Bei Abbruch gilt Quotientenregel

Saisonabbruch: Brunnthal, Sauerlach und die Fortuna würden aufsteigen

  • Patrik Stäbler
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Bei einem Saisonabbruch würde die Quotientenregel greifen. Der TSV Brunnthal, TSV Sauerlach und die Fortuna Unterhaching würden jubeln - und aufsteigen.

Landkreis – Sollte die Coronakrise zu einem Abbruch der laufenden Saison führen, wird es in den Amateurligen im Freistaat dennoch Auf- und Absteiger geben – jedoch keine Relegation. Eine entsprechende Regelung hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) bereits im August in seiner Spielordnung verankert. Demnach kann eine Spielzeit gewertet werden, „sofern bei 75 Prozent der Mannschaften aus der jeweiligen Spielgruppe mindestens 50 Prozent der Verbandsspiele ausgetragen beziehungsweise durch die Sportgerichte gewertet wurden“. Dies ist in den Ligen aller Landkreis-Vereine der Fall.

Laut Spielordnung wird bei einem Saisonabbruch die Quotientenregel zur Ermittlung der Abschlusstabelle herangezogen. Sie soll dafür sorgen, dass Mannschaften kein Nachteil entsteht, nur weil sie weniger Partien absolviert haben als andere Teams. Bei dieser Regelung wird die Zahl der geholten Punkte durch die Zahl der bestrittenen Spiele geteilt. Das Ergebnis ist der sogenannte Quotient, der dann über die Reihung in der Tabelle entscheidet.

Saisonabbruch: VfR Garching müsste in die Bayernliga absteigen

In der Regionalliga beispielsweise käme der VfR Garching – er hat 13 Punkte in 20 Spielen geholt – auf einen Quotienten von 0,65. Damit liegt der Tabellenletzte aktuell hinter Rosenheim (0,84) und Memmingen (0,91), weshalb er im Falle eines Saisonabbruchs runter in die Bayernliga müsste. Gerettet wäre dagegen der SV Heimstetten, der auf einen Quotienten von 1,04 kommt. Eine Spielklasse tiefer gäbe es in der Bayernliga Süd aus Landkreis-Sicht sowohl einen Verlierer als auch einen Gewinner. Denn nach dem jetzigen Tabellenstand bliebe dem FC Deisenhofen die Chance auf den Aufstieg in die Regionalliga verwehrt – obschon der Klub als Zweiter aktuell den Relegationsplatz innehat. Doch laut Spielordnung gibt es bei einem Saisonabbruch keine Relegation; vielmehr bleiben die Mannschaften in ihrer jeweiligen Spielklasse. Von dieser Regelung profitieren würde wiederum der SV Pullach, rangiert er doch aktuell auf einem Abstiegsrelegationsplatz.

Zwei Klassen tiefer dürfte unterdessen der TSV Brunnthaljubeln: Für den souveränen Spitzenreiter der Bezirksliga Süd ginge es hoch in die Landesliga – und das, nachdem die Mannschaft von Trainer Raphael Schwanthaler (früher Raphael Schwarz) erst 2019 schon einmal aufgestiegen ist. In die andere Richtung müssten sich derweil die SF Egling-Straßlach in der Kreisliga 1 im Kreis Zugspitze orientieren. Sie würden als Tabellenletzter absteigen – ein Schicksal, mit dem das Team jedoch schon seit Längerem rechnen muss. Denn bislang gab‘s in 17 Spielen nur drei Remis und keinen einzigen Sieg für das abgeschlagene Schlusslicht.

TSV Brunnthal, TSV Sauerlach und Fortuna Unterhaching würden je eine Klasse aufsteigen

Nichts gegen einen Saisonabbruch samt Wertung hätten sie wohl – aus sportlicher Sicht – bei der Fortuna Unterhaching. Denn mit 36 Punkten aus 15 Spielen käme die Mannschaft von Trainer Florian Darchinger in der Kreisklasse 5 auf einen Quotienten von 2,4. Infolgedessen würden die Unterhachinger in der Tabelle den SV Helios Daglfing vom Thron stoßen. Der hat zwar schon 38 Zähler gesammelt, dafür aber 17 Partien benötigt, was zu einem Quotienten von 2,24 führt. Während die Münchner somit in der Spielklasse verharren würden, dürfte die Fortuna den Aufstieg in die Kreisliga bejubeln.

Gleiches träfe – sollten keine weiteren Ligaspiele mehr möglich sein – auch auf den TSV Sauerlach im Kreis Zugspitze zu: Die Mannschaft von Trainer Arlind Fejziaj, die aktuell die Tabelle in der Kreisklasse 2 anführt, würde in die Kreisliga aufsteigen – und das, nachdem das Team in der Saison 2018/19 noch in der A-Klasse gekickt hat. Trauer und wohl auch ein Schuss Ärger dürfte dagegen beim TSV Schäftlarn vorherrschen. Denn er würde in der A-Klasse 5 infolge der Quotientenregel auf einen Abstiegsplatz abrutschen – da man zwar einen Punkt mehr auf dem Konto, aber auch eine Partie mehr absolviert hat als der Rivale aus Preissenberg. Ebenfalls den Gang in die B-Klasse antreten müsste im Kreis München der FC Biberg II: Das Team von Trainer Harald Breu ist dort in der A-Klasse 5 Tabellenletzter – drei Punkte hinter dem rettenden Ufer. 

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