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Michael Kain beendet Karriere: „Der FC Unterföhring hätte mich gerne behalten“

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Von: Magdalena Schwaiger

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Michael Kain beendet seine Karriere beim FC Unterföhring.
Michael Kain beendet seine Karriere beim FC Unterföhring. © Fupa/Leifer

Michael Kain beendet seine Karriere beim FC Unterföhring, dort stand er seit 2008 unter Vertrag. Der 31-Jährige kickte zudem in der Jugend der SpVgg Unterhaching.

Unterföhring - Michael Kain spielte mit dem FC Unterföhring in der „Corona-Saison“ in der Landesliga und konnte sich noch auf insgesamt 25 Spiele in seiner Abschiedssaison freuen. Im Interview mit fussball-vorort/FuPa-Oberbayern spricht Michael Kain über die Hintergründe seines Karriereendes und geht auch auf die Regionalliga Saison 2017 ein. Dort traf er unter anderem auf den TSV 1860 München, der in dieser Saison unter Trainer Daniel Bierofka den Aufstieg in die Dritte Liga schaffte.

Hallo Michael, danke dass du dir die Zeit für uns genommen hast.

Danke für das Interview und das Interesse von euch.

Du hast über 200 Spiele für den FC Unterföhring gemacht - wie sehr schmerzt dich der Abschied?

Von Schmerzen kann man nicht reden, da das Karriereende gut überlegt war. Ich habe mich in der vorherigen Saison schon sehr damit beschäftigt und auch dort eine zweimonatige Pause eingelegt, um mal zu sehen, wie es mir ohne den Fußball geht. Der Anspruch an mich selbst war immer „wenn, dann richtig“. Aber mit der Zeit habe ich immer mehr gemerkt, wie ich mich überwinden muss, nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag als Physiotherapeut zum Training zu fahren, um dann erst wieder nach zehn Uhr Abends zuhause zu sein. Mit 30 merkt man seinen Körper einfach mehr als mit 19, natürlich hätte ich die Saison gerne noch sauber zu Ende gespielt, aber das war leider nicht möglich.

Was konntest du aus der Fussball-Zwangspause mitnehmen?

Man muss sagen, dass wohl das einzig positive an dem Corona-Jahr war, dass ich leichter Abstand vom Fußballalltag gewinnen konnte. Weil es zu dem Zeitpunkt ja jedem gleich ging. Mein Vertrag ging bis Juni 2020, also bis direkt in die lange Spielpause. Der Verein hätte mich gerne behalten, ich habe mich darüber sehr gefreut und mich geehrt gefühlt. Aber ich habe die ganzen Umstände genutzt, um einen Schlussstrich ziehen zu können.

Du hast eine beachtliche Anzahl an gelben Karten gesammelt, 62 insgesamt - war das positionsgeschuldet?

Sagen wir mal so, größtenteils ja. Als defensiver Mittelfeldspieler kommst du oft in Situationen, in denen es mal krachen muss (lacht). Ich habe gelbe Karten auch oft als Zeichen an die eigene Mannschaft genutzt oder mich ab und zu an Gegenspielern revanchiert, die meinen Cousin Andy Faber in die Schranken weisen wollten. Ich war mir nie zu schade, sei es taktisch oder wie auch immer, für das eigene Team eine gelbe Karte einzusacken.

War der Einsatz in der Regionalliga dein persönliches Karrierehighlight?

In so einer langen Zeit ist es natürlich schwierig, ein einziges Highlight aus den ganzen Jahren herauszupicken. Aber wenn ich an das Fluchtlichtspiel bei den Löwen im Grünwalder Stadion denke, in dem ich meine Mannschaft als Kapitän auf den Platz geführt habe, dann ist das durchaus etwas besonderes. Wir sind ja auch mit Unterföhring dreimal aufgestiegen, von der Bezirksoberliga in die Regionalliga zu kommen, war für mich natürlich auch außergewöhnlich. Ich hatte ja auch einige Spiele für die Jugendmannschaft der SpVgg Unterhaching gemacht und konnte mit der U19 in die Bundesliga aufsteigen.

Kain trat in der Regionalliga-Saison 17/18 auch gegen den TSV 1860 München an.
Kain trat in der Regionalliga-Saison 17/18 auch gegen den TSV 1860 München an. © Sven Leifer

An welches Spiel erinnerst du dich am liebsten zurück?

Auch hier gibt es viele schöne Geschichten und Erinnerungen. Hervorzuheben ist zum Beispiel das eben erwähnte Spiel gegen 1860, aber auch der erste Regionalliga-Sieg gegen Greuther Fürth II im Stadion der Profis. Was mir aber wirklich sofort wieder in den Kopf kommt, ist mein erster Aufstieg im Herrenbereich mit 19 Jahren als Stammspieler. Damals sind wir von der Bezirksoberliga in die Landesliga Süd aufgestiegen und haben am letzten Tag auswärts 2:1 gegen Ampfing gewonnen. Das restliche Feierwochenende davon mal ganz ausgenommen.

Welche Gründe gab es für dich, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen?

Einer der größten Faktoren war ganz klar die fehlende Zeit. Ich werde nicht jünger, an merkt den Aufwand, den man im höheren Amateurfußall jeden Tag betreiben muss. Ich wollte ganz einfach gesagt, endlich mal mehr Zeit für viele andere schöne Sachen haben, wie zum Beispiel meine Freunde und meine Familie. Außerdem bin ich sehr glücklich mit meiner Freundin und genieße es, mehr Zeit mit ihr und unseren Hündinnen verbringen zu können.

Wie wird dich der Verein verabschieden?

Das ist ein Highlight, das für mich noch dazu kommen wird. Der Verein hat mir ein Abschiedsspiel angeboten, über das ich mich sehr freue. Für viele Weggefährten der letzten zwölf Jahre wird es ein Wiedersehen an der Bergstraße geben, da freue ich mich sehr darauf. Insgesamt gesehen waren 16 Jahre Unterhaching und zwölf Jahre Unterföhring eine perfekte Fußballerzeit für mich.

Michael Kain bedankt sich bei besonderen Wegbegleitern seiner langen Karriere

Der 31-jährige richtet einen besonderen Dank an seine Eltern, die ihn in seinen fast 30 Jahren tatkräftig unterstützt haben. Zudem dankt er Andy Faber und Pascal Putter, seinem Cousin und Schwager. Mit beiden hat er gefühlt 200 Spiele absolviert und stand über ein Jahrzehnt gemeinsam mit ihnen auf dem Fußballplatz. Auch Franz Faber, „dem Superpräsident des FCU“, der ihn zu Unterföhring holte und seinem Physio Harry Hering.

Besonders bedanken will sich Kain bei seinem Betreuer Stefan Prieler, der in der kompletten Zeit beim FC Unterföhring an seiner Seite war sowie sein Bruder Manuel, der beim FCU als technischer Leiter fungierte.

Zum Schluss dankt Kain auch noch allen seinen Trainern und im Besonderen Helmut Volz, Alexander Ebner, Dirk Teschke, Peter Faber, und Andreas Pummer, der den FCU 2017 in Richtung Türkgücü München* verließ. (Magdalena Schwaiger) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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