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Neubiberg trauert um Urgestein Berle Walter

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Von: Robert Gasser

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Mit Berle Walter starb eine Neubiberger Fußball-Legende.
Mit Berle Walter starb eine Neubiberger Fußball-Legende. © TSV Neubiberg

Neubiberg – Der TSV Neubiberg trauert um Bernhard Walter. Berle, wie er immer nur kurz genannt wurde und im Neubiberger Fußball Legendenstatus hatte, starb kurz vor Weihnachten völlig überraschend im Alter von 77 Jahren und wurde kürzlich unter großer Anteilnahme einer Hundertschar ehemaliger Weggefährten auch aus den Nachbarvereinen am Münchner Südfriedhof zu Grabe getragen.

Fast vier Jahrzehnte lang war Berle Walter aktiver Kopf, Herz und Motor der Fußballer des TSV Neubiberg und mit rund 850 dokumentierten Pflichtspielen Rekordspieler. Zählt man die Freundschaftsspiele, Pokalturnier- und Hallenturniereinsätze hinzu kratzte er schon an der 1000er Einsatzmarke.

Berle Walter schnürte von 1957 bis 1995 die Fußballschuhe für seinen TSV, dem er seit seinem Eintritt am 1. April 1957 die Treue hielt und bis zum Schluss aktiv am Vereinsleben teilnahm. Er duckte sich nie weg, so auch nicht, als er 2018 zur Auflösung der über 72 Jahre bestehenden Fußballabteilung befragt wurde und letztendlich der Fusion mit dem FC Unterbiberg, dem heutigen FC Biberg, zustimmte. Berle Walter war eines der letzten Urgesteine der ehemaligen Fußballabteilung des TSV Neubiberg, für die er sechs Jahre im Vereinsrat saß. „Er war ein fabelhafter Sportler, ein Vorbild für die Jugend, der sich mit ganzem Herzen für den Fußball des TSV einsetzte“, sagt Walters jahrzehntelanger treuer Weggefährte und TSV-Pressesprecher Karl Kayl. „Auch neben dem Platz war er mit zahlreichen Aktivitäten wie zum Beispiel dem Weihnachtsfrühschoppen, der Radl-Rallye oder dem AH-Tennis-Cup ein umtriebiger Zeitgenosse. Es bewegt mich tief, dass er so schnell gegangen ist.“ Kayl war der Letzte aus dem Freundeskreis, der Walter am Abend vor dessen Tod noch gesehen hatte.

Berle Walter gehörte dem Verein mehr als 64 Jahre an und fing mit 13 Jahren mit dem Fußballspielen in der Schülermannschaft an, mit der er 1958 im Endspiel um die Münchner Meisterschaft stand und gegen den FC Wacker München mit 0:3 verlor. Vorher wurde aber der FC Bayern mit 1:0 und der TSV 1860 München mit 2:1 besiegt.

Ein Jahr später stand er abermals in einem Endspiel. Diesmal im legendären Hahn-Pokal, dem Vorläufer des späteren Bau-Pokals. Und wieder scheiterte er mit seiner Mannschaft am FC Wacker München. Er setzte also schon in jungen Jahren erste Highlights in seiner beispiellosen Karriere. 1958 rückte er in die Jugendmannschaft auf und spielte dort mit seinem Freund Josef Leyrer und anderen ehemaligen TSV-Granden ehe er 1962 nach dem altersbedingten Überwechseln in den Herrenbereich über fast zwei Jahrzehnte die Geschicke der ersten Mannschaft entscheidend prägte. Nach seinem offiziell verkündeten Karriereende in dieser Altersklasse im Jahr 1980 wechselte er zu den Senioren (früher Alte Herren) über.

Für diesen vierten Karriereabschnitt hatte er bereits 1978 vorgesorgt, als er die berühmte „AH 80“ gründete. Auch nach seinem Rücktritt im Herrenbereich und seinem Abschiedsspiel am 12.Juli 1980 folgte er noch Jahre danach den Rufen der Trainer Harry Deutinger und Klaus Hommrich, wenn Not am Mann war. Oder es stand ein Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt an, so wie 1989 als letztmals seine fußballerische und mentale Klasse im Herrenbereich gefragt waren. Seine aktive Spielerzeit beendete er im 51. Lebensjahr bei den Senioren B. „Der TSV hat Berle viel zu verdanken. Wir werden ihn vermissen und sein Andenken in Ehren halten“ so der tief betroffene Karl Kay.  mm

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