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Heimstettens Trainer Schmitt kritisiert BFV-Entscheidung: „Das ist weltfremd“

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Von: Patrik Stäbler

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Christoph Schmitt versteht es nicht: „Die Zahlen gehen nach oben, die Krankenhäuser sind überlastet, und wir sollen Fußball spielen.“ 
Christoph Schmitt versteht es nicht: „Die Zahlen gehen nach oben, die Krankenhäuser sind überlastet, und wir sollen Fußball spielen.“  © Gerald Förtsch

Trotz prekärer Corona-Lage wird in der Regionalliga Bayern weiter Fußball gespielt. Heimstettens Coach Christoph Schmitt kann das nicht nachvollziehen.

Heimstetten – Am Freitag sollten eigentlich nicht nur die Regionalliga-Fußballer des SV Heimstetten nach Unterhaching reisen, sondern auch etliche Nachwuchskicker des Klubs. Sie wollten auf der Tribüne des Sportparks ihre Vereinskollegen anfeuern, wenn diese sich ab 19 Uhr mit der Spielvereinigung messen.

„Das sollte ein absolutes Highlight sein, denn für den SV Heimstetten ist es eine Riesengeschichte, wenn er in einem Ligaspiel gegen Unterhaching antritt“, betont SVH-Trainer Christoph Schmitt. Doch nun werden weder die Jugendteams mit in den Sportpark fahren, noch will sich bei Schmitt und seinen Kickern echte Vorfreude einstellen. Der Grund ist die aktuelle Corona-Lage, deretwegen der Bayerische Fußball-Verband vor wenigen Tagen die Winterpause in all seinen Ligen vorgezogen hat – mit Ausnahme der Regionalliga.

„Natürlich wird dieses Spiel von der Situation überschattet“, sagt Schmitt, dem man den Ärger deutlich anhört. „Die Zahlen gehen nach oben, die Krankenhäuser sind überlastet, und wir sollen Fußball spielen.“ Die Entscheidung des BFV, den Spielbetrieb in der vierthöchsten Klasse fortzusetzen nennt Schmitt „weltfremd“ und „absolut nicht nachvollziehbar“. Derweil hat der Verband in einer Mitteilung argumentiert, dass die Regionalliga im Sommer explizit als Profiliga eingestuft wurde. Daher könnten hier weiterhin Punktspiele stattfinden.

Mit Blick auf seinen Kader, der größtenteils aus Studenten und auch einigen Angestellten besteht, spricht Schmitt dagegen bewusst von „Hobbyfußball“. Er verweist auch auf den Spielplan, der ihm zufolge reichlich Platz für Neuansetzungen geboten hätte: „Es geht um zwei Wochen, und diese Spiele könnten wir locker im März oder April nachholen – wenn das Wetter besser ist und auch die Corona-Zahlen vermutlich niedriger sind.“

Hinsichtlich der letzten Partie des SVH in diesem Jahr gegen Rosenheim, die für den 4. Dezember angesetzt ist, zeichnet sich schon jetzt eine Spielverlegung ab. Das Duell in Unterhaching dagegen wird aller Voraussicht nach stattfinden – und bietet den Gästen aus sportlicher Sicht noch mal die Chance, ihren Negativlauf von sieben Niederlagen in Serie zu beenden. Hoffnung dürfte dem SVH dabei die Erinnerung ans Hinspiel machen, als man klar die bessere Mannschaft war, am Ende aber mit 0:2 verlor – ein Schema, wie es die Schmitt-Elf in dieser Saison öfter erlebt hat.

„Ich bin eigentlich ganz guter Dinge, dass wir an die gute Leistung aus dem Hinspiel anknüpfen können“, sagt der Coach. Wobei er seinen Spielern unter der Woche versucht habe einzuimpfen: „Wir können da mit viel Selbstvertrauen reingehen, denn wir haben nichts zu verlieren. Wenn der SV Heimstetten gegen Unterhaching spielt, dann wird es nie so sein, dass man da einen Sieg erwarten kann.“  (PATRIK STÄBLER)

Voraussichtliche Aufstellung: Riedmüller, Mwarome, Günzel, Fambo, Steimel, Micheli, Reuter, Müller, Hannemann, Awata, Riglewski.

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