+
Abgewehrt: Diesen Kopfball von Mohamad Awata erwischt Rosenheims Torhüter Jakob Mayer.

SVH gewinnt sehenswerte Partie gegen Rosenheim 5:2 - Platzverweis für Micheli

Im Spiel des SV Heimstetten: Sieben Tore und eine Rote Karte

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
    schließen

Zu sehen gibt‘s auf beiden Seiten wuchtige Angriffs- und wacklige Verteidigungsreihen, dazu sieben Tore, eine umstrittene Rote Karte – und am Ende einen 5:2-Erfolg des SV Heimstetten.

Heimstetten – Mitte der zweiten Hälfte verkündet der Stadionsprecher die Zuschauerzahl dieser Regionalligapartie zwischen dem SV Heimstetten und dem TSV 1860 Rosenheim – und dann merkt er noch mit hörbarer Zufriedenheit an: „Das heißt, wir sind heute ausverkauft!“ Ausverkauftes Haus in Heimstetten? Wo der Sportpark doch mehr als 2000 Zuschauer fasst? Und sich sonst bei Ligaspielen des SVH nur ein Zehntel davon einfindet? Die Antwort auf all die Fragen liegt – wie so oft dieser Tagen – in der Coronakrise begründet. Ihretwegen sind aktuell im Sportpark höchstens 200 Zuschauer erlaubt; und eben so viele sind dann auch zu diesem Abstiegskracher gekommen. Und auch ohne umfassende Befragung darf man getrost behaupten: Hinterher hat niemand der 200 Zuschauerinnen und Zuschauer seinen Besuch bereut.

Denn zu sehen gibt‘s auf beiden Seiten wuchtige Angriffs- und wacklige Verteidigungsreihen, dazu sieben Tore, eine umstrittene Rote Karte – und am Ende einen 5:2-Erfolg der Gastgeber. „Ich denke, wir haben es über neunzig Minuten sehr gut gemacht“, lobt Heimstettens Trainer Christoph Schmitt nach dem eminent wichtigen Sieg über den Tabellennachbarn. Wobei der Coach einräumt: „Beide Mannschaften haben heute ein bisschen Jugendfußball gespielt.“

Gemeint ist damit – nebst dem schwungvollen Angriffsspiel – eine eher laxe Herangehensweise in der Defensive. So etwa nach gut einer Viertelstunde, als sich keiner der umstehenden Heimstettner bemüßigt fühlt, Rosenheims Achitpol Keereerom an der Strafraumgrenze zu behelligen. Der Thailänder nutzt dies, um sich in aller Ruhe das rechte Toreck auszugucken und den Ball dorthin zu versenken – zum 0:1. Allein die SVH-Kicker juckt das Gegentor nicht im geringsten: Noch vor der Pause drehen sie die Partie dank eines prächtigen Kreuzeck-Schlenzers von Lukas Riglewski sowie eines präzisen 14-Meter-Krachers von Mohamad Awata binnen bloß vier Minuten.

Der zweite Durchgang beginnt dann sogar noch rasanter: Erst verwertet Sebastiano Nappo eine feine Vorarbeit von Valentin Micheli zum 3:1, ehe Rosenheim zwei Minuten später nach einem langen Ball zu Christoph Fenninger auf 3:2 verkürzt. Wiederum 180 Sekunden danach sehen die Zuschauer dann das schönste Tor des Tages: ein Konter über Riglewski und Fabian Cavadias, den erneut Nappo mit feinem Füßchen zum 4:2 einnetzt.

Um ein Haar hätte sich der SVH auch diesmal wieder prompt ein Gegentor gefangen – allein Markus Sattelbergers Schuss rauscht knapp am Pfosten vorbei. Einen Volltreffer landet zehn Minuten später dagegen TSV-Keeper Jakob Meyer, der jedoch nicht den Ball, sondern die Füße von Mohamad Awata erwischt. Den fälligen Strafstoß schiebt Kapitän Riglewski gewohnt sicher ins Eck – zum 5:2, die Vorentscheidung.

In der Folge passiert nicht mehr viel – bis auf jene Rote Karte für Valentin Micheli, die auf der Heimstettner Bank wütende Proteste auslöst. In der Schlussviertelstunde plätschert die Partie dann ereignisarm vor sich hin – doch angesichts des bis bis dato gesehenen Spektakels stört das niemand mehr im ausverkauften Sportpark.

SV Heimstetten – TSV 1860 Rosenheim 5:2 (2:1)

SVH: Riedmüller, Günzel, Sabbagh, Cavadias, Sengersdorf, Reuter (69. Krueger), Micheli, Hannemann (90. Müller), Riglewski, Nappo (79. Skrijelj), Awata.

Tore: 0:1 Keereerom (16.), 1:1 Riglewski (28.), 2:1 Awata (32.), 3:1 Nappo (47.), 3:2 Fenninger (49.), 4:2 Nappo (52.), 5:2 Riglewski (65.; Foulelfmeter).

Rot: Micheli (70.).

Schiedsrichter: Maximilian Riedel (Horgau) – Zuschauer: 200.

Auch interessant

Kommentare