Die Hämde zum Himmel: Erleichterung bei FC Ismaning, hier Torwart Sebastian Fritz (vorn), der nach dem 1:1 gegen Feucht weiterhin in der Bayernliga Südspielen darf. Foto: Gerald Förtsch

Die Erlösung kam nach 99 Minuten

Mit acht Mann hangelt sich FC Ismaning zum Klassenerhalt

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Am Ende war es eine Zitterpartie - aber für den FC Ismaning eine mit positivem Ausgang: Die Fußballer bleiben in der Bayernliga.

Ismaning – In dieser durwachsen-verkorksten Saison ist beim FC Ismaning nichts entschieden, bevor der letzte Schlusspfiff ertönt ist. Auch nach dem 2:1-Hinspielsieg in Feucht musste noch eine gefühlte Ewigkeit gezittert werden. Mit drei (!) Mann Unterzahl brachte der Bayernligist im Relegations-Rückspiel ein 1:1 auf der allerletzten Rille ins Ziel und sicherte damit den Klassenerhalt.

Der FC Ismaning machte in der ersten Halbzeit eigentlich alles richtig. Man neutralisierte über weite Strecken das Match und bremste die Offensivversuche der Gäste aus. Aber es gab auch diese Dinge, die schon kleine Sorgen aufbrachten. Mit Toni Siedlitzki und Tobias Killer mussten die beiden Außenverteidiger der Viererkette verletzt raus. Da hatte Coach Stijepic schon Bauchweh, weil sein Innenverteidiger Tomasevic mit zwickendem Oberschenkel in das Spiel ging und nun nichts mehr passieren durfte.

Wirklich verschärft wurde die Situation in der 35. Minute, als die Ismaninger ganz nah an der Führung waren. Bastian Fischer chippte einen fantastischen Zauberball über die Abwehr und fand Angelo Hauk, der den Torwart umspielte und dann den Ball an den Pfosten schob. Im direkten Gegenzug machte Nico Wessner das Tor – ein kümmerlicher Treffer, aber immerhin. Der Angreifer scheiterte an Keeper Fritz und würgte den Abpraller per Kopf über die Linie.

Angelo Hauk gelingt ein unfassbares Tor

Aber Angelo Hauk wollte seinen Pfostenschuss noch geraderücken und machte in der 70. Minute ein unfassbares Tor. Mentalitätsmonster Hauk gewann den Ball mit einer Grätsche am eigenen Strafraum, gab Manu Ring den Ball – und der schickte den Angreifer, der nach einem Vollsprint über den ganzen Platz eiskalt zum 1:1 abschloss.

Ismaning atmete kurz durch, was aber noch lange nicht gerettet. Den Gästen fehlte weiterhin nur ein Tor, um die Verlängerung zu erzwingen. Und dann wurde es unfassbar dramatisch.

Den Auftakt machte Hugo Lopes mit einem dummen Foul, bei dem Gelb-Rot unumgänglich war. Ismaning wackelte in Unterzahl und hatte nach einem sinnlosen Ballwegschlagen von Hauk die doppelte Unterzahl (88.). Und dann komplettierte der in der Nachspielzeit (90.+2) eingewechselte Taiki Fujita das Karten-Quartett mit der glatt Roten Karte für eine Blutgrätsche.

Ismaning war mausetot und taumelte fertig über den Platz mit drei Spielern weniger. In dieser kleinen Besetzung wurden aber noch zwei Flanken abgefangen – und nach 99 Minuten war klar, dass Ismaning auch 2019/20 ein Bayernligastandort bleiben würde. Allen war klar, dass ein Feuchter Tor in der Schlussphase und die Verlängerung der sichere Abstieg gewesen wäre. Das Finale dieses Spiels passte perfekt zu der Ismaninger Saison, die teilweise fantastischen Fußball spielten und sich immer wieder ohne Not in die Bredouille brachten.  

FC Ismaning – 1. SC Feucht 1:1 (0:1).

FCI: Fritz – Killer (41., Moradi, 90.+2 Fujita), Neuber, Tomasevic, Siedlitzki (36. Ring) – Weber, Lopes, Fischer, Siebald, Kubina – Hauk.

Tore: 0:1 Wessner (36.), 1:1 Hauk (70.). Gelbrot: Lopes (76., wiederholtes Foulspiel), Hauk (88., Foul+Unsportlichkeit).

Rot: Fujita (90.+7, grobes Foulspiel). Schiedsrichter: Andreas Hummel (Betzigau).

Zuschauer: 450.

Lesen Sie auch: So lief das Hinspiel.

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