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David Pisot: „Sandro Wagner will alles perfekt machen“ - Neuzugang mit Stiefler im Doppelinterview

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Von: Robert M. Frank

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Rotiniert und zweikampfstark: David Pisot, Neuzugang der SpVgg Unterhaching.
Rotiniert und zweikampfstark: David Pisot, Neuzugang der SpVgg Unterhaching. © Brouczek

Manuel Stiefler und David Pisot sind vor der Saison zur SpVgg Unterhaching gewechselt. Die beiden Neuzugänge sind von der familiären Art in Unterhaching begeistert.

Unterhaching – Die beiden erfahrenen Hachinger Sommer-Neuzugänge David Pisot und Manuel Stiefler sprechen im Doppelinterview mit dem Münchner Merkur über ihre aktuelle Heimat, ihre außergewöhnlichen Wahrnehmungen von der SpVgg Unterhaching, ihre Erwartungshaltungen und ihre Einstellung gegenüber Cheftrainer Sandro Wagner und seiner Taktik.

Herr Pisot, wie ist denn Ihr persönlicher Bezug zu Bayern als gebürtiger Karlsruher?

David Pisot: Ich kenne Bayern als Bundesland schon ganz gut. Ich habe mich mit meiner Familie bei meinen beiden Gastspielen in Ingolstadt und in Würzburg immer wohl und heimisch gefühlt. Ich freue mich, dass ich hier bin.

Bayerisches Bier anstatt griechischer Wein: Wie kam ihr Wechsel zu Haching von ihrer letzten Station in Griechenland in die Heimat zustande, Herr Stiefler?

Manuel Stiefler: Der griechische Wein war auch lecker, aber ich trinke gerne mal ab und zu ein Bier, wenn es einen entsprechenden Anlass dazu gibt (lacht). Spaß beiseite: Ich bin ja als gebürtiger Bayreuther ein Franke und zähle mich deshalb zu Bayern. Ich bin froh, dass ich in Haching bin. Ich hatte im Vorfeld sehr gute Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen geführt und freue mich darauf, dem Verein zu helfen und um Erfolge zu kämpfen. Es ist eine wunderschöne Ecke hier und ich erinnere mich auch gerne an Spiele im Unterhachinger Sportpark...

David Pisot reizt das sportliche Projekt bei der SpVgg Unterhaching

An welches denn zum Beispiel?

Stiefler: Mit dem Karlsruher SC habe ich hier kurz vor Schluss mal ein Abseitstor erzielt, dass uns aberkannt wurde.

Was war für Sie für Ihren Wechsel letztendlich nach Haching ausschlaggebend, Herr Pisot?

Pisot: Die Gespräche mit den Verantwortlichen und mit dem Trainer waren überzeugend. Ich finde auch die Aufgabe sehr interessant, nach einem Abstieg wieder etwas aufzubauen, anzugreifen und sportlichen Erfolg zu haben. Das hat mich gereizt. Ich hoffe, dass wir hier noch einige Erfolge feiern dürfen.

SpVgg Unterhaching: Familiäres Umfeld begeistert Neuzugänge

Wie haben Sie Haching bis dato wahrgenommen?

Stiefler: Es ist sehr familiär hier und es gibt kurze Wege. Ich kenne glaube ich schon mehr Mitarbeiter aus der Geschäftsstelle als in meinen zwei Jahren in Karlsruhe.

Pisot: Das sehe ich genauso. Den direkten Kontakt zu den Mitarbeitern so wie in Haching kenne ich aus anderen Vereinen in dieser Form nicht. Hier kommt man schnell ins Gespräch. Es gefällt mir, dass hier so ein Miteinander herrscht.

Manuel Stiefler (r.) fühlt sich bei der SpVgg Unterhaching schon nach kurzer Zeit pudelwohl.
Manuel Stiefler (r.) fühlt sich bei der SpVgg Unterhaching schon nach kurzer Zeit pudelwohl. © Leifer

Liegt Ihnen Ihre angedachte Rolle als Führungsspieler der zahlreichen Talente?

