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Slalom durch die künstlichen Gegner: Marco Flohrs hat den Ball eng am Fuß.

Fußball

Erste vorsichtige Einheiten mit viel Spaß

  • vonGuido Verstegen
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Beim Fußball-Landesligisten Kirchheimer SC läuft das Training wieder an.

Kirchheim – Sie wirken allesamt noch ein bisschen angespannt, wie sie da ankommen mit ihrem Mund-Nasen-Schutz und in voller Trainingsmontur. Nur ihre Fußballschuhe müssen die Spieler von Landesligist Kirchheimer SC noch schnüren, dann ist es an diesem trüben, regnerischen Feiertagsvormittag endlich soweit: Drei Monate nach der letzten gemeinsamen Einheit auf der Sportanlage am Merowinger Hof (12. März) üben sie wieder miteinander – in Zeiten der Corona-Pandemie allerdings unter ganz besonderen Bedingungen.

„Maßnahmen für den eingeschränkten Trainingsbetrieb“ heißt das 16 Seiten umfassende Info-Script, das der KSC nach Vorgaben des Bayerischen Fußball-Verbandes für diesen Zweck erarbeitet hat. „Es hat etliche Sitzungen gegeben, bis das Konzept stand, bis wir sicher waren, dass wir die Hygieneregeln einhalten können. Auch Petra Mayr und Magnus Harlander standen in ständigem Kontakt“, berichtet Abteilungsleiter Christian Boche vom regen Austausch zwischen der Vorsitzenden des Kirchheimer SC und dem Vorstandsvorsitzen des SV Heimstetten.

Seit drei Wochen trainieren die Leichtathleten des KSC in Kleingruppen, seit Montag die Jugendfußballer ab U12 aufwärts. Boche: „Die Kinder sind super diszipliniert.“ Auch bei den Männern klappt schon bei der Ankunft alles reibungslos: Eine Gruppe à 13 Mann trifft sich unter der Leitung von Co-Spielertrainer Fabian Löns auf dem Grün gleich neben dem Kunstrasenplatz, die andere Gruppe à 13 Mann mit Spielertrainer Steven Toy an der Spitze beginnt auf dem Hauptplatz. Nach einer knappen Stunde tauschen die Gruppen die Plätze – natürlich so, dass sie sich dabei nicht ins Gehege kommen. Das ist ihr Weg in die neue Normalität… Bis auf Rekonvaleszent Thomas Branco de Brito – er arbeitet im Fitnessraum –, Urlauber Maximilian Baitz und Morris Duggan (verhindert) ist der komplette Kader am Start. Plus Angelo Mattina (30): Der selbssttändige Eventmanager wohnt seit April in Untergiesing und stellt sich zum Probetraining vor, zuletzt spielte der offensive Linksfuß für den 1. FC Rechberghausen in der Bezirksliga Neckar/Fils.

Toy erinnert seine Schützlinge noch einmal an die wichtigsten Regeln – wie das Einhalten der Abstände beim ohnehin kontaktfreien Training sowie das Verbot der Nutzung von Umkleiden und Duschräumen: „Und vergesst nicht, heute steht der Spaß im Vordergrund. Genießt es, mal wieder am Ball zu sein.“ Nach dem Aufwärmen geht’s an die ersten Übungen, und die sind allesamt als Duelle zweier Teams angelegt. Manch einer tut sich anfangs schwer bei den Aufgaben, nach und nach werden alle lockerer. „Ihr habt im Ostpark fleißig Flanken geübt, oder?“, lobt Ricardo Jacobi Keeper Ivan Babic, der mit seinen Kollegen Michael Franz und Markus Magdolen unter Torwart-Trainer Sascha Jager zuletzt ein paar Sonderschichten eingelegt hatte. Die eine Hälfte der Toy-Gruppe schlägt innerhalb eines schmalen, durch Hütchen gekennzeichneten Korridors weite Bälle, die andere Hälfte absolviert ein Torschusstraining, wobei der Flankengeber zuerst Slalom durch seine eng stehenden Metall-Kollegen läuft. „Die Alten schummeln sich wieder zum Sieg“, lästert Marwin Bindner. Und Denis Zabolotnyi entgegnet trocken: „Ihr seid so lost.“

Auch unter Co-Trainer Löns sind die Spieler gut gelaunt und diszipliniert bei der Sache. „Nach dem Torschuss müsst ihr sofort den Ball holen, wir haben nur acht!“, ruft Löns. Der Corona-Beauftragte, Betreuer Dominik Achilles, postiert sich prompt als Balljunge hinter dem von Franz und Jager gehüteten Kasten: „Der Platz ist ja in einem super Zustand, aber hast du die ganzen Schwammerl gesehen? Wenn der Merowinger Hof einen neuen Wirt bekommt, gibt’s erst mal Pilzsuppe…“

In der Toy-Truppe wird fast jeder Torschuss lauthals kommentiert. Und auch wenn am Ende nicht klar ist, welches Team eigentlich gewonnen hat, tut das der guten Stimmung keinen Abbruch.

Als Fabian Löns nach fast zwei Stunden um 11.49 Uhr seine Schützlinge auffordert, die Hütchen einzusammeln und sie zum Auslaufen („Vier große Runden!“) bittet, da lacht doch tatsächlich die Sonne vom blauen Himmel herab. Für das abschließende Desinfizieren von Bällen und Hütchen finden sich keine Freiwilligen, und so trifft es Matthias Ecker, Noel Pfeiffer und Alexander Fürthmaier, die erst auf den letzten Drücker ihre unterschriebene „Einverständniserklärung Kleingruppentraining am Sportgelände während der Corona-Pandemie“ abgegeben hatten. „Kann dem Fürthi mal jemand zeigen, wo das Ballkammerl ist?“, witzelt Steven Toy, während sich Marco Wilms seine Tasche greift: „Ich bin froh, dass endlich wieder ein bisschen was passiert“, sagt er – und spricht damit seinen Teamkollegen eindeutig aus der Seele. „Bis nächsten Donnerstag!“

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