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Verfahrensfehler rettet KSC

Sportgerichtsurteil: Kirchheimer SC kommt mit blauem Auge davon

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Die Fußballer des Kirchheimer SC sind nach einem Sportgerichtsurteil in der U19-Bezirksoberliga mit einem blauen Auge davongekommen.

Kirchheim – Der KSC hatte einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt, wurde zunächst dafür bestraft und durfte die Punkte wegen eines Verfahrensfehlers dann doch behalten. Die Konkurrenz ist bedient.

Was war passiert? Zum Start der Rückrunde hat der Kirchheimer nur noch drei Punkte auf dem Konto, schwebt also in akuter Abstiegsgefahr. Der Grund: Weil der Klub in insgesamt sechs Begegnungen einen nicht spielberechtigen Akteure eingesetzt hat, handelt das Jugendsportgericht nach einem Protest der JFG Ebrachtal und zieht dem KSC 16 Punkte ab – zwölf Zähler aus vier gewonnenen Spielen plus vier Strafpunkte. „Es tut uns leid, unsere Trainer haben Fehler gemacht, das sehen wir ein – das ist wirklich indiskutabel“, sagt Christian Boche, Fußball-Abteilungsleiter des Kirchheimer SC. Die Verantwortlichen waren sich im Klaren, dass das Vergehen entsprechend bestraft werden muss, prüften jedoch das entsprechende Urteil – und gingen dann in Berufung. Boche: „Das Sportgericht hatte in erster Instanz nicht berücksichtigt, dass das Mitwirken eines nicht berechtigten Spielers innerhalb von vier Wochen vom gegnerischen Verein angezeigt werden muss. Das war nicht der Fall.“

Hannes Friedl, Co-Trainer der U19 des SC Oberweikertshofen – die Mannschaft ist als Tabellenzehnter noch in Abstiegsgefahr – hält den Kirchheimer Protest für eine Frechheit. „Was soll ich meinen Spielern vermitteln, wenn sie sich das ganze Jahr über reinhängen, und dann ein Verein kommt, der bewusst bescheißt und einfach den besseren Anwalt hat“, wird der Trainer im „Fürstenfeldbrucker Tagblatt“ zitiert. Es gebe bereits mehrere Protestnoten der anderen Vereine an den Verband, „auch wir haben nun protestiert“.

KSC-Abteilungsleiter Boche weist die Vorwürfe von sich. Man habe lediglich die Bestimmungen geprüft. „Klar ist aber: Wir haben Mist gebaut.“ Das sieht auch Robert Schraudner so. „Die Kirchheimer haben wissentlich gehandelt“, sagt der oberbayerische Bezirksvorsitzende des Bayerischen Fußballverbandes. Was bleibt, sind vier Punkte Abzug und eine „empfindliche Geldstrafe“ (Schraudner).

Fakt ist: Das Jugendsportgericht hätte die Anzeigefrist berücksichtigen müssen. Schraudner macht den „ehrenamtlich tätigen Kollegen“ ausdrücklich keinen Vorwurf: „Fehler passieren.“ Leider habe der BFV rechtlich keine Möglichkeit, den Fauxpas zu korrigieren: „Das ist bedauerlich, weil es in keiner Weise dem Verständnis von Fairness entspricht.“ Schraudner versprach, dass er sich nach dem letzten Spieltag die Tabellensituation ansehen und prüfen werde, ob man eine irgendwie geartete sportliche Lösung finden könne. 

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