+
Deisenhofens Manager Franz Perneker hat vor allem die Jugend im Blick.

Pernekers Kritik an Lahm und Koch

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
    schließen

Im Interview sprich Franz Perneker, der Manager des FC Deisenhofen, über den Saisonabbruch, den BFV und die Europameisterschaft.

DeisenhofenDie wegen Corona ohnehin verlängerte Amateurfußballsaison 2019/21 ist faktisch zu Ende (wir berichteten), weil wegen des Lockdowns bis 9. Mai die Vorgabe aus dem Vier-Punkte-Plan des Bayerischen Fußballverbands (BFV), Trainingsstart spätestens am 3. Mai, nicht mehr zu erfüllen ist: Zwar will der BFV vor dem offiziellen Aus noch ein Meinungsbild der Vereine einholen, doch es greift wohl Paragraf 93 der Spielordnung, wonach für Auf- und Abstieg die Quotientenregelung gilt, Relegationsspiele finden nicht statt. Die auf den Relegationsplätzen stehenden Mannschaften verbleiben voraussichtlich in ihren Ligen. Zur Situation sprach unsere Zeitung mit Franz Perneker, Manager des Bayernliga-Zweiten FC Deisenhofen.

Was sagen Sie zum Abbruch?

Noch ist ja nicht abgebrochen. Es findet doch noch eine Vereinsbefragung statt, wenn ich das richtig verstanden habe.

Aber de facto ist die Saison doch zu Ende. Wissen Sie denn, welche Fragen der Verband den Vereinen stellen will?

Bisher nicht. Aber warum fragt man die Vereine überhaupt noch? Es gab ja einen vom Verband klar festgelegten 4-Stufen-Plan.

Glauben Sie, dass auch abgefragt wird, wie man mit den Relegationsteilnehmern verfahren soll? Also beispielsweise mit dem FC Deisenhofen, der Zweiter ist.

Das könnte ich mir schon vorstellen. BFV-Präsident Dr. Rainer Koch ist ein Politiker, der weiß, dass der Siebte oder Achte sagt: Wenn es aus ist, ist es halt aus. Und, dass das Potenzial für Ärger bei denen liegt, die auf einem Relegationsplatz oder einem Abstiegsplatz stehen. Aber werden dann alle befragt? Dem Achten ist es doch wurscht, ob der Zweite aufsteigt.

Haben Sie noch Hoffnung?

Wenn man sich den Paragraf 93 anschaut, ist wenig Hoffnung. Und dann ist es eben so. Ich bin aber kein Jurist, da gebe ich keine Prognose ab. Aber wenn man eine Regelung schafft, dann geht das natürlich nicht nur für die Bayernliga, dann muss man das mindestens bis auf Bezirksebene runterbrechen. Es ist schwierig, auch wenn es für unseren Verein schade ist.

Der FC Deisenhofen ist ja auch in der Jugend stark vertreten. Wie sehen denn eigentlich die Perspektiven der Junioren aus?

Auch da greift wohl der Paragraf 93, doch unsere Mannschaften stehen alle so, dass sie nichts mit dem Auf- oder Abstieg zu tun haben. Aber, wenn wir von der Jugend sprechen: Es gibt eine Sache, über die ich mich wirklich geärgert habe, nämlich, dass sich Dr. Rainer Koch mit Philipp Lahm dafür stark gemacht hat, dass Zuschauer zur EM zugelassen werden. Da fehlt mir jegliches Verständnis, wenn der Verbandspräsident sich dafür einsetzt, dass Deutschland in München vor 20000 Zuschauern gegen irgendwen spielt, während die Neun- und Elfjährigen nicht einmal zum Trainieren auf den Rasen dürfen. Das ist grotesk. Wichtig ist jetzt die Basisarbeit.


Das Gespräch führte
Umberto Savignano.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare