Trainer Hannes Sigurdsson kann sich unabhängig der Liga auf neue Tribünen freuen
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Trainer Hannes Sigurdsson kann sich unabhängig der Liga auf neue Tribünen freuen

Ziel von 30.000 Euro frühzeitig erreicht

FC Deisenhofen: Crowdfunding-Aktion finanziert neue mobile Tribünen

  • vonFussball Vorort FuPa Oberbayern
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Die Crowdfunding-Aktion des FC Deisenhofen brachte mehr als 30.000 Euro ein. Der zweitplatzierte der Bayernliga plant für einen womöglichen Aufstieg in die Regionalliga.

Deisenhofen - Bei seinen Regionalliga-Planungen hat der FC Deisenhofen einen weiteren Erfolg zu vermelden. Mit einer Crowdfunding-Aktion konnte weit vor Ablauf der Kampagne genügend Geld für mobile Tribünen gesammelt werden. Mehr als 30.300 Euro wurden von insgesamt 142 Spendern gesammelt - im Schnitt ergibt das einen Beitrag von mehr als 200 Euro pro Unterstützer. Die Münchner Bank, die die Aktion ermöglichte, steuerte insgesamt 1.340 Euro zum Projekt bei.

Coach Hannes Sigurdsson: „Besonderer Verein mit großem Zusammenhalt“

Das Crowdfunding startete am 18. Dezember des letzten Jahres und sollte ursprünglich bis zum 12. März gehen. So lang musste der FC Deisenhofen aber nicht warten. Schon drei Wochen vor Schluss wurde das festgesetzte Ziel von 30.000 Euro erreicht. Mit dem gesammelten Geld sollen drei mobile Tribünen à 50 Sitzplätzen finanziert werden. Dem Baugrund der neuen Tribünen sind Vorgaben des BFV für die Regionalliga geschuldet. Die Voraussetzung, dass mindestens 150 ZuschauerInnen eine Sitzmöglichkeit um den Platz haben, wird somit erfüllt.

Hannes Sigurdsson, Trainer der ersten Mannschaft, gefiel die Bereitschaft an dem Projekt: „Das ist natürlich keine kleine Aktion. Der FC ist aber ein besonderer Verein mit einem großen Zusammenhalt, deswegen überrascht es mich nicht. Ich finde es aber sehr schön, dass wir das so schnell geschafft haben.“ Für Unwissende, die mit dem Begriff ‘mobile Tribüne‘ nicht viel anfangen können, hat der Isländer die passende Erklärung samt Vergleich parat: „Man kann die Tribünen schnell aufstellen und auch wieder abbauen, sie bestehen ja nicht aus Beton. Das sind solche Tribünen, wie man sie auch bei einem Rockkonzert findet.“

Manager Franz Perneker: „Unabhängig der Liga ein Schritt in die richtige Richtung“

Franz Perneker, der technische Leiter des FC Deisenhofen, erklärt die Idee der Schwarmfinanzierung wie folgt: „Das Crowdfunding haben wir gemacht, weil das ein Riesenbatzen Geld ist, den wir so nicht stemmen könnten.“ Mit den aktuellen Entwicklungen im Verein ist der 47-Jährige, der im Februar im Interview das Desinteresse der Politik auf den Breitensport kritisierte, zufrieden: „Die Tribünen werden für die Regionalliga, aber auch für die Bayernliga gebaut. Bisher hatten wir noch keine Tribünen, da ist das, unabhängig der Liga, ein Schritt in die richtige Richtung.“ In der Regionalliga schreibt der Verband den Vereinen auch vor, die Gästefans von den Heimfans zu trennen: „Da würde dann noch ein Stehplatzbereich für Gästefans dazukommen, das kommt dann aber noch extra auf uns zu. Wir wollen unsere Gemeinde vor allem in dieser Phase nicht überbelasten, es geht nicht nur um Fußball im Leben. Natürlich versuchen wir aber mit vereinten Kräften, den Gästeblock durchzubringen.“

Stefan Hofberger: „Das Abenteuer Regionalliga machen wir nur, wenn es den Verein nicht nachhaltig finanziell belastet“

Über den Mitbegründer der Aktion gibt Stefan Hofberger, der Vorstand des Marketings des FC, Auskunft: „Die Münchner Bank ist auf uns zugekommen, haben uns ihre Crowdfunding-Plattform vorgestellt und gefragt, ob wir nicht ein Projekt hätten, was dazu passen würde.“ Eine „glückliche Fügung“ für die Verantwortlichen des FC, die sich zeitgleich Gedanken über die mobilen Tribünen machten. Der Gästeblock würde nur bei einem Regionalliga-Aufstieg gebaut werden: „Dieser Block wird nicht aus der Vereinskasse bezahlt, sondern per Eigenleistung und mit Spenden, wie beispielsweise von Handwerksfirmen im Ort, finanziert. Das Abenteuer Regionalliga machen wir nur, wenn es den Verein nicht nachhaltig finanziell belastet.“

(Paul Ruser)

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