Sogar der Ehrentreffer geht unter

- Das trostlose Ambiente der gedankenlos sich auslaufenden Neufahrner Fußballer inmitten des riesigen Stadions mit seinen mittlerweile menschenleeren Tribünen hatte schon etwas Symbolisches. Zuvor bot der FCN nämlich eine leidenschaftslose Leistung beim 1:3 gegen den ESV Ingolstadt, mit der man sich unnötig ins Abseits katapultierte.

Man wollte an das 0:0 gegen Fürstenfeldbruck II anknüpfen mit einer soliden Defensivleistung. Der Versuch war aber zum Scheitern verurteilt, weil in der Offensive nichts kam. Da die Ingolstädter in der ersten Halbzeit auch mehr recht als schlecht agierten, bekamen die Zuschauer erst einmal einen Grottenkick serviert. Nur zweimal musste Neufahrns Torwart Patrick Strahounik eingreifen, doch er parierte den Kopfball Baumgärtners (24.) aus kurzer Distanz, ebenso den raffinierten Freistoß von Robert Dumitru (31.). Das Ergebnis stimmte nach der ersten Hälfte und die Neufahrner schienen sich ihrer Sache zu sicher zu sein.

Umso gnadenloser kam dann die Wende, als die Eisenbahner aufdrehten und sich den Sieg verdienten. Wenn auch für Neufahrn unglücklich in der Entstehung war das 1:0 (56.): Ein Schussversuch von Gerald Schmid landete genau vor den Füßen von Markus Hofer, so dass dieser gar nichts anderes machen konnte, als zu treffen. Gewollt war nur vier Minuten der zweite Streich. Christian Hagemanns zirkelte einen Freistoß geschickt um die Mauer und ließ Strahounik, der den Ball erst sehr spät sah, verdammt schlecht aussehen. Nach diesem 2:0 folgte die eigentliche Enttäuschung. Die Neufahrner zeigten nur in ganz kleinen Ansätzen (Röhrl, Ernst, Hobmeier) ein Aufbäumen, generell aber fand man sich sofort mit der Niederlage ab. Die Folge war, dass die Ingolstädter mit ihrem Gegner machen konnten, was sie wollten. Mit einem Flatterball aus 20 Metern traf Manuel Sternisa zum 3:0 (71.) und in der Folgezeit waren die Hausherren dem vierten oder fünften Treffer eigentlich näher als die Neufahrner ihrem ersten. Die beste Chance, ein Aufsetzer von Grenner (74.), machte Strahounik zu Nichte.

Als die Neufahrner ihren Ehrentreffer erzielten, da machte sich nicht einmal mehr der Mann, der die Anzeigetafel per Hand bediente, die Mühe, nachzuziehen. Nach schöner Einzelleistung von Andreas Ernst hatte Michi Hobmeier getroffen. In der Schlussminute standen Ingolstadts Erwin Grenner und Neufahrns Christian Radlmaier noch frei vor dem Kasten und scheiterten an den Torhütern - einen solchen offenen Schlagabtausch hätte man sich in den 89 Minuten zuvor auch von den Neufahrnern gewünscht. Aber so war es einfach nur noch trostlos - wie das Auslaufen.

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