Mit Standardsituationen das Bollwerk geknackt

- Pullach - Walter König hatte ein hartes Stück Arbeit erwartet, weil der Gegner weit hinten drin stehen würde. Mit dem zweiten Teil seiner Prognose behielt der Sprecher des SV Pullach Recht, denn die Gäste vom ASV Dachau operierten tatsächlich aus einer massierten Deckung heraus.

So schwer, wie von König befürchtet, taten sich die Pullacher damit jedoch nicht: Sie führten schon zur Halbzeit 3:0 und schaukelten letztlich einen souveränen 3:1-Sieg nach Hause.Nur eine einzige Schrecksekunde hatte der SVP zu überstehen, als der diesmal als Abwehrchef aufgebotene Thomas Zahner Dachaus Stürmer Michael Stefan etwas unsanft bremste (21.), ein Elfmeterpfiff jedoch ausblieb. König hatte durchaus Verständnis für die Proteste der Gäste-Fans unter den 180 Zuschauern: "Für mich war das ein Foul." Ansonsten blieb Dachau aber harmlos.

"Die Dachauer sind wirklich mit neun Mann hinten drin gestanden", sah sich König in seiner taktischen Voraussage bestätigt, "da war es schwer, Chancen herauszuspielen." Doch die Hausherren wussten sich zu helfen: Sie nutzten drei Standardsituationen zum vorentscheidenden Pausenvorsprung. Erst staubte Andreas Felsner ab, als ihm der Ball nach einer Ecke und einem abgefälschter Schuss von Julien Isenrath vor die Füße sprang (29.). Auch das 2:0 ging auf Felsners Konto, diesmal per Kopf nach einem Zahner-Freistoß (38.). Florian Königer ließ nach einer Ecke von Vaxid Hyseni mit einem Schuss aus spitzem Winkel das 3:0 folgen (42.).

Hyseni, der trotz mehrwöchiger Urlaubspause von Beginn an spielte, erhielt von König ein Sonderlob: "Er hat eine hervorragende Partie gemacht, so lange seine Kraft reichte." Sekunden vor dem Wechsel war dies offensichtlich noch der Fall, denn da bediente Hyseni Torjäger Orhan Akkurt mit einem tollen Pass, dessen ebenfalls sehenswerter Lupfer aber an der Latte landete. Gleich nach der Pause kratzte Michael Kampinski einen Isenrath-Kopfball von der Dachauer Torlinie (46.), danach ließ es der SVP ruhiger angehen. "In der zweiten Halbzeit war es kein schönes Spiel mehr", gestand König, der aber nicht mehr zittern musste.

Schon, als sich SVP-Torwart Daniel Weber bei einem Freistoß von Stefan Hartl und dem Nachschuss von Kampinski auszeichnete (79.), wäre es wohl zu spät für eine Wende gewesen. Das galt erst recht beim Dachauer Ehrentreffer durch Stefan in der 83. Minute, kurz nachdem Isenrath mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war: "Da hat die Abwehr kollektiv geschlafen", kritisierte König zwar, doch allzu tragisch nahm er die Ergebniskorrektur nicht mehr. Schließlich haben die Pullacher durch den Erfolg den Anschluss an die Tabellenspitze geschafft. SV Pullach: Weber - Reitinger, Isenrath, Zahner, Reitter - Schmeer (46. Kackin), Königer, Hyseni (75. Skakas), Friedrich, Akkurt, Felsner (63. Duswald) Tore: 1:0 Felsner (29.), 2:0 Felsner (38.), 3:0 Königer (42.), 3:1 Stefan (83.) Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Isenrath (81., wiederholtes Foulspiel)

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