„Manchmal denke ich: Hört das denn nie auf!“ Martina Banse, die Teammanagerin des SVL, muss unterschiedliche Auflagen berücksichtigen.  Foto: SV LOHHOF
+
„Manchmal denke ich: Hört das denn nie auf!“ Martina Banse, die Teammanagerin des SVL, muss unterschiedliche Auflagen berücksichtigen.

Wie der SV Lohhof sich aufs erste Volleyball-Heimspiel vorbereitet

Lüftungspause für 100 Zuschauer und reduziertes Catering

  • vonSilke Andersson
    schließen

Hygienekonzept, unterschiedliche Auflagen der Verbände, Einlasskontrolle: Der SV Lohhof rüstet sich fürs erste Heimspiel im Corona-Modus. Wie, das erklärt die Teammanagerin.

Lohhof – Seit Anfang September Sportwettkämpfe auch mit Zuschauern freigegeben wurden, sind die Sportvereine mal wieder im Konzepterstellungsmodus: Tribünen werden vermessen, Zuschauerwege geprüft, Szenarien durchgespielt. Das Organisationsteam des Volleyball-Zweitligisten SV Lohhof hat sich entschlossen, bei der Heimpremiere in der BOS/FOS-Halle am Sonntag (16 Uhr) gegen den TSV Waldgirmes mit 100 Zuschauer zu starten. Ein Gespräch mit der Teammanagerin des Lohhofer Zweitligateams, Martina Banse, über eine komplexe Entscheidungsfindung.

Frau Banse, für den Saisonstart daheim wählen Sie die goldene Mitte zwischen Geisterspiel und den maximal erlaubten 200 Zuschauern. Wie kam es zu der Entscheidung?

Wir haben tatsächlich alles angedacht, auch Streamingmöglichkeiten für ein Geisterspiel geprüft. Aber das kann ich doch den Mädels nicht antun! Heimpremiere als Tabellenführer und dann ohne Fans? Geht nicht. Das Gesundheitsamt hätte sogar 200 Zuschauer erlaubt, aber wir starten jetzt mal mit 100 Fans als Test. Die Voranmeldung per E-Mail läuft, um die 40 Karten wird es nach momentanem Stand am Sonntag noch an der Kasse geben. Natürlich mit Abstand, Hygieneregeln und der Liste zur Kontaktdatenerfassung. Aber wir testen erst einmal mit kleinerer Kulisse, wie und wo sich die Zuschauer genau platzieren und in der Halle verteilen. Dann machen wir uns Gedanken über den nächsten Schritt.

Die Deutsche Volleyball Liga (VBL) hat ein sehr umfangreiches Hygienekonzept für alle Vereine der ersten und zweiten Liga erstellt – können Sie das umsetzen?

Der VBL-Entwurf umfasst 90 Seiten und gilt auch für Hallen wie die Max-Schmeling-Halle, die über 10 000 Zuschauer fasst. Das mussten wir natürlich auf unsere örtlichen Gegebenheiten anpassen und erst einmal klären, was trifft überhaupt für uns zu. 40 Seiten waren dann schon mal weg. Bei uns sind maximal 200 Zuschauer möglich, auch wenn wir die 20 Prozent-Regel von der maximalen Hallenkapazität ansetzen. Selbst das würden wir zum Beispiel ohne zusätzliche Ordner hinbekommen, denke ich.

Ordner vielleicht nicht, aber welche zusätzlichen Maßnahmen gibt es?

Am Sonntag ist es so, dass ich die bislang angemeldeten Zuschauer fast alle persönlich kenne – da setze ich ganz stark auf den Vernunftfaktor. Aber klar: Desinfektionsspender müssen da sein, bestimmte Bereiche müssen gekennzeichnet werden und natürlich die 1,5-Meter-Abstände geklebt werden. Den Einlass mache ich diesmal persönlich, ich führe die Listen und frage jeden, ob er fit ist. Und auch die Gastmannschaft muss informiert werden: Wo ist der Aktivenbereich, wo dürfen die Zuschauer hin, wie sind die Laufwege? Wir stellen auch sicher, dass Aktive und Zuschauer nicht in Kontakt kommen.

Viel zusätzlicher Aufwand – fällt denn auch etwas weg?

Leider wird das Catering schmaler ausfallen als gewohnt. Es wird nur alkoholfreie Getränke in Flaschen geben. Als bundesweite Liga dürfen wir eh keinen Alkohol ausschenken. Aber es tun sich ständig neue Baustellen auf: Aktuell ist die Trainingszeit in Bayern auf 120 Minuten beschränkt, vom Bayerischen Verband gibt es auch die Auflage, nach dem zweiten Satz zu lüften. Die VBL als zuständige Organisation schreibt keine Lüftungspause vor. Manchmal denke ich: Hört das denn nie auf!

Auch interessant

Kommentare