Syrer spricht über Wechsel zu Heimstetten und Liebe zu 1860

Heimstettens Neuzugang Awata:  „Einmal Löwe, immer Löwe“

Mohamad Awata (r.) wechselt in der Winterpause zum SV Heimstetten. Der Ex-Löwe ging erst im Sommer nach Jordanien zum Erstligisten Al-Jazeera (Amman).

Nach einem halben Jahr beim jordanischen Erstligisten Al-Jazeera (Amman) geht es für Mohamad Awata zum SV Heimstetten. Im Vorort-Interview spricht der Ex-Löwe über Probleme im Ex-Verein, den Kontakt zu Heimstetten und seine Liebe zu Sechzig.

Zur Winterpause kehrt Awata nach München zurück, in die Stadt, die er in seiner Zeit bei den Löwen ins Herz geschlossen hat. Der Weg zurück nach Deutschland war auch schon vor einem halben Jahr das Ziel des Stürmers. In Jordanien erfüllte sich der gebürtige Syrer seinen glänzenden Traum vom Profi-Fußball. Doch nicht alles lief nach seinen Vorstellungen: Fünf Monate hat er nach eigenen Angaben kein Gehalt beim Verein bekommen.

„Ich habe Klage bei der FIFA eingereicht“

„Nach zwei Monaten hätte ich eigentlich schon das Recht gehabt, den Verein zu wechseln. Nach fünf war dann Schluss: Ich muss schließlich irgendwie meine Miete bezahlen und unterstütze mit meinem Gehalt auch meine Familie. Nicht nur ich, sondern auch ein anderer syrischer Spieler und der Trainer haben aus diesem Grund Klage bei der FIFA eingereicht“, erklärt Awata seine Rückkehr nach der Hinrunde.

„Ich möchte wieder Profi-Fußball spielen“

Es hat ihn zurück nach München gezogen, zu seinen ehemaligen Teamkollegen und Freunden, mit denen er auch über die fast 3.000 Kilometer Entfernung stets in Kontakt blieb. Zurück in der Landeshauptstadt schaute sich der ehemalige Löwe dann nach einem neuen Klubs um.  

„Ich hatte Angebote von mehreren Vereinen, unter anderem aus Frankfurt oder von Pipinsried und Garching. Auch Landesligisten hatten Interesse und hätten sehr gutes Geld gezahlt. Einige arabische Klubs wollten mich haben, aber ich möchte wieder Profi-Fußball spielen“, sagt Awata.

Über seinen ehemaligen Mannschaftskameraden bei der Sechzig-Reserve, Fabio Sabbagh, wäre er dann auch zum SV Heimstetten gekommen: „Er hat gefragt, ob ich nicht mal bei Heimstetten vorbeikommen und mittrainieren möchte. Er hat den Trainer gefragt, ob das in Ordnung geht und ich durfte zum Probetraining kommen.“  Christoph Schmitt sei super nett gewesen und hätte sich über seine Anwesenheit gefreut.

„Einmal Löwe, immer Löwe“

Deshalb habe er sich dann für Heimstetten entschieden. „Es ist eine gute Möglichkeit, in der Rückrunde viele Tore zu schießen und mir einen Namen zu machen. Dann bekomme ich im Sommer vielleicht ein gutes Angebot aus der dritten Liga“. Heimstettens Manager Matejka sieht den Stürmer als laufstarke Unterstützung für die Mannschaft und hofft mit dem Transfer, die Chancen auf den Klassenerhalt zu erhöhen.

Am liebsten würde Awata aber wieder beim TSV 1860 München spielen. „Die Löwen waren mein erster Verein in Deutschland. Das Team und im Besonderen Bierofka standen immer hinter mir und haben mich unterstützt“.

„Einmal Löwe, immer Löwe“, stellt der Mittelstürmer fest und scheint den Gedanken für sich verinnerlicht zu haben: „Ich mag den Verein sehr gerne, habe dort viele Freunde, mit denen ich mich super verstehe. Ich habe viele Fans bei Sechzig, die mich unterstützen und ich bin gerne mit ihnen in Kontakt. Jetzt, wo ich wieder in München bin, schaue ich bei jedem Spiel im Grünwalder Stadion zu.“

Seine Ziele für das kommende halbe Jahr hat er klar definiert: „Heimstetten ist ein guter Verein und ich möchte die Mannschaft auf dem Weg zum Klassenerhalt unterstützen. Ich muss jedes Spiel 100 Prozent geben, damit ich den Sprung in den Profi-Fußball schaffen kann.“

„Ich warte auf die Papiere vom Verband in Jordanien“

Denn das ist sein größtes Ziel: „Ich möchte immer weiter spielen und dafür muss ich alles geben“.

Und neben dem Fußball das Wichtigste: Deutsch lernen. Alles was er bisher kann, hat er in der Kabine gelernt und das möchte er in Heimstetten weiter verbessern. „Vor allem die Artikel „der, die und das“ fallen mir schwer“, gibt Awata zu. 

Der 25-Jährige möchte jetzt nach Möglichkeit unbedingt in Deutschland bleiben und hängt stark an München, die Stadt, die eine Heimat für den Syrer geworden ist: „Ich mag die Leute hier und habe hier viele Freunde gefunden“. Einen Umzug zugunsten seiner Karriere bei dem richtigen Angebot schließt er aber nicht aus.

Beim SV Heimstetten hat der Stürmer bereits dreimal mittrainiert. Für seine Spielerlaubnis muss er sich allerdings noch etwas gedulden: „Ich warte auf die Papiere vom Verband in Jordanien. Die können schon morgen, oder erst in einigen Wochen da sein. Das habe ich schon bei Sechzig erlebt.“

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