Höflich auf Holperrasen

- Ismaning - Die Fußballer des FC Ismaning waren höfliche Gäste beim neuen Tabellenschlusslicht der Bayernliga. Nur drei Tore schenkte der Tabellendritte dem Aufsteiger TSV Gerbrunn ein, gerade in Halbzeit zwei hätten die Männer von Willi Bierofka den bisherigen Negativrekord der Gerbrunner von fünf Gegentreffern in einem Spiel eigentlich locker übertreffen können. Nach dem 3:0 (1:0) herrschte - bis auf die Chancenverwertung - eitel Sonnenschein im Ismaninger Lager.

Dabei taten sich die Oberbayern besonders in den ersten 45 Minuten sehr schwer. Das lag zum einen am sehr tiefen, holprigen Boden, auf dem die Ismaninger ihr feines Passspiel nicht wie gewohnt aufziehen konnten. "Einer der schlechtesten Rasen der Liga", meinte Bierofka. Zweitens der wohl an den Mindestmaßen orientierte Platz - ein Ballverlust in des Gegners Hälfte, ein Gerbrunner Pass und schon waren die TSV-Stürmer vor FCI-Keeper Manuel Baum. Doch bis auf die Eins-gegen-Eins-Situation von Andreas Löbl (7.), die Baum mit Bravour entschärfte, hatte der TSV keine gute Torchance.

Dritter Grund für die recht unansehnliche erste Halbzeit war die extrem defensive Ausrichtung des TSV, bei dem neun Mann verteidigten und sich die zwei nominellen Spitzen meist fünf Meter hinter der Mittellinie tummelten. Durch diese Mauer kamen die Ismaninger nicht oft durch - Robert Lechleiter flankte flach, doch Matthias Heckenberger traf frei vor Keeper Florian Mader den Ball nicht richtig. Volker Oßwalds Gewaltschuss nach einer zurückgeprallten Ecke flog knapp über die Latte.

Heckenberger sorgte schließlich für die Befreiung: sein Freistoß aus rund 25 Metern war derart schön über die Sechs-Mann-Mauer gezirkelt und im linken Winkel eingeschlagen, dass selbst TSV-Trainer Harald Funsch zugab: "Der Freistoß war derart fantastisch geschossen, da hätte ich noch zehn Mann mehr - und alle einen halben Meter größer - in die Mauer stellen können, der Schuss wäre trotzdem reingegangen."

Wer nun eine TSV-Aufholjagd erwartete, wurde schwer enttäuscht: in Halbzeit zwei spielte nur noch der FCI, seltenst kamen die Gerbrunner über die Mittellinie. Und was sich die Hausherren in der Defensive leisteten, spottete jede Beschreibung: "Das ist die schlechteste Abwehr, die ich in der Bayernliga seit langem gesehen habe", sagte Schiedsrichter-Beobachter Hans Ebersberger. Peru Skoric verdribbelte sich kurz vor dem eigenen Sechzehner gegen Christian Jalsevec - der Ismaninger hatte freie Bahn aufs Tor - 0:2. Bereits vorher hatten Lechleiter, Murici und Heckenberger aus ähnlicher Situation vergeben. Auch Christian Kirchner durfte ran und überzeugte nach seiner Einwechslung. Zwei schöne Kopfbälle parierte Mader, im dritten Versuch schob er am TSV-Keeper vorbei zum 3:0 ein

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