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Im Interview spricht Präsident Manfred Schwabl über das Modell und die Ziele der SpVgg Unterhaching.

SpVgg Unterhaching

„Bis 2022 in der 2. Bundesliga“

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Wie geht es weiter mit der SpVgg Unterhaching? Welche Rolle spielt die U17 fürs Profiteam? Präsident Manfred Schwabl erklärt es im Interview - und ein paar andere Dinge.

Unterhaching– Dem Abstieg aus der 3. Liga entronnen, die 2. Liga mittelfristig als Ziel und demnächst das Finale des Merkur CUP im heimischen Sportpark: Über die Pläne und Ziele der SpVgg Unterhaching äußert sich Manfred Schwabl (53), seit 2012 Präsident des Vereins, in unserem Interview.

Herr Schwabl, nach toller Hin- und mieser Rückrunde hat die SpVgg Unterhaching erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft. Passt da die alte Weisheit: Ende gut, alles gut?

Ja, das trifft es schon, weil man aus so einer Negativphase ganz viel mitnehmen kann. Ich Nachhinein war es mir lieber, dass wir nicht Sechster oder Siebter geworden sind(die SpVgg beendete die Saison auf Platz zehn; d. Red.), weil man dann sonst über gewisse Dinge hinwegschaut. So haben wir ein paar berechtigte Watschn bekommen, man hat aber sehr viel gesehen in und um den Verein. Wenn wir jetzt daraus die richtigen Schlüsse ziehen, war es eine sehr wertvolle Erfahrung.

Welche Schlüsse genau meinen Sie?

Dass man sieht: Auf wen kannst du dich zu 100 Prozent verlassen und auf wen nur zu 95 Prozent. Wenn ich mir die Zusammensetzung der 3. Liga in der nächsten Saison so anschaue, reichen halt nur noch 100 Prozent, sonst werden wir untergehen. Alle Vereine haben die Lizenz bekommen und werden alles in die Waagschale werfen. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir müssen eigentlich jeden Tag eine Kerze anzünden, dass wir mit unseren momentanen Möglichkeiten als kleiner Verein da überhaupt mitmischen dürfen.

Aus der 2. Liga steigen Ingolstadt, Magdeburg und Duisburg ab, aus der Regionalliga kommt der FC Bayern II hoch. W, und erhalten bleiben Ex-Bundfesligisten wie 1860 München, Kaiserslautern, Braunschweig oder Rostock. Wird es sportlich die anspruchsvollste Liga aller Zeiten?

Absolut. Mit früher lässt sich die 3. Liga inzwischen nicht mehr vergleichen. Sportlich ist man ganz nah dran an der 2. Liga, finanziell aber leider meilenweit weg davon.

Was war der Kern dafür, dass es nach einer superstarken Rückrunde nach der Winterpause nicht mehr lief?

Das war ein Mix von einigen Dingen. Der größte Fehler, den ich komplett auf meine Kappe nehmen muss, war, dass wir keinen zusätzlichen Stürmer verpflichtet haben. Es war ja nicht zu erwarten, dass sich Stephan Hain so schwer verletzt, dass er gar nicht mehr spielen kann, und ansonsten im Sturm keiner mehr die U-Bahn trifft. Das war das Kernproblem, da habe ich leider nicht auf mein Bauchgefühl gehört. Es hatte natürlich auch finanziellen Gründe, aber neben der massiven Verletztenmisere meinten ansonsten einige, es geht auch mit 95 Prozent.

Die SpVgg Unterhaching wird auch nächste Saison kaum die finanzielle Potenz haben, sich massiv zu verstärken?

Wir haben uns finanziell absolut stabilisiert, haben in dieser 3. Liga aber trotzdem noch mit das geringste Bugdet.

Das wo liegt?

In der vergangenen Saison bei ca. 2,3 Millionen Euro, wir werden jetzt auf zweieinhalb bis drei Millionen Euro hochgehen und auch müssen. Wir werden im Kader die notwendigen Korrekturen vornehmen - natürlich auch aufgrund der Rückrunde: Da schaut man schon genauer hin. Wir machen keinen Umbruch, werden aber im Sinne einer Optimierung des Kaders nachbessern.

