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Mit dem linken Fuß ins Glück! Jim-Patrick Müller erlöste er die Hachinger nach 823 torlosen Minuten.

Hachinger Torflaute dank Club-Legende Heini Müller (85) beendet

Jim-Patrick Müller: mit Opas Tipps aus der Krise

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Nach 823 torlosen Minuten ist die Hachinger Torflaute gebrochen! Das dank Jim-Patrick Müller und einem Tipp seines Opas. Club-Legende Heini Müller gab seinem Enkel den entscheidenden Tipp vor dem Spiel gegen die Fortuna Köln.

Am Ende, sagt Jim-Patrick Müller (29) habe sein Opa doch irgendwie recht gehabt. Heini Müller (85), einer der Meisterhelden des 1. FC Nürnberg, habe neben einigen aus der Zeit gefallenen Tipps („Bloß nichts beim Sport trinken!“) durchaus auch brauchbare Ratschläge erteilt, als sein Enkel mit der SpVgg Unterhaching gegen eine Torflaute historischen Ausmaßes ankämpfte. „Der Opa hat mir so simple Sachen geraten wie: Schau, dass du zum Abschluss kommst! Weil, wenn du nicht schießt, kann keiner reingehen.“ Gehört, getan. Am vergangenen Samstag in Köln, beim Spielstand von 1:0 für die Fortuna, zog Jimi Müller einfach mal ab, obwohl er kurz überlegt hatte, das Zuspiel von Lucas Hufnagel zu stoppen. Drin war das Ding – und ganz Haching erlöst. Nach einer kleinen Ewigkeit von 823 torlosen Minuten. 

„Ich bin einfach froh, dass es am Wochenende geklappt hat“, sagt Müller und blickt auf Wochen des kollektiven Selbstzweifels zurück: „Man weiß, dass man’s nicht reinlassen darf in den Kopf, aber es ist ja nur normal, dass man sich Gedanken macht. Dass man sich vor dem Spiel denkt: Hoffentlich schießen wir heute ein Tor. Und was, wenn’s wieder nichts ist… Man soll sich ja keine schlechten Gedanken einreden, aber die kommen dann leider zwangsläufig.“ 

Jim-Patrick darf sich nun auch in die Annalen der Familie Müller eintragen

Das Überraschungsteam der Hinrunde brachte das 1:1 über die Zeit und bejubelte nicht nur das Ende der Torkrise, sondern zugleich den ersten Punktgewinn seit dem 30. März (0:0 gegen Halle). Die Talfahrt in der Tabelle wurde dank Müllers Linksschuss gestoppt. Und dieses 1:1 dürfte als Monument der Befreiung Eingang in die sehr beachtlichen Annalen der aus Roth stammenden Familie Müller finden. Opa Heini hat laut Jimi den Status einer „Club-Legende. Er ist eine absolute Marke, der mit seinen Geschichten ganze Säle unterhalten kann. Wie er mal mit gebrochenem Schlüsselbein weiterspielte, weil man damals noch nicht wechseln durfte. Wie er mit dem Club im Europapokal gespielt hat…“ 

Auch Papa Bernd (56) hatte es immerhin zu einem soliden Zweitliga-Stürmer gebracht, der die Fusion aus Fürth und Vestenbergsgreuth Anfang der Neunzigerjahre in die 2. Liga schoss. Schöne Erinnerungsschätze sind das – denen Jimi beim nächsten Familientreffen nun etwas sehr Konkretes entgegensetzen kann. Wobei ihm selber das gar nicht so angenehm ist. „Man möchte eigentlich nicht mit dieser Phase in Verbindung gebracht werden“, sagt er: „Es gibt schönere Rekordtore, das muss man wirklich sagen.“ Der Bedeutung für seinen Verein ist er sich dennoch bewusst: „Es musste einfach mal wieder rein, das Ding. Und wer es dann gemacht hat, ist im Endeffekt völlig egal.“ 

Ein Sieg noch - dann ist es geschafft

Ein Sieg fehlt Haching zum Klassenerhalt. Jena am Sonntag wird die nächste Herkulesaufgabe. „Da wird es genauso schwer, ein Tor zu erzielen“, glaubt Müller. Wobei er zuversichtlich ist, dass die Wirkung seines Treffers konserviert werden kann. „Hut ab vor der Mannschaft, dass sie sich nicht gegenseitig zerfleischt hat – das kann ganz schnell passieren in solchen Phasen“, sagt er. „Wir wissen jetzt wieder, dass wir Tore schießen können. Vielleicht schießen wir am Sonntag auch mal das erste.“

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