Mit neuer Frisur beendet Copado seine torlose Phase

- Haching trotz zwei Treffern des Kapitäns nur 2:2 in Ahlen

VON MARTIN BECKER Ahlen/Unterhaching - Eine Art "Tag der Überraschungen" zelebrierte die SpVgg Unterhaching gestern Nachmittag im Zweitliga-Spiel bei LR Ahlen. Trainer Wolfgang Frank veränderte seine Anfangs-Elf gegenüber der Vorwoche gleich auf fünf Positionen, und Francisco Copado hatte sich die Frisur neu richten lassen. Ob es daran lag, dass beim Kapitän tatsächlich der Knoten platzte? Copado beendete mit zwei Treffern nach sechs Wochen jedenfalls seine torlose Phase. Nur in einem Punkt blieb alles wie gehabt: Haching spielte nur 2:2 beim Schlusslicht - wieder kein Sieg.

Gegenüber der 1:4-Heimpleite gegen Oberhausen tauschte Frank fast die halbe Mannschaft aus: Stefan Brasas stand erstmals in dieser Saison statt Philipp Heerwagen im Tor, Dennis Grassow rückte für Alexander Strehmel in die Abwehrkette, und im Mittelfeld tummelten sich mit Hendrik Liebers, Necat Ayguen und Bruno Custos gleich drei frische Kräfte. Frank, der wegen einer Magen-Darm-Infektion ausnahmsweise erst am Spieltag nach Ahlen reiste, wollte damit eine Initialzündung erwirken, was teilweise auch gelang. Sichtlich motiviert nahm Haching den Kampf an, Liebers harmonierte auf der linken Seite gut mit Lust, Ayguen brachte neuen Schwung ins Mittelfeld, und Custos glänzte mit schönen Pässen oder Flanken.

Auch Copado hatte vorab ein Zeichen gesetzt: Der blonde Wuschelstreifen auf seinem Kopf ist weg, als Alternative ließ der Stürmer sich Streifen ins Seitenhaar rasieren. Neue Frisur, neuer Elan - unmittelbar nach der Halbzeitpause beendete Copado seine Torflaute. Nach einem traumhaften, in Beckenbauer-Manier per Außenrist gespielten Steilpass setzte sich Copado im Strafraum gegen Thiam durch, zögerte lässig-lange und schob den Ball dann zur 1:0-Führung ins Ahlener Tor (46.). Das Zusammenspiel Custos/Copado funktionierte 20 Minuten später abermals perfekt: Den Pass des Franzosen nahm Copado an der Strafraumgrenze auf, narrte Ahlens Bönig und erhöhte auf 2:0. "Wir mussten danach das 3:0 machen, dann wäre die Begegnung entschieden gewesen", sagte Wolfgang Frank später.

Doch es kam anders. Zwar traf Mark Römer den Pfosten (68.), doch plötzlich schlug Ahlen, von Ex-Nationalspieler Stefan Kuntz betreut, zurück. In der Hachinger Defensive passten Liebers und der eingewechselte Strehmel einen Moment nicht auf, was Bella zum Anschlusstreffer nutzte (76.). Vier Minuten später, Freistoß am Hachinger Strafraum: Sopic zirkelt den Ball über die Mauer, SpVgg-Torwart Brasas streckt sich, kann den Ball aber nur noch ins eigene Netz lenken - das 2:2. Franks Fazit: "Die beiden Gegentore mussten nicht sein, aber ein Neuanfang war erkennbar. Wir sind auf dem richtigen Weg."

LR Ahlen: Ratajczak - Cisse (61. Mikolajczak), Mamic, Thiam, Fengler - Bamba, S. Bönig (71. Bella), Sopic, Chiquinho - Rath (73. Lewejohann), N Diaye

SpVgg Unterhaching: Brasas Note 4 - Lust 3, Seifert 3, Loose 3, Grassow 4 (62. Strehmel 4) - Liebers 3, Ayguen 4 (78. Barut 4), Omodiagbe 3, Custos 3 - Römer 5, Copado 3

Tore: 0:1, 0:2 Copado (46., 66.), 1:2 Bella (76.), 2:2 Sopic (80.)

Schiedsrichter: Henschel (Braunschweig)

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