Pisot: Ich habe es schon immer als meine Aufgabe gesehen, junge Spieler zu unterstützen. Diese Spieler haben ein Riesen-Potenzial und wissen vielleicht teilweise gar nicht, was sie alles können. Mit dem Abstieg ist da vielleicht ein Stück weit das Vertrauen verloren gegangen. Vielleicht war auch zu Beginn der Saison die Anspruchshaltung der jungen Spieler an sich selbst zu hoch. Man darf nicht vergessen: In der Regionalliga können die Mannschaften auch gut Fußball spielen. Da kann man nicht mit der Erwartungshaltung reingehen, dass man nun alle Gegner aus dem Stadion schießen muss. Die positiven Ergebnisse tun da dem Selbstvertrauen natürlich gut. Es fehlt nur noch eine gewisse Lockerheit auf dem Platz, gerade in schwierigen Phasen eines Spiels.

David Pisot: Es geht nicht darum schön zu spielen, sondern dagegen zu halten

In Sachen Zweikampfhärte hat sich das Team bereits weiterentwickelt, oder?

Pisot: Das stimmt. In einem Spiel geht es für uns erst einmal nicht darum schön zu spielen, sondern in den Zweikämpfen dagegenzuhalten. Jeder muss wissen, dass wir kämpferisch und vom Engagement her 100 Prozent geben müssen, um dem Gegner Stand zu halten. Spielerisch werden wir mit Sicherheit einigen Mannschaften überlegen sein.

Wie sehen Sie die Herangehensweise mit einer Dreierkette, einem Sechser und explizit mit zwei Spitzen?

Stiefler: Jedes System hat Vor- und Nachteile. Wenn es klappt mit dem Offensivpressing und ein Rad ins andere greift, dann können wir in einem solchen System den Ball oft ganz vorne erreichen. Der Weg zum gegnerischen Tor ist dann auch nicht mehr weit. Da kann man schön mit Offensiv-Fußball agieren.

Pisot: Das kann nicht von heute auf morgen perfekt laufen. Ich denke, dass wir uns mit den nächsten Spielen immer mehr einspielen werden und die Automatismen einfach mehr greifen und auch das Vertrauen in die Mitspieler immer mehr kommt.

Sandro Wagner überzeugt Neuzugänge Pisot und Stiefler

Wie haben Sie Trainer Sandro Wagner erlebt?

Pisot: Grundwegs positiv. Er ist sehr akribisch und direkt in den Ansprachen. Er versucht Lockerheit und Spaß reinzubringen, aber auf der anderen Seite auch die Ernsthaftigkeit zu vermitteln. Dass er sich als junger Trainer schon so viel von sich selbst abverlangt und alles perfekt machen will, ist eine Ausnahme.

Stiefler: Da kann ich nur zustimmen. Er ist klar, akribisch und offen. Ein Guter Typ, der Wert auf die gute Mischung legt. Man weiß als Spieler, was von einem verlangt wird.

Wie beurteilen Sie das Trainerteam um den Cheftrainer mit drei Co-Trainern, Videoanalysten und Co.?

Pisot: Von der Professionalität her, wie hier gearbeitet wird, hat das mit Regionalliga wenig zu tun. Es gibt hier detaillierte Videoanalysen, die es teilweise in diesem Umfang in Zweitligavereinen nicht gibt. Man bekommt individuell Szenen vom Spiel und vom Training zugeschickt. Besser auf einen Gegner vorbereitet sein als hier, kann man eigentlich nicht sein. Dass ein Verein in der Regionalliga so viel Wert auf die Professionalität legt, ist schon außergewöhnlich.

Stiefler: Es wird hier sehr akribisch und detailliert gearbeitet. In der Halbzeit bekommen wir vom Videoanalyst Szenen gezeigt. Das kannte ich so bisher auch nicht. Den Staff und das Drumherum finde ich hier sehr gut aufgestellt.

Das Gespräch führte Robert M. Frank.

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