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Schmerzhaftes Comeback nach eineinhalb Jahren Verletzungspause für Josef Welzmüller

SpVgg Unterhaching verliert schon wieder und muss nun um den Aufstieg zittern

Josef Welzmüller: „Habe mir Comeback anders vorgestellt“

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Auch Unterhachings Kapitän Josef Welzmüller kann nach seinem Comeback die zweite Niederlage in Folge nicht abwehren. Die Chancen auf den Aufstieg schwinden immer mehr. 

Kapitän ist zurück an Bord, hatte sich sein Comeback aber ganz anders vorgestellt. Josef Welzmüller kehrte am Samstag nach rund eineinhalb Jahren Verletzungspause ins Team der SpVgg Unterhaching zurück und stand beim Auswärtsspiel in Chemnitz auch gleich in der Startelf. Es war allerdings ein Nachmittag zum Vergessen. Die Hachinger lieferten ihre schwächste Saisonleistung ab und kassierten mit dem 0:1 die zweite Niederlage in Folge. In der Tabelle ist der Sturm auf die Spitze damit vorerst abgeblasen. Die SpVgg rutschte auf den dritten Platz ab, bleibt aber dank des erneuten Ausrutschers des FC Ingolstadt gestern in Halle auf dem Relegationsplatz. Das Feld der Aufstiegsaspiranten in der 3. Liga rückte am Wochenende noch enger zusammen. Der Tabellen-Neunte Würzburg hat nur noch drei Zähler Rückstand auf die Hachinger auf Rang drei.

Mit so einer Leistung wird es schwer zu punkten

Welzmüller, der den gelbgesperrten Markus Schwabl auf der rechten Abwehrseite vertrat, konnte sich nach dem ernüchternden Auftritt in Chemnitz entsprechend wenig freuen: „Nach eineinhalb Jahren Leidenszeit habe ich mir mein Comeback anders vorgestellt“, sagte der 30-Jährige, „ich bin wie alle sehr enttäuscht. Dieses Spiel müssen wir schnell abhaken.“ Auch Trainer Claus Schromm fand deutliche Worte: „Wir haben von der ersten Minute an zu viele Geschenke verteilt, das geht nicht, wenn man Punkte mitnehmen will. Mit so einer Leistung wird’s in der Dritten Liga schwer zu punkten, egal wo.“

Schwach erste Halbzeit 

Der gebrauchte Tag für die SpVgg hatte seinen ersten Tiefpunkt bereits vier Minuten nach Anpfiff, als die Hachinger nach einer Ecke den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachten. Reddemann stand nach einem Abpraller frei vor dem Tor und schoss das 1:0 für den Abstiegskandidaten. In einem wenig ansehnlichen Fußballspiel nahm anschließend die Härte zu, die Hachinger taten sich enorm schwer, in der Offensive Akzente zu setzen. „Wir haben uns zwar oft durchgesetzt“, fand Schromm, „aber dann das Ziel nicht gefunden. Das Ziel ist der Mitspieler und nicht der Gegenspieler, damit haben wir uns das Leben selbst schwergemacht.“

Chemnitz auch in Halbzeit zwei stärker

Im zweiten Durchgang änderte sich wenig, erst in der 75. Minute verzeichnete Unterhaching die erste Torszene. Winter-Neuzugang Felix Müller, der ebenfalls sein Comeback nach wochenlanger Pause feierte, passte in die Mitte, wo er aber keinen Abnehmer fand. Kurz danach setzte sich Welzmüller auf der rechten Seite durch, Florian Dietz verpasste die Hereingabe knapp. Erneut wenig später köpfte Dominik Stroh-Engel übers Tor. Die gefährlichere Mannschaft war aber auch im zweiten Abschnitt Chemnitz. Als die Hachinger aufwachten, hätten die Gastgeber längst höher führen können. SpVgg-Keeper Nico Mantl rettete dreimal in höchster Not, Garcia und Hosiner verpassten ebenfalls das 2:0. In der 86. Minute klärte Dominik Stahl kurz vor der Linie. Das 1:0 war am Ende hochverdient und für die Hachinger sogar noch schmeichelhaft.

„Die erste Viertelstunde haben wir komplett verschlafen“, zog Welzmüller ein Resümee des verpatzten Nachmittags, „danach haben wir es nicht mehr geschafft, noch was Zählbares mitzunehmen.“ Ebenso von einer „total verschlafenen ersten halben Stunde“ sprach Stroh-Engel, der diesmal blass blieb, „und dann kriegen wir auch noch so ein blödes Gegentor. Das darf nicht passieren. Wir haben danach alles versucht, aber nicht wirklich eine hundertprozentige Chance gehabt. Chemnitz hat verdient gewonnen.“

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