Der Trainer: Benjamin Schwarz an der Seitenlinie beim TSV Otterfing.
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Der Trainer: Benjamin Schwarz an der Seitenlinie beim TSV Otterfing.

Profi Schwarz: Als Kreisklasse-Coach ungeschlagen

Unterhaching/Otterfing – Er trainiert und lässt trainieren, gibt als Trainer Tipps und hört sich selbst Anweisungen von seinem Coach an. Benjamin Schwarz steckt in dieser Saison...

Unterhaching/Otterfing – Er trainiert und lässt trainieren, gibt als Trainer Tipps und hört sich selbst Anweisungen von seinem Coach an. Benjamin Schwarz steckt in dieser Saison zwischen zwei spannenden Aufgaben als Fußballer.

Der 27-Jährige spielt als linker Außenverteidiger bei der SpVgg Unterhaching in der Dritten Liga, zudem trainiert er mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Raphael den TSV Otterfing in der Kreisklasse. Benjamin Schwarz ist ein Spielertrainer der anderen Art. Klassische Spielertrainer üben ihre Aufgaben bei einem Verein aus, Schwarz hingegen jongliert zwischen Profi- und Amateurfußball. Sein Trainer bei der SpVgg, Claus Schromm, beschreibt ihn „als komplett fußballverrückten Menschen“, was positiv gemeint ist.

„Ich hoffe, dass er sich an Weihnachten gemütlich vor den Christbaum legen kann, falls es überhaupt gemütliche Tage bei Benjamin gibt.“ Die gibt es. „Ich freue mich darauf, mal zwei Wochen abzuschalten“, sagt Schwarz. „Erst haben wir aber noch zwei wichtige Spiele vor der Brust, in denen wir punkten wollen.“ Nach zuletzt drei Niederlagen mit Unterhaching will er an diesem Samstag in Chemnitz siegen und das Jahr 2013 anschließend mit einem Erfolg im Heimspiel gegen Zweitliga-Absteiger Jahn Regensburg abschließen. Wenn er etwas hasst, sind es Niederlagen. Das gilt für den Spieler und Trainer Benjamin Schwarz gleichermaßen.

Schwarz: „Ich will jedes Spiel gewinnen und bin stinksauer, wenn ich als Verlierer vom Platz gehe“

„Ich will jedes Spiel gewinnen und bin stinksauer, wenn ich als Verlierer vom Platz gehe“, bekräftigt der ehemalige Spieler des TSV 1860 München. „Ich bin so eingestellt, dass ich immer Erfolg haben will.“ In den vergangenen Monaten gelang ihm das oft – mit beiden Vereinen. In Liga drei machte er zuletzt 13 Spiele hintereinander, was ihm ein gutes Gefühl gibt. Denn: In den vergangenen vier Jahren musste er einige Rückschläge wegstecken.

Am schlimmsten war der Kniescheibenbruch, den er sich im Januar 2012 zuzog. Die Verletzung zwang ihn zu einem halben Jahr Pause. „Es ist schön, jetzt wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen.“ Zudem überwintert er mit Kreisliga-Absteiger Otterfing auf dem zweiten Platz in der Kreisklasse.

„Die Aufgabe ist ein sehr guter Ausgleich für mich“, sagt er. „Es macht viel Spaß, mit den Jungs zu arbeiten und Erfahrung zu sammeln.“ Der TSV Otterfing ist seine erste Trainerstation, eine Lizenz will er, sofern es die Zeit zulässt, im Sommer an der Sportschule in Oberhaching machen. „Für den Anfang ist es der richtige Schritt, in einer tieferen Klasse als Trainer anzufangen.“ Beim TSV Otterfing legt er neben der Ballschule Wert auf Ausdauer. Das zahlte sich aus. Der TSV blieb in den ersten 13 Spielen ungeschlagen, was der Trainer durchaus der Fitness des Teams zuschreibt. Spieler und Verantwortliche bescheinigen ihm und Bruder Raphael eine gute Arbeit. „Sie sind sehr ehrgeizig und wissen genau, wie sie den Mittelweg finden, um eine Amateur-Mannschaft zu trainieren“, erklärt Spieler Dominik Urban, der auch Zweiter Spartenleiter ist. Er hofft daher, dass die Brüder dem TSV über die Saison hinaus erhalten bleiben.

Wie es konkret weiter geht, besprechen beide Seiten im neuen Jahr. Für Schwarz wiederum ist es wichtig, dass sein Bruder mit ihm Boot sitzt. „Er ist genauso fußballbegeistert wie ich“, bekräftigt er. „Ohne Raphael hätte ich die Aufgabe in Otterfing nicht übernehmen können, weil ich auch mal eine Trainingseinheit auslassen muss.“ Das Duo hat sich schnell abgestimmt. „Für uns als Verein gibt es nichts besseres, die zwei Trainer sind Glücksgriffe“, betont Urban, wobei er nicht nur den Fußballer an Benjamin Schwarz schätzt.

Urban über Schwarz: „Er ist ein Pfundskerl. Menschlich eins mit Stern“

„Er ist ein Pfundskerl“, sagt Urban. „Menschlich eins mit Stern.“ Nach den Spielen gehört es für Schwarz zum Beispiel dazu, dass das Team zusammen im Sportheim sitzt, um Karten zu spielen oder zu plaudern – egal, wie das Ergebnis zuvor lautete. So handhaben es auch die Profis bei der SpVgg. Gewisse Parallelen gibt es bei seinen beiden Aufgaben, das zeigt auch Schwarz’ Einstellung. Er selbst beschreibt sich so: „Ich bin ein ehrgeiziger Spieler und Trainer, der nie aufgibt – das trifft es am besten.“ Bis zum nächsten Wochenende steht Sport weiterhin im Fokus. Dann aber freut sich auch der „Fußballverrückte“ auf ruhigere Tage.

Quelle: fussball-vorort.de

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