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Semir Cerovac: „Ich hätte mir gewünscht, dass man auch in der Regionalliga abbricht“

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Von: Patrik Stäbler

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Die bayerischen Amateurfußballer packen ihre Utensilien ein. Sie müssen aufgrund der hohen Corona-Fallzahlen vorzeitig in die Winterpause.
Die bayerischen Amateurfußballer packen ihre Utensilien ein. Sie müssen aufgrund der hohen Corona-Fallzahlen vorzeitig in die Winterpause. © Marc Oliver Schreib

Die Entscheidung des BFV die Amateure frühzeitig in die Winterpause zu schicken erhält breite Zustimmung. Der SV Heimstetten hätte sich die vorgezogene Winterpause auch für die Regionalliga gewünscht.

Der BFV reagiert damit eigenen Angaben zufolge auf den Beschluss des Bayerischen Landtags, der die epidemische Lage für den Freistaat festgestellt hat. Infolgedessen sei ein geregelter Spielbetrieb „nicht mehr durchführbar“, heißt es in einer Mitteilung. Darin verweist der Verband auf das generelle Sportverbot in Regionen mit einer Inzidenz von über 1000 sowie auf die verbindliche 2G-Plus-Regelung für Sportlerinnen und Zuschauer, mit Ausnahme von Kindern und Schülerinnen.

„Auch wenn die allermeisten Vereine ohnehin schon in der Winterpause sind, war es uns wichtig, auch den restlichen Teams eine Sicherheit in dieser unsicheren Zeit zu geben“, sagt BFV-Vizepräsident Robert Schraudner. „Das machen wir mit dieser Entscheidung.“ Dem BFV zufolge wären am kommenden Wochenende nur mehr circa 600 Spiele angesetzt gewesen – im Vergleich zu 10 000 an einem regulären Spieltag. Auf die gesamte Saison 2021/22 gesehen hätten unter Berücksichtigung der jetzt ausgerufenen Winterpause bislang 98,6 Prozent aller Partien stattgefunden.

Trainer und Funktionäre loben die Entscheidung des BFV

Bei Trainern und Funktionären im Landkreis stößt die Entscheidung des BFV auf einhelliges Lob. „Wenn man sich die aktuelle Lage anschaut, dann ist der Beschluss nachvollziehbar“, sagt etwa Philipp Würdinger, Trainer des Kreisklassisten Putzbrunner SV. Er betont: „Wir haben ja schon eine komplette Hinrunde gespielt und sind damit voll im Soll.“ Ohnehin wäre eine Fortsetzung des Spielbetriebs auf Basis der 2G-Plus-Regel „völlig absurd“, sagt Würdinger. „Wir trainieren zweimal die Woche mit 30 Spielern. Wenn wir die alle immer durchtesten müssen, dann ist das irgendwann auch ein Kostenfaktor.“

Ganz ähnlich klingt das bei Manuel von Klaudy. Mit Blick auf die nahe Winterpause und die wenigen verbleibenden Spiele sagt der Trainer des SV Lohhof: „Es hätte keinen Sinn gemacht, auf Teufel komm raus die letzten Mohikaner noch durchzupeitschen.“ Auch er betont, dass die 2G-Plus-Regel im Amateurfußball nicht umzusetzen sei. „Wer soll das denn kontrollieren? Die Trainer? Die Schiedsrichter?“

„Ich hätte mir gewünscht, dass man auch in der Regionalliga abbricht.“

Vizeabteilungsleiter Semir Cerovac vom SV Heimstetten zu den Beschlüssen des BFV.

Als „vernünftige Entscheidung“ bezeichnet auch Semir Cerovac vom SV Heimstetten das Vorziehen der Winterpause. Wobei der Vizeabteilungsleiter mit Blick auf die Erste Mannschaft seines Klubs betont: „Ich hätte mir gewünscht, dass man auch in der Regionalliga abbricht.“ Nachdem diese aber im Sommer „explizit als Profiliga“ eingestuft wurde, so der BFV in seiner Mitteilung, soll der Trainings- und Spielbetrieb hier fortgesetzt werden.

Diese Argumentation kann Cerovac nicht nachvollziehen: „Bei uns studieren oder arbeiten 90 Prozent der Spieler. Wann willst du die alle testen? Und wie?“ Zudem erinnert er an die vielen Englischen Wochen in der Regionalliga im August und September: „Wir sind sehr weit im Spielpan. Es wäre gar kein Problem, wenn man im März oder April noch ein, zwei Spieltage einbaut“, so Cerovac. Stand jetzt jedoch werden seine Heimstettner in diesem Jahr noch zwei Spiele bestreiten: