Kleine Negativserie bei Haching II

- Unterhaching - Alfred Ruthe sah ein bisschen geschafft aus. Er hatte auch einen anstrengenden Tag hinter sich: Erst drückte er für den Trainerschein in Köln die Schulbank, dann fuhr er eilig nach München, um eine 0:3-Niederlage der von ihm betreuten zweiten Mannschaft der SpVgg Unterhaching bei den Amateuren des TSV 1860 München ansehen zu müssen.

Damit hat Ruthes Elf in den letzten vier Spielen der Vorrunde keinen Punkt mehr geholt. Der Vorsprung auf die Abstiegszone ist für die Hachinger bei Saisonhalbzeit mit zehn Zählern dennoch einigermaßen beruhigend, sollte aber nicht zur irrigen Annahme verführen, man befinde sich im gesicherten Mittelfeld, wie Ruthe betont: "Man muss Punkte sammeln, bis nichts mehr passieren kann. Dann ist man sicher."

In der Anfangsphase der Saison haben sich die Hachinger als fleißige Sammler betätigt. "Wir waren früh bei einem guten Punktestand, aber wir haben dann die Bonuspunkte nicht gemacht", so Ruthes Vorrundenfazit, das er mit einem Ausblick auf eine schwierige Zukunft verbindet: "Jetzt müssen wir wieder gegen die anderen punkten."

Die anderen, das sind jene Teams aus dem Tabellenkeller, auf die die SpVgg in den kommenden Wochen treffen wird. Die jüngsten vier Niederlagen erlitten die Hachinger hingegen ausnahmslos gegen Mannschaften aus dem Spitzenfeld. Schon vor der Negativserie hatte Ruthe durchaus ins Kalkül gezogen, dass seine Schützlinge gegen starke Kontrahenten wie Aindling, Tabellenführer Feucht, Fürstenfeldbruck oder eben die Löwen-Amateure leer ausgehen könne.

Schlecht für die Moral seien diese wenig überraschenden Resultate trotzdem gewesen, so der Coach: "Als Fußballer will man einfach gewinnen. Es stinkt den Spielern auch, wenn sie vier Mal gegen Real Madrid verlieren." Die Auswirkungen der wochenlangen Erfolglosigkeit habe man seinem Team gegen 1860 deutlich angemerkt. "Das Selbstvertrauen fehlt. Wenn ich das Selbstvertrauen habe, dann bin ich konsequenter oder gehe mal am Gegner vorbei."

Diese Zielstrebigkeit, die die Sechziger bei ihrem fünften Sieg in Folge zumindest bei den frühen, vorentscheidenden Toren von Necat Aygün (4.) und Martin Stranzl (13.) und später bei Martin Willmanns 3:0 (71.) an den Tag legten, vermisste Ruthe bei seiner Elf. Stefan Egger und Salvatore Scolaro versiebten leichtfertig die einzig echte Chance (48.), ansonsten trugen die Hachinger ihre Angriffe zu halbherzig vor. Das muss sich schnell ändern, denn am Samstag in Ansbach müssen sie wieder anfangen zu sammeln. Und zwar keine Bonuspunkte, sondern Pflichtsiege.

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