Abschied nach 15 Jahren: Josef Niedermayer will am 13. März mit dem Abbau seiner Sporthalle hinter dem Holzkirchner Hagebaumarkt beginnen. Die letzten sieben Jahren betrieb er die Halle als Soccer-Arena.
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Abschied nach 15 Jahren: Josef Niedermayer will am 13. März mit dem Abbau seiner Sporthalle hinter dem Holzkirchner Hagebaumarkt beginnen. Die letzten sieben Jahren betrieb er die Halle als Soccer-Arena.

Pachtvertrag endet - SpVgg Unterhaching neuer Nutzer

Holzkirchen: Josef Niedermayer gibt Soccer-Arena nach 15 Jahren ab

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Nach 15 Jahren endet der Pachtvertrag von Josef Niedermayer mit seiner Soccer-Arena. Die Halle wird fortan von Nachwuchs der SpVgg Unterhaching genutzt.

Holzkirchen – Das offizielle Ende markiert der 30. April 2021, dann läuft der Pachtvertrag zwischen Hallenbesitzer Josef Niedermayer und dem Grundstückseigentümer Industriestraße 13 aus. Tatsächlich fliegt in der Halle schon lange kein Ball mehr. Der Pandemie-Lockdown im Herbst beendete die Saison, als sie kaum begonnen hatte.

Lockdown verhinderte Abschiedsjahr

Einen Neustart, sagt Niedermayer auf Anfrage, werde es angesichts des erst jüngst wieder verlängerten Lockdowns nicht mehr geben. Jetzt gelte es, das gepachtete Grundstück an der Industriestraße vertragsgemäß freizuräumen: „Am 13. März werden wir mit dem Abbau der Halle beginnen.“

Seit 2006, als Niedermayer die Halle hinter dem Hagebaumarkt von Manfred Schwabl kaufte, hat er sie „bespielt“ und vermarktet. Die zwei, je 30 mal 15 Meter großen Kunstrasen-Fußballfelder (Soccer 5) gibt es seit Herbst 2013. Den Schlusspfiff besorgte nicht der Pachtvertrag, sondern Corona. „Die letzte Saison war uns nicht mehr vergönnt“, sagt Niedermayer,tapfer lächelnd. Am 25. Oktober, einem Sonntag, begann der Betrieb, zwei Stunden immerhin wurden gebucht. „Für 26. Oktober hatte sich die Realschule angemeldet“, berichtet der Gmunder, „aber da kündigte sich schon der Lockdown an.“ Nichts ging mehr.

Josef Niedermayer: „Die beiden Plätze wurden super angenommen“

Indoor-Soccer ist durchaus nachgefragt. Niedermayer bot seine Plätze von Ende Oktober bis Mitte März an. Im Sommer mache das keinen Sinn. „Wenn Fußballer draußen spielen können, gehen sie nicht in eine Halle.“ Als Wintersport-Arena hatte die Halle aber treue Fans. „Die beiden Plätze wurden super angenommen, manche Stunden hätte ich doppelt und dreifach vergeben können.“

Eine Goldgrube sei die Halle aber nie gewesen, betont Niedermayer. „Die Kosten für Pacht und Energie sind ja das ganze Jahr durchgelaufen.“ Er sei froh, die Halle abbezahlt zu haben. „Die Unkosten sind gedeckt, verdient habe ich aber nichts.“ Erfolglos blieben Gespräche, die Halle an anderer Stelle in Holzkirchen für Indoor-Sport neu aufzubauen.

Die SpVgg Unterhaching wird neuer Nutzer der Halle

Dafür sprang ein alter Bekannter in die Bresche: Manfred Schwabl, einstiger Besitzer der Halle und jetzt Präsident der SpVgg Unterhaching, lässt die Konstruktion als Trainingshalle für den SpVgg-Nachwuchs an die Unterhachinger Sternstraße verfrachten. „Das Beste, was der Halle passieren kann“, sagt Niedermayer. Die Stahlkonstruktion sei stabil, Dachhaut und Seitenwände müssen allerdings erneuert werden.

Der Fußball-Rasen, den Niedermayer 2013 verlegen ließ, wird von der SpVgg weitergenutzt. „Rund 150 000 Euro werden mich der Abbau in Holzkirchen und die Teilentsorgung aber sicher kosten“, fürchtet Niedermayer. Unter anderem müssen drei Schichten Bodenbeläge abgetragen werden, alles Überbleibsel verschiedener Nutzungen.

Vor der Soccer-Arena trainierte Boris Becker oft in der damaligen Tennishalle

Schwabl hatte die Halle in den 1990er Jahren gebaut und mit einem Spezialboden ausgestattet. Boris Becker kam regelmäßig zum Trainieren vorbei. Niedermayer führte das Tennisgeschäft fünf Jahre weiter, ehe er 2011 auf einen Sport- und Spielpark umrüstete – nach dem Vorbild seiner Spielarena in Bad Wiessee. Das Konzept scheiterte 2013 nach einem Zerwürfnis mit einer Pächterin. Dann kam König Fußball. „Der Markt für Indoor-Fußball in der Region ist gewaltig“, glaubt der Gmunder. Freizeitkicker oder Jugendteams seien immer auf der Suche nach Winterplätzen.

Für Niedermayer selber klingt mit dem Hallenabbau eine lange Holzkirchner Ära aus. Seit 1983 war er als Tennislehrer und Betreiber einer Tennisschule am Ort, dann kam das Engagement mit der Schwabl-Halle und der benachbarten Tennis-Traglufthalle, die er 2014 verkaufte – und die jetzt auch den Platz räumen muss (wir berichteten). Wehmut beschleicht den 70-Jährigen aber nicht. „Finanziell bin ich froh, dass der Pachtvertrag jetzt ausläuft.“ Der Sport am Ort verliere jedoch: „Für Holzkirchen tut’s mir leid, dass es jetzt eine Sportstätte weniger gibt.“

(Andreas Höger)

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