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Philipp Walter, im Spiel gegen die Amateure des FC Bayern, spielte einst selbst für den Rekordmeister. 

Garchings Verteidiger wurde bei 1860 und Bayern ausgebildet

Walter: „Mit Robben und Boateng auf dem Platz ist ziemlich geil“

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Im zweiten Teil des Interviews mit Garchings Philipp Walter spricht der Verteidiger von seiner Zeit in den Nachwuchsleistungszentren beim TSV 1860 und FC Bayern und seine Zeit in Stuttgart. 

Im ersten Teil des Interviews mit Fussball Vorort sprachen wir mit Philipp Walter über die Hinrunde mit dem VfR Garching und seine Zeit beim „FC Arbeitslos“.

Walter durchlief die Jugendabteilungen des TSV 1860 und wechselte in der U19 zum Stadtrivalen FC Bayern. Nach zwei Jahren verließ der Verteidiger den Rekordmeister in Richtung Stuttgart. Beim VfB spielte der 22-Jährige zwei Spielzeiten in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Süd/Südwest. Im zweiten Teil spricht er über seine Zeit in den Nachwuchsleistungszentren der beiden Münchner Vereine und beim VfB.

Du warst lange in der Jugend der Münchner Löwen aktiv. Wie bewertest du deine Zeit dort?

In die U11 kam ich zum TSV 1860 und blieb bis zum ersten Jahr in der U19. Diese Zeit war für mich fußballerisch sehr prägend. Die Zeit bei den Löwen war sehr familiär.

Wieso dann der Wechsel zum Stadtrivalen FC Bayern?

Mir wurde der Durchbruch bei den Löwen von Seiten des Vereins nicht zugetraut. Der Wechsel war genau richtig. Bei den Bayern verbesserten sich vor allem mein Spiel mit Ball, meine Technik und mein taktisches Verständnis. Ich bin skeptisch, ob ich das auch beim TSV 1860 gelernt hätte.

Hast du es bei den Bayern in den Profikader geschafft?

Nein, ich war nie im finalen Kader der Bayern-Profis. Aber immer, wenn Spieler geschont wurden oder Spieler verletzt waren, war ich auf der Kaderliste. Ich war also einsatzbereit. Für die Bank hat es leider nie gereicht.

Walter schwärmt von Robben und Boateng

Was nimmst du vom Rekordmeister noch mit?

Zum einem die Weiterentwicklung meines Spiels. Zum anderen das Training mit den Profis. Mit Stars wie Robben und Boateng auf dem Platz zu stehen, ist ziemlich geil. Das sind Erinnerungen, die für immer bleiben.

Was sagst du zu den Aussagen von Dorsch? Er sagte, er habe keine faire Chance bekommen und den heutigen Nachwuchshoffnungen wird es so ergehen wie ihm.

Die Situation bei Dorsch ist nicht mit meiner zu vergleichen. Er ist ein extremes Talent. Doch der Durchbruch bei den Bayern ist extrem schwer, weil sie immer oben mitspielen wollen. Wenn Dorsch so etwas sagt, ist das keine gute Werbung für die Bayern. Andere Talente werden sich nach solchen Aussagen Gedanken machen, ob sie wirklich zu den Bayern gehen sollten. Ich kann aber den Bayern nichts vorwerfen, obwohl ich keine Chance hatte.

Siehst du dich etwa selber nicht als Talent?

Doch, natürlich würde ich mich als Talent bezeichnen. Aber nicht wie Dorsch. Ich brauche einfach einen längeren Anlauf, um es zu schaffen.

Würdest du jungen Spielern empfehlen zum FC Bayern zu gehen?

Gute Frage. Ich kann nur sagen, dass der Schritt zu den Bayern nicht für jeden gut ist. Ich rate den Spielern lieber, in der Heimat zu bleiben. Aber fast jeder wird schwach, wenn die Bayern anklopfen. Nehmen wir Kai Havertz. Ihm würde ich nicht empfehlen zu wechseln. Er sollte zu Hause in Leverkusen bleiben und erst in drei Jahren den nächsten Schritt wagen.

Die Regionalliga Süd/Südwest ist stärker 

Wo liegen für dich die großen Unterschiede zwischen Bayern und 1860?

Für mich war es beim TSV 1860 familiärer, weil ich dort viele Jahre gespielt habe und beinahe jeden persönlich kannte. Das kann man in zwei Jahren beim FCB nicht aufholen. Deshalb kann ich die beiden nicht miteinander vergleichen.

Wie kam der Wechsel zum VfB Stuttgart im Jahr 2016 zustande?

Die Bayern wollten in die 3 Liga und deshalb haben sie neue Spieler verpflichtet. Ich hatte keine Garantie mehr auf Spielzeit, aber ich wollte auch in Zukunft mehr Einsätze haben.

War der Wechsel im Nachhinein der richtige Schritt?

Stuttgart war für mich was ganz anderes. Beim VfB habe ich mich an den Herrenfußball gewöhnt. Die Regionalliga Süd/Südwest ist eine gute Liga. Dort spielen sehr guten Vereine. Ich erinnere mich an richtige Stürmerbrocken, gegen die ich gelernt habe mich durchzusetzen.

Ist für dich die Regionalliga Süd/Südwest stärker als die aus Bayern?

Ja, die Vereine haben eine größere Historie als in der Regionalliga Bayern. Die Quantität an guten Vereinen in der Staffel Süd/Südwest ist deutlich größer als in Bayern. In der Spitze jedoch sind beide Ligen gleich. Das sieht man daran, dass sich die Regionalliga Bayern in der Relegation zuletzt immer durchgesetzt hat.

„Ich kann höher spielen“

Hättest du den Sprung zu den Profis schaffen können?

Die Durchlässigkeit ist beim VfB sehr gut. Ich persönlich war aber nicht dabei. Die VfB Profis steckten damals mitten im Abstiegskampf und davor kämpften sie um den Aufstieg. Das ist es nicht einfach, junge Spieler das Vertrauen zu geben.

Wo siehst du deine Zukunft?

Was ich mir noch zutraue und was mir andere zutrauen, ist immer unterschiedlich. Ich bin davon überzeugt, dass ich höher spielen kann. Ich werde mich jetzt nicht verrückt machen lassen und abwarten, was die Zukunft bringt.

Wäre für dich die Rolle als Spieletrainer wie in Pipinsried mit Fabian Hürzeler vorstellbar?

Das spielt aktuell für mich noch gar keine Rolle. Ich habe nicht das Alter, um eine Cheftrainerrolle auszufüllen. Dennoch möchte ich auch in Zukunft im Sport tätig bleiben. Trainer oder Co-Trainer zu sein, würde mir Spaß bereiten, zum Beispiel in einem NLZ.

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