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Höchste Zeit für die Wende: Das wissen auch Hachings Alexander Winkler und Trainer Claus Schromm. 

Höchste Zeit für Taten

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Nicht zurückschauen, sondern nach vorne. Das ist nach einer beispiellosen Negativserie das Credo bei der SpVgg Unterhaching im nun realen Abstiegskampf der Dritten Liga. Doch vor dem Spiel bei Fortuna Köln lohnt durchaus ein Blick zurück.

VON CHRISTIAN AMBERG

Unterhaching – Auf das Hinspiel gegen die Rheinländer nämlich. Das endete im November mit 6:0 für die SpVgg und ist der bislang höchste Saisonerfolg. Während es meist unsinnig ist, auf Partien zurückzublicken, die ein halbes Jahr her sind, gelten vor dem Duell in Köln aber durchaus ähnliche Voraussetzungen wie damals im November. „Diesmal kann man den Gegner gut mit der Hinrunde vergleichen“, weiß Haching-Trainer Claus Schromm, der am Ostersonntag seinen 50. Geburtstag feiert. „Köln hat noch den gleichen Trainer und auch noch die gleiche Spielweise, das haben wir beobachtet. Wir werden schon schauen, was wir damals richtig gemacht haben und entsprechend versuchen, das wieder zu tun.“ Kapitän Alexander Winkler glaubt zwar, „dass es ein 6:0 diesmal nicht werden wird“, auch er ist aber sicher: „Wir haben uns angeschaut, was damals gut war, und versuchen das auch am Samstag auf den Platz zu bringen.“

Es gibt keine Ausreden mehr: Die SpVgg braucht endlich Punkte, um das große Zittern auf der Zielgeraden zu vermeiden. Die Fortuna liegt auf dem ersten Abstiegsplatz, ein Sieg wäre ein big point. „Jeder ist gewillt alles zu geben“, versichert Winkler, „jeder ist heiß, das Ruder rumzureißen.“ Nicht mehr als Phrasen in einer schweren Zeit, in denen es um nackte Überleben in der Liga geht. Beobachtete man diese Woche die Trainingseinheiten, konnte man aber durchaus überrascht sein: Von Frust und Depression ist nichts zu spüren. Das ließ sich das Trainerteam auch in einer Extra-Sitzung bestätigen.

„Es waren sehr ehrliche Worte, die gerade auch die erfahrenen Spieler da gefunden haben“, berichtete Schromm. „Der Tenor war: Alle wollen vermeiden, dass wir weiter abrutschen, weil jeder hier seine Zukunft sieht. In so einer Situation ist es woanders vielleicht so, dass man sich als Spieler schon mal umschaut, wo man unterkommen könnte. Bei uns will jeder auch nächstes Jahr noch da sein. Das finde ich unfassbar gut und positiv in unserer Lage.“

Die sportlich gesehen vor dem Spiel in Köln personell kaum besser ist als zuletzt. Mit Sascha Bigalke fällt auch noch der kreativste Kopf aus, es ist wohl einige Spiele nicht mit ihm zu rechnen. Auch Marc Endres und Thomas Hagn kehren noch nicht in den Kader zurück. Das Personal auf dem Platz im Kölner Südstadion brauche jetzt also „gar nicht mehr schauen, wo ist Sascha, und dann die Daumen drücken“, so Schromm, „jetzt ist jeder selbst gefragt.“ Ob es dadurch vorne zu mehr Chancen und vielleicht auch dem ersten Tor seit 4. März reicht, bleibt freilich eine offene Frage.

Klar ist: Haching (13.) steckt mittendrin im Ringen um den Klassenerhalt, Köln als Tabellen-17. sogar noch mehr. „Das wird Abstiegskampf, das ist uns bewusst“, bekräftigt Schromm. Und Alexander Winkler unterstreicht den Willen der Kollegen um die Wende: „Ob wir Abstiegskampf können, ist nicht die Frage. Wir müssen das können. Auch wenn wir uns das ganz anders vorgestellt haben: Wir müssen die Situation nehmen wie sie ist und tun das auch.“

SpVgg: Königshofer – Bauer, Greger, Winkler, Schwabl – Dombrowka, Kiomourtzoglou – Müller, Hufnagel, Krauß – Schimmer.

Mittendrin im
Ringen um
den Klassenerhalt

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