Zeit für Zärtlichkeiten: Der schwer erleichterte Präsident Manfred Schwabl herzt den von wochenlanger Torflaute erlösten Stürmer Stefan Schimmer.
+
Zeit für Zärtlichkeiten: Der schwer erleichterte Präsident Manfred Schwabl herzt den von wochenlanger Torflaute erlösten Stürmer Stefan Schimmer.

Haching-Klassenerhalt de facto gesichert

Erster Heimsieg des Jahres: Unterhaching beendet gegen Lotte Sieglos-Serie

  • VonKlaus Kirschner
    schließen

Freudentänze auf dem Rasen. Trainer Claus Schromm rannte nach dem 3:0-Heimsieg gegen Sportfreunde Lotte zu den Fans in die Kurve, ballte die Fäuste. Präsident Manfred Schwabl umarmte jeden, der ihm über den Weg lief.

Der Klassenerhalt, den die SpVgg Unterhaching eine Runde vor Schluss zu 99 Prozent geschafft, löste emotionale Szenen aus. Hachings Rivalen werden sich am letzten Spieltag die Punkte gegenseitig wegnehmen – die Tordifferenz von plus vier ist ein weiterer Bonuspunkt.

„Wir werden am letzten Spieltag kaum mit 0:11 in Osnabrück verlieren. Wir fahren dort hin, um mit den Gastgebern den Aufstieg in die 2. Liga zu feiern und zusätzlich unser Verbleiben in der 3. Liga“, sagte Schromm, der von einer ungewöhnlichen zurückliegenden Woche sprach: „Einen solchen Zusammenhalt habe ich noch nie erlebt. Allen voran unser Präsident und das gesamte Umfeld haben dazu beigetragen, dass wir es gemeinsam geschafft haben. Wir sind eben anders als die anderen und wollen auch so bleiben“, sagte Schromm.

Es waren aber auch taktische Maßnahmen, die zum ersten Heimsieg im Kalenderjahr 2019 geführt hatten: So spielte Christoph Greger Sechser vor der Viererkette und statt einer echten Sturmspitze gab es diesmal offensive Mittelfeldspieler, die den Angriff bildeten.

Der Plan ging auf. Schon in der siebten Minute knallte der überragende Luca Marseiller den Ball aus gut 20 Meter ins Tor der Sportfreunde. Dann schwächten sich die Gäste selbst – durch die Rote Karte von Matthias Rahn (42.). Schromm wechselte Mitte der zweiten Hälfte den zuletzt glücklosen Stefan Schimmer und den leicht angeschlagenen Jim-Patrick Müller ein. Nach einem Patzer von Lotte-Torhüter Steve Kroll schaltete Orestis Kiomourtzoglou am schnellsten und stellte auf 2:0 (72.). „Entscheidend für unseren Sieg war aber, dass wir endlich mal in Führung gegangen sind“, sagte der Torschütze.

In der Nachspielzeit konnte der zuletzt glücklosen Schimmer seine Trefferblockade lösen und mit dem 3:0 einen Beitrag zur positiven Tordifferenz leisten. Kapitän Alexander Winkler legte dar, wie es im letzten Heimspiel doch zum Hachinger Happy-End gekommen ist. „Wir haben endlich nicht schön gespielt, sondern ergebnisorientiert. Das war heute der Schlüssel zum Erfolg.“

Der überglückliche, aber restlos erschöpfte Trainer blickt jetzt positiv in die Zukunft. „Alles, was wir uns in der letzten Woche erarbeitet haben, ist aufgegangen“, sagte Schromm: „Wir werden sicher die schwache Rückrunde analysieren, uns verstärken und dann mit neuem Elan die nächste Saison angehen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare