte Talent Manuel Riemann zwischen den Pfosten stand, hielt (75.).

Für die Gäste traf Benjamin Kauffmann den Innenpfosten (83.), was Ruthe mit einem Lächeln quittierte: "Zurzeit haben wir das Glück wirklich faustdick." Nichts mit Glück zu tun hatte allerdings das 4:0: Der frei aufs Tor zu strebende Holzer schob uneigennützig und mit Übersicht zu Miksits, der seinen zweiten Treffer markierte (86.). SpVgg Unterhaching II: Kopp - Schulz, Schuff, Hain, Özbey (70. Eder), Holzer, Gülselam, Balkan, Frommer (58. Berchtold), Jokic (58. Dzafic), Miksits Tore: 1:0 Hain (22.), 2:0 Miksits (27.), 3:0 Gülselam (38.), 4:0 Miksits (86.) Besonderes Vorkommnis: Dzafic scheitert mit einem Foulelfmeter an Burghausens Torwart Wehner (57.)

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