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Sebastiano Nappo (r.) sorgte im Spiel gegen seine alten Kollegen prompt für den Augsburger Sieg 

Ausgerechnet Nappo trifft zum Sieg 

Heimstetten verliert nach bösem Schnitzer gegen Augsburg II

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Der SV Heimstetten bleibt daheim ohne Fortune und ohne Punkt. Beim 0:1 gegen den FC Augsburg II patzt ausgerechnet ein Spieler, der zuletzt formidabel in Form war.

Heimstetten – Der Halbzeitpfiff ist eben erst verklungen, die Spieler haben sich durch die sengende Hitze vom Platz geschleppt – da setzt plötzlich Regen ein. Wobei das Wasser nicht etwa vom wolkenlosen Himmel herabfällt, sondern aus dem Boden hervorschießt: Vier Rasensprenger feuern ihre Fontänen aufs Grün, ehe sie nach kaum einer Minute den Dienst wieder einstellen.

Interessanterweise gehen dabei nur die vier Sprenger rund um jenes Tor an, das bis hierhin SVH-Keeper Maximilian Riedmüller gehütet hat. Und so drängt sich – obschon es wohl nur ein Versehen ist – der Gedanke auf: Womöglich hat jemand die Rasensprenger in der Hoffnung angestellt, dass das Wasser die Erinnerung an jene Szene hinwegspült, die sich im Regionalligaduell des SVH gegen den FC Augsburg II keine 60 Sekunden vor der Pause vor genau diesem Tor ereignet hat.

Dort spielt Peter Beierkuhnlein einen Rückpass zu Riedmüller, der die Kugel nach vorne hätte dreschen sollen. Oder besser: dreschen müssen. Tut er aber nicht – sondern legt sich den Ball noch mal quer, sodass Augsburgs Romario Rösch in den Befreiungsschlag spritzen kann. Von dessen Bein fliegt das Spielgerät direkt zu Sebastiano Nappo, der aus kürzester Distanz ins leere Tor einköpft. Sein 0:1 bleibt der einzige Treffer an diesem Tag – ausgerechnet durch den Rückkehrer Nappo (siehe Kasten) und ausgerechnet nach einem groben Schnitzer des zuletzt so exzellenten Riedmüller.

„Wir wissen, was er uns in den letzten Wochen und Monaten alles gerettet hat“, sagt Trainer Christoph Schmitt, der wohl auch deshalb keine großen Worte über den Fauxpas seines Keepers verlieren will. Und doch stellt er klar: „Das war heute die spielentscheidende Szene.“ Und: „Ich bin überzeugt, dass Augsburg sonst kein Tor erzielt hätte.“

Denn seine Elf habe gegen die Profi-Reserve ein „ordentliches Spiel“ gemacht, findet Schmitt. So kommt der FCA in der ersten halben Stunde nicht einmal gefährlich vors Riedmüller‘sche Tor; auf der anderen Seite bringen es aber auch Orhan Akkurt und Co. nur auf drei Halbchancen. Bis zur 34. Minute: Da zwirbelt Lukas Riglewski einen seiner gefürchteten Freistöße etwas zu weit nach rechts – sonst wäre der Ball im Netz und nicht am Pfosten gelandet.

Als viele der kaum 250 Zuschauer gedanklich bereits bei der Pausenwurst sind, bereitet Riedmüller schließlich das Tor des Tages vor. Seine Kollegen beginnen in der zweiten Hälfte zwar druckvoll und haben durch Daniel Wellmann und Kazuki Date zwei gute Chancen (48./52.). Doch mit zunehmender Spieldauer versucht es der SVH immer öfter mit langen Bällen – ungeachtet deren mauen Ertrags. „Am Schluss ist uns nicht mehr viel eingefallen“, räumt Schmitt ein. Und dennoch: „Das war kein Spiel, dass wir verlieren hätten müssen – im Gegenteil: Ich denke, dass Augsburg heute schlagbar war.“

SV Heimstetten – FC Augsburg II 0:1 (0:1)

SVH: Riedmüller, Beierkuhnlein, Wellmann (68. Hannemann), Hintermaier (79. Ebeling), Günzel, Regal, Sabbagh, Laverty (46. Date), Schels, Riglewski, Akkurt.

Tor: 0:1 Nappo (44.).

Schiedsrichter: Thomas Berg (TSV Landshut-Auloh) – Zuschauer: 245.

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