Wohin bloß mit dem Ball? Hachings Marius Willsch auf der Suche nach einer Anspielstation. Foto: Robert M. Frank

Haching zerknirscht

Pokal-Aus kostet mindestens 100 000 Euro

SpVgg Unterhaching - Die Hachinger sind nach dem Pokalaus in Hof zerknirscht: über die gescheiterte DFB-Pokal-Qualifikation und das damit verbundene Ausbleiben der lukrativer Einnahmen.

Von Robert M. Frank

Hof/Unterhaching – Unterkante Latte, dann auf den Boden, wieder Unterkante Latte, wieder der Boden und dann in die Hände von Hofs Torhüter Christian Berchthold. So sah am Dienstag um 19.40 Uhr der Weg des Balles beim Schuss im Elfmeterschießen vom ersten Schützen Jonas Hummels aus. In der Viertelfinal-Partie des bayerischen Toto-Pokals zwischen der SpVgg Bayern Hof und den Hachingern wusste Hummels in der Dämmerung des Hofer Stadions Grüne Au ebenso wie viele der 500 Zuschauer nicht, ob der Ball drin war. Weder der Stadionsprecher noch eine Tormusik deuteten in dem Spiel ohne Flutlicht auf ein Tor hin. Auch der Schütze selbst blickte einige Male fragend zum Schiedsrichter und zuckte mit den Schultern. Aus der Unsicherheit wurde dann Verzweiflung, als der Referee Benjamin Cortus auf Tor entschied.

Hachings Schlussmann Korbinian Müller, der zum Zeitpunkt von Hummels’ Schuss direkt auf der Torlinie am Strafraumrand verweilte, war ganz anderer Meinung als der Unparteiische. „Ich denke, dass er nicht drin war“, sagte der Torwart, der zwei von fünf Schüsse der Hofer parierte.

Nach dem 3:4 nach Elfmeterschießen beim abstiegsbedrohten Regionalligisten haderten die Hachinger weniger über die beiden an die Latte geschossenen Elfmeter von Hummels und Maximilian Welzmüller sowie über den Fehlversuch von Maximilian Drum. Vielmehr war die mangelnde Chancenverwertung in der regulären Spielzeit (1:1) ein Thema. Vor allem im ersten Durchgang (0:1) ging die SpVgg grob fahrlässig mit den Chancen um. „Wir müssen nach 30 Minuten mit 3:0 führen“, sagte Präsident Manfred Schwabl. Zwar hatten die Hachinger mit zwei Aluminiumtreffern von Dominik Rohracker und Benjamin Kauffmann etwas Pech. Doch im Abschluss steckte wie bereits in den jüngsten Drittliga-Spielen der Wurm drin. „Wir haben vor dem Tor mal wieder die Verantwortung viel zu sehr abgegeben“, ärgerte sich Cheftrainer Schromm, der wegen der Absenz von Teamchef Manuel Baum bei einem Trainerlehrgang in Köln zusammen mit Florian Ernst coachte.

Das Pokal-Aus hat mehr als nur einen bitteren Beigeschmack für die Rot-Blauen. Der Titelverteidiger hatte den bayerischen Pokal unbedingt abermals gewinnen wollen, um nächste Saison wieder am DFB-Pokal teilnehmen zu dürfen. „Für den Verein ist es der Wahnsinn, dass wir ausgeschieden sind. Wir wollten den Pokal holen“, sagte Schromm.

Der SpVgg entgehen durch die verpasste Qualifikation geschätzte 100 000 Euro aus den Fernsehgeldeinnahmen aus dem lukrativen Pokalwettbewerb – allein für die erste Runde! Dementsprechend war auch Schwabl aufgelegt. „Jeder weiß, wie wichtig wir eine Teilnahme gebraucht hätten“, sagte der Präsident. Als zwingend überlebenswichtig für den Verein wollte Schwabl die Pokaleinnahmen aber nicht sehen. Trotzdem dürfte es die Hachinger schmerzen, nach zuletzt zweimaliger Teilnahme beim kommenden Pokalwettbewerb nur Zaungast sein zu dürfen. Frustrierende Elfmeterkrimis wie in Hof bleiben der SpVgg zumindest erst einmal erspart.

Quelle: fussball-vorort.de

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