FC Ismaning entlässt Trainer Schmöller

Ismaning - Das Jahr 2013 erlebte Frank Schmöller drei Tage als Trainer des FC Ismaning. Der Club entlässt Schmöller überraschend und ersetzt ihn durch Roman Grill.

Frank Schmöller kennt den Fußball und seine Eigenarten. Als er am Donnerstag zum Gespräch mit dem Vorstand eingeladen wurde, war ihm klar, was passieren würde. Der Verein stellte ihn mit sofortiger Wirkung frei und begründete das mit stagnierender sportlicher Entwicklung.

Der Trainer fiel vier Tage vor dem Auftakt in die Winter-Vorbereitung aus allen Wolken - wie auch einige Spieler. Als der ehemalige Kaiserslauterer Co-Trainer Manfred Rauscher und der bekannte Spielerberater (unter anderem von Philipp Lahm und Owen Hargreaves) Roman Grill (46) im Herbst die sportliche Leitung beim FC Ismaning übernahmen, war das an sich schon eine mittlere Erschütterung in Fußballerkreisen. Die angekündigte sportliche Bestandsaufnahme zur Winterpause brachte nun das Erdbeben.

Rauscher begründet die Entscheidung für einen Trainerwechsel mit dem Auf und Ab, das Ismaning in eine gefährliche Lage gebracht habe. Von Zufriedenheit könne bei nur vier Punkten Abstand zur Abstiegsrelegation keine Rede sein. Rauscher nennt vor allem zwei Beispiele: „Du gewinnst 5:0 und 5:1, verlierst dann zu Hause gegen den Vorletzten. Und der Stockletzte Hof hat sechs seiner 14 Punkte von uns.“

„Für Frank Schmöller ist das Glas halb voll und für die sportlichen Leiter halb leer“, sagt Präsident Hans Blößl diplomatisch. Letztlich sah auch er keine Weiterentwicklung und trug die Entscheidung mit. „Letzte Saison hatte Frank noch den Bonus aus der Meistersaison“, sagt Blößl, „aber auch da haben wir das Ziel Platz neun nur mit Asthma erreicht.“ Eine neuerliche Zitterpartie will der Club heuer vermeiden.

Auf der anderen Seite ist Ismaning als 13. bei zwei Nachholspielen nur einen Sieg von Rang acht entfernt. Deshalb sagt Schmöller, „dass ich die Entscheidung nicht nachvollziehen kann. Ich war der erfolgreichste Trainer des FC Ismaning in den letzten zehn Jahren und gehe erhobenen Hauptes.“ Der so kantige Trainer mit dem lauten Organ gibt auch einen kleinen Einblick in sein Seelenleben: „Es tut sehr weh.“ Deshalb wird er auch nicht als Zuschauer nach Ismaning kommen. Trainer wird er sicher bleiben: „Ich habe Bock auf Fußball und an irgendwelchen Plätzen wird man mich schon wieder schreien hören.“

Rauscher hat seinen Freund Roman Grill gefragt, ob er das Traineramt übernehmen möchte. Der beim DFB ausgebildete Fußball-Lehrer wurde einst als Trainer mit heutigen Weltstars wie Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger Deutscher A-Jugend-Meister mit dem FC Bayern München. Seine Spielerberater-Agentur hat er so aufgestellt, dass er Zeit für das Traineramt hat - und Grill übernimmt die Aufgabe nicht aus finanziellen Gründen. „Der macht doch nicht Trainer in Ismaning, um sich zum Deppen zu machen“, sagt auch Präsident Hans Blößl. Grill-Intimus Rauscher hat schon etliche Nächte mit seinem neuen Trainer beim Fachsimpeln über Taktik im Weltfußball verbracht. Deshalb ist er hundertprozentig von Grill überzeugt. Mit einem Satz sagte er Grill, wie er es sieht: „Du kannst es, bist ein guter Ausbilder und willst etwas bewegen.“ Rauscher macht auch deutlich, dass Grill keine Übergangslösung sein, sondern mittel- bis langfristig das Amt bekleiden soll. Grill selbst ist da vorsichtiger: „Ich spekuliere nicht gerne. Eine Trainer ist immer abhängig von Ergebnissen. Jetzt fange ich erstmal an und dann schauen wir, wie die Rückrunde läuft.“

nb

Quelle: fussball-vorort.de

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