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Grünwalds Trainer Pero Vidak verzichtet weiter auf ein gemeinsames Training.

Weitere Lockerungen

Der BFV prescht vor

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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  • Patrik Stäbler
    Patrik Stäbler
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Bayerns Fußball-Amateure dürfen zurück auf den Rasen: Ab heute ist Training unter strengen Auflagen wieder erlaubt – sofern die Kommunen die Plätze freigeben. Der Verband hat hierfür einen Leitfaden erstellt, den viele Vereine aber kritisieren.

Landkreis – „Es geht wieder los!“ Mit diesen Worten ist der Leitfaden des Bayerischen Fußball-Verbands überschrieben, den der BFV am Freitagabend veröffentlicht hat. Zugleich wurde bekannt, dass Amateurfußballer in Bayern ab Montag wieder trainieren dürfen – unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln sowie vorausgesetzt, dass die jeweilige Kommune die Sportanlage für Fußball freigegeben hat. Diese Neuregelung kommt überraschend, schließlich hatte Ministerpräsident Markus Söder noch am Dienstag verkündet, dass die Corona-Auflagen bloß bei Einzelsportarten gelockert werden. Jedoch kündigte die Staatsregierung an, dass der Innenminister mit dem Bayerischen Landessportverband an einem Konzept arbeite – und dieses Konzept ist nun offenbar fertig.

Für die Amateurkicker im Freistaat sei die Lockerung, „eine gute Nachricht in dieser schwierigen Phase“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch aus Poing. „Wir wissen, dass es bis zur Rückkehr zur Normalität noch ein weiter Weg ist. Aber der erste Schritt ist gemacht.“Zugleich mahnt Koch, die Auflagen strikt einzuhalten. Sie sehen unter anderem einen Mindestabstand sowie den Verzicht auf Kopfbälle, Einwürfe und Zweikämpfe vor.

Die Vereine nehmen die Pläne des BFV treils mit Verwunderung zur Kenntnis. So meint etwas Pero Vidak, Trainer des Landesligisten TSV Grünwald: „Als ich den BFV-Leitfaden gelesen habe, konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen. Fußball bedeutet für mich Spaß, Enthusiasmus, Kreativität und Freiheit. Training unter diesen Voraussetzungen wäre nichts für mich. Wenn ich mir überlegen würde, in kleinen Gruppen zu trainieren, dann nur auf unserer Anlage. Irgendwo im Freien würde man sich nicht wohlfühlen. Ich weiß gar nicht, wie man da versichert ist. Grundsätzlich könnte ich mir Trainingsformen in kleinen Gruppen schon vorstellen, etwa spezifisch für die einzelnen Mannschaftsteile. Aber dann müsste mehr möglich sein, als in diesem BFV-Leitfaden, sonst ist man nur verkrampft. Unsere Spieler haben grundsätzlich die freie Entscheidung, wie sie sich fit halten, ob sie laufen oder Rad fahren. Ich habe mehr Zeit als sonst und bin deshalb fit wie lange nicht. Und das werde ich dann auch von den Jungs verlangen (schmunzelt). Einen Vorbereitungsplan haben wir noch nicht. Was mir auch nicht klar ist: Darf man vor dem 1. September Testspiele machen? Wenn nicht, ist die Vorbereitung amputiert. Aber wir würden auch das annehmen.“

Die Sportlichen Leiter der Bayernligisten FC Deisenhofen und SV Pullach, Franz Perneker und Robert Bäumel, hatten dem Training in Kleingruppen, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, schon vor Ausgabe des BFV-Leitfaden eine Absage erteilt. „Wenn man wochenlang in kleinen Gruppen irgendwie rumkickt, lässt der Spaßfaktor bald nach“, findet SVP-Manager Robert Bäumel, der für sein Team ebenso einen geordneten Vorbereitungsstart mit Blick auf die Saisonfortsetzung bevorzugt wie sein Deisenhofner Pendant Franz Perneker. „Wenn es erlaubt ist und sich fünf Leute im Englischen Garten den Ball zukicken wollen, dann können sie das privat machen. Wir werden erst wieder tätig, wenn unsere Anlage für den Sport freigegeben ist“, sagt der FCD-Manager.

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