Was heißt das konkret?

Wir sind in sehr guten Gesprächen mit neuen Spielern, Arne Naudts und Jannik Bandowski wurden schon vermeldet, der Rest folgt kurzfristig.

Die SpVgg trennt sich auch von Spielern?

Klar ist, dass Finn Porath zurückgeht (war ausgeliehen vom Hamburger SV; d. Red). Mit Torwart Lukas Königshofer sind wir über eine Vertragsverlängerung noch nicht einig, haben mit Nico Mantl aber einen sehr guten Mann, der gezeigt hat, dass er die Nummer eins werden kann. Drei bis vier Spielern werden wir nahelegen, den Verein zu wechseln, weil sie einfach keine Chance mehr haben. Lieber tut’s jetzt weh, bevor es die ganze Saison wehtut.

Schauen wir in die Zukunft: Der Plan ist, sich kommende Saison zu stabilisieren und 2021 in die 2. Liga aufzusteigen?

Ziel für die Saison 2019/20 ist ein einstelliger Tabellenplatz – nicht im ersten Drittel, aber gut in der ersten Hälfte. Dieses Ziel werden wir der Mannschaft auch beim Trainingsauftakt mitteilen. Ein Jahr später wollen wir aber angreifen. Ob es dann gleich funktioniert oder erst 2022, aber klar ist: Beide Male werden wir das Ziel Aufstieg ausgeben.

Das Hachinger Modell wurzelt darin, den eigenen Nachwuchs in den Profifußball zu bringen. Wie funktioniert das?

Die U 17(spielt in der Bundesliga, d. Red.) ist aus meiner Sicht der wichtigste Jahrgang, um frühzeitig zu sehen, ob jemand das Zeug zum Profifußball hat oder nicht. Denn in der U 19 ist der Zug schon fast abgefahren. Deshalb setze ich den Klassenerhalt unserer U 17 fast so hoch an wie den der Drittliga-Profis. Im letzten U 17-Saisonspiel hat man von einigen schon gesehen, dass sie liefern, wenn es drauf ankommt – drei werden wir ins Trainingslager der Profis mitnehmen. Ziel ist es, dass ein oder zwei den Sprung dann auch schaffen.

Was ist mit der U 19?

Dort wollen wir in Zukunft vorwiegend nur noch mit dem jüngeren Jahrgang spielen, die ausgewählten, mit Fantasie behafteten älteren Jahrgangs werden bei unserem Kooperationspartner TSV 1860 Rosenheim in der Männer-Regionalliga Bayern spielen, um dort die entsprechende Härte zu erfahren und sich weiter zu entwickeln. Das ist der Ersatz für eine zweite Mannschaft in Haching.

Stichwort Nachwuchs: Am 20. Juli findet im Unterhachinger Sportpark das Finale des Merkur CUP statt. Welche Bedeutung hat für Sie diese Veranstaltung, deren Schirmherr Sie ja auch sind?

Der Merkur CUP ist genau das Turnier, das auch unsere Philosophie verkörpert. Es geht um junge Spieler aus der Region und die Vermittlung von Werten wie Bodenständigkeit und Demut. Auch den Eltern wird nahegelegt, sich diesen Werten anzuschließen. Deshalb ist es für mich auch eine ganz  besondere Ehre, in Unterhaching das Finale des Merkur CUP ausrichten zu dürfen. Der Merkur CUP passt von seiner Idee her einfach perfekt zu uns.

Sie sind seit Juni 2012 Präsident der SpVgg und bekanntermaßen eher konservativ, was die Mediennutzung angeht. Trotzdem: In einzelnen Facebook- und Internet-Foren wird immer wieder spekuliert, Sie gingen zurück zu 1860 München, wo Sie einst Profi waren. Was ist daran dran?

Wie könnte ich aus diesem Paradies weggehen? (lässt den Blick durch den sonnendurchfluteten Biergarten am Sportpark schweifen: d Red.). Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Das hier ist genau meine Welt, passt perfekt und ist auch noch näher an Holzkirchen dran (dem Wohnort von Manfred Schwabl; d. Red).

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