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Teamplayer: Auch in seiner Beratungsagentur kümmert sich Michael Gurski, 40, um junge Sportler. 

Hachings-Oldie verlängert um ein weiteres Jahr

Gurski: „Wenn mich der Trainer rufen sollte, wäre ich bereit“

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Gianluigi Buffon ist in Italien eine Torwartlegende. „Gigi“ Buffon hat nicht nur 176 Spiele für die italienische Nationalmannschaft absolviert, sondern stand mit seinen 41 Jahren für Paris Saint-Germain gegen Manchester United Anfang März in der Champions League zwischen den Pfosten.

„Respekt“, sagt der 40-jährige Torwart Michael Gurski vom Drittligisten SpVgg Unterhaching. Gurski ist das deutsche Modell von „Gigi“ Buffon.

Der Münchner hat bei der Spielvereinigung zuletzt seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2021 verlängert. Damit ist er der älteste deutsche Profi-Torwart. „Ich habe so viel Spaß im Training. Das ist einfach unbezahlbar“, sagt der Torwart, der in der 2. Liga bei Reutlingen, Haching und Koblenz auf 20 höherklassige Einsätze gekommen ist.

Der Torwart-Dino hat bei der Spielvereinigung nach seiner ersten Zeit von 2001 bis 2004 im vergangenen Sommer sein zweites Engagement angetreten. Im Unterhachinger Sportpark wurde der Ehrgeiz des zuletzt im Profibereich 2015 bei Arminia Bielefeld spielenden Torwarts neu entfacht. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass er von Beginn an als offizielle Nummer drei hinter Stammtorhüter Lukas Königshofer und Talent Nico Mantl geführt wurde. „Ich will jedes Trainingsspiel gewinnen. Erst wenn das nicht mehr da ist, höre ich auf“, sagt der 177-malige Drittliga-Torwart.

Neben seinem Job – Gurski hat in München eine Beratungsfirma für Sportler – kann er parallel trainieren. Das war bei seiner letzten Profi-Station als Torwarttrainer des Drittligisten Sonnenhof Großaspach sowie zuletzt bei seinem Kurzgastspiel als Nummer eins beim Regionalligisten VfB Eichstätt nicht möglich gewesen.

In Haching übernimmt Gurski in der sehr jungen Mannschaft eine Art Ersatzvater-Rolle ein. Auf dem Platz oder außerhalb, als er wie zuletzt verletzte Kollegen in seinem Auto zum Auswärtsspiel nach Aspach chauffierte. Auch in seiner Agentur ist es dem gebürtigen Tübinger ein Anliegen, jungen Spielern einen Leitfaden zur Hand zu geben. „Ich würde mich jetzt nicht als Musterprofi bezeichnen. Aber man muss schon auf vieles achten und ein gewisser Teamplayer sein“, beschreibt Gurski sein Credo.

In seiner Rolle passt Gurski in die familiären Hachinger Strukturen. Auch aus diesem Grund hat man sich bei den Rot-Blauen für eine Vertragsverlängerung entschieden. Gurski ist für alle Fälle gerüstet. Auch wenn mehrere Drittliga-Einsätze hintereinander wohl aus körperlichen Gründen nicht mehr ganz so einfach zu stemmen wären, kann er sich sporadische Einsätze bestens vorstellen: „Wenn mich der Trainer rufen sollte, wäre ich bereit.“

Seinen Mitspielern kann er aus seiner Karriere mit namhaften Mitspielern wie Markus Weinzierl und André Breitenreiter oder Trainern wie Armin Veh einiges mitgeben. Auch Tipps, wie es ihm gelungen ist, viermal in die 2. Liga aufzusteigen.

Einen Aufstieg, den auch die Hachinger mittelfristig planen. „Ein fünfter Aufstieg würde da ganz gut dazu passen. Ich weiß jedenfalls, wie es geht“, sagt Gurski.

Dass es im Moment bei der SpVgg gar nicht läuft, ist für den Torwart teilweise erklärbar. „Wir haben es dieses Jahr nicht geschafft, die Schlagzahl aus der Vorrunde zu halten“, sagt Gurski. Er empfiehlt den jungen Spielern, nicht aufzugeben. Er möchte nämlich am Ende der Saison den Toto-Pokal gewinnen: „Da lohnt es sich, noch einmal alles zu investieren.“

Er lebt Engagement vor. Und orientiert sich an seinem italienischen Pendant, das er nicht davonziehen lassen will. „Wenn der Buffon weitermacht, dann muss ich ja auch noch weitermachen“, sagt Gurski. 

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