SV Heimstetten gegen 1. FC Schweinfurt
+
SV Heimstetten gegen 1. FC Schweinfurt

Ein starker SVH besiegt den Aufstiegsaspiranten 1. FC Schweinfurt

SV Heimstetten trotzt dem Abstiegskampf

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
    schließen

Der SV Heimstetten beweist Nerven im Abstiegskampf und bezwingt den haushohen Favoriten Schweinfurt. Schweinfurt vergibt damit eine riesen Chance Türkgücü im Aufstiegskampf näherzukommen.

„Und jetzt alle einhaken!“, tönt es in der 85. Minute aus dem Fanblock des SV Heimstetten. Im nächsten Moment liegen sich vielleicht 15 Jugendliche in den Armen und besingen ihre Regionalligafußballer mit einem „SV Heimstetten olé“. Am anderen Ende des Platzes, schräg gegenüber, stehen derweil im Gäste-Käfig gut viermal so viele Schlachtenbummler des FC Schweinfurt, die bis hierhin doppelt so viel Radau gemacht haben wie der SVH-Fanklub – nun aber nicht mal halb so laut sind.

Denn was kaum einer ernsthaft vermutet hätte, ist eingetreten: Der SV Heimstetten, ein abstiegsbedrohter kleiner Fisch der Regionalliga, ist soeben durch Carl Weser mit 2:0 in Führung gegangen gegen den turmhohen Favoriten aus Schweinfurt, dessen Trainer Tobias Strobl vor der Partie noch angekündigt hatte, dass seine Elf die restlichen zwölf Saisonspiele allesamt gewinnen müsse. Allzu weit kommen seine unter Profibedingungen trainierenden Kicker aber nicht. Denn auch, wenn sie insgesamt das bessere Team sind, mehr Chancen haben und in der Nachspielzeit noch ein Tor erzielen: Am Ende steht ein 2:1-Sieg für den Außenseiter.

Starke Leistung von SVH-Torwart Riedmüller

„Wir sind in der Defensive sehr souverän gestanden und haben aus dem Spiel wenig zugelassen“, benennt SVH-Trainer Christoph Schmitt einen von zwei Schlüsseln zum Erfolg. Der andere: „Die Jungs haben an sich geglaubt.“ Tatsächlich halten die Heimstettner im ersten Spiel des Jahres von Anfang an mutig dagegen und haben durch einen Freistoß von Lukas Riglewski nach zehn Minuten die erste Halbchance der Partie. Ungleich hochkarätiger ist wenig später die Möglichkeit von Schweinfurts Mohamad Awata. Doch der Syrer, der vorige Saison noch das SVH-Trikot trug, scheitert aus kurzer Distanz an Torwart Maximilian Riedmüller.

Einen heftigen Schneeschauer und eine Halbzeitpause später stehen sich die beiden früheren Teamkollegen dann erneut im Eins-gegen-Eins gegenüber – und wieder behält Riedmüller die Oberhand gegen Awata, der an seiner alten Wirkungsstätte im Abschluss, vorsichtig gesagt, unglücklich agiert. Ganz anders der SVH, der in der 66. Minute seine erst gute Gelegenheit sogleich nutzt. Nach einem abgeblockten Riglewski-Freistoß aus dem Halbfeld springt die Kugel zu Moritz Hannemann, der ohne zu zögern abzieht. Sein leicht abgefälschter Schuss landet im Netz – zum überraschenden, aber nicht völlig unverdienten 1:0 für Heimstetten.

SV Heimstetten gelingt die Überraschung 

Spätestens jetzt müsste der Favorit, der Türkgücü München im Aufstiegsrennen doch noch unter Druck setzen wollte, aufwachen und alles nach vorne werfen – sollte man meinen. Doch auch, weil die SVH-Abwehr um den starken Neuzugang Marco Raimondo-Metzger sich nicht mal den Hauch eines Nervenflatterns leistet, bleibt die Partie weiter offen – bis zum 2:0-Abstaubertor von Weser. In der 92. Minute gelingt Schweinfurt dann zwar noch der Anschlusstreffer. Doch zwei Angriffe später ist die Partie vorbei und die faustdicke Überraschung besiegelt.

SV Heimstetten – 1. FC Schweinfurt 2:1 (0:0)

SVH: Riedmüller, Metzger, Sengersdorf, Hintermaier, Reuter, Sabbagh, Weser, Steimel (78. Duhnke), Hannemann, Riglewski (89. Gartmann), Müller (70. Michalz).

Tore: 1:0 Hannemann (66.), 2:0 Weser (84.), 2:1 Pieper (90.+2).

Schiedsrichter: Elias Tiedeken (TSV Neusäß) – Zuschauer: 280.

Auch interessant

Kommentare