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Fehlt im Abstiegskampf: Den Heimstettner Valentin Micheli (links) erwartet eine Sperre.

SV Heimstetten sauer auf den Schiedsrichter

Valentin Micheli hadert mit Roter Karte: „Für mich ist das einfach unfassbar“

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Zur Überraschung vieler – und zur Empörung der Heimstettner Bank – greift Schiedsrichter Maximilian Riedel in die Gesäßtasche und hält Valentin Micheli den roten Karton vor die Nase.

Heimstetten – Sein SV Heimstetten hat das Kellerduell gegen Rosenheim soeben mit 5:2 gewonnen (wir berichteten), er selbst dabei eine blitzsaubere Partie mit zwei Torvorlagen gezeigt – und doch steht Valentin Micheli nach dem Abpfiff bedröppelt auf dem Rasen und blickt drein wie ein Kind, dem gerade der Lolli aus der Hand gerissen wurde. „Ich kann mich nicht richtig freuen“, sagt der 23-jährige Mittelfeldmann. „Für mich ist das einfach unfassbar.“ Micheli meint damit jene Szene in der 70. Minute, als er einen Angriff der Gäste im Mittelkreis unterbindet, indem er einem Rosenheimer von hinten ein Bein stellt. „Es war ein taktisches Foul“, räumt der Heimstettner ein. „Ich habe gedacht, dass ich dafür Gelb kriege.“ Doch zur Überraschung vieler – und zur Empörung der SVH-Bank – greift Schiedsrichter Maximilian Riedel in die Gesäßtasche und hält Valentin Micheli den roten Karton vor die Nase.

„Das ist eine Aktion im Mittelfeld, eine Gelbe Karte, nichts Dramatisches“, zürnt sein Trainer Christoph Schmitt nach dem Abpfiff. „Doch mit dieser Roten Karte hat der Schiedsrichter massiven Einfluss auf den Abstiegskampf genommen.“ Der Coach meint damit die Sperre, die Micheli nun droht – ausgerechnet vor den nächsten Abstiegskrachern gegen Garching und Memmingen.

Sicher fehlen wird der Mittelfeldspieler am Samstag im Landkreis-Derby, was für ihn doppelt bitter ist – schließlich trug er bis zum Sommer noch das Trikot des VfR Garching. Dort sei er aber nicht so zum Zug gekommen wie erhofft, sagt Micheli. Zudem habe ihm die Spielweise des SVH mehr zugesagt als die seines Ex-Klubs. Daher habe er sich vor dem Re-Start zum Wechsel nach Heimstetten entschieden.

Dort sei er bis jetzt „sehr zufrieden“, sagt der 23-Jährige, der Sportmanagement an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning studiert und nebenher als Werksstudent beim FC Bayern arbeitet. Dort ist er als Jugendscout vornehmlich damit beschäftigt, Videos von Nachwuchskickern zu studieren. Oder anders ausgedrückt: Er muss zuschauen – so wie am Samstag an seiner alten Wirkungsstätte. Das sei natürlich „extrem bitter“, sagt Valentin Micheli. „Gerade in Garching hätte ich sehr gerne gespielt.“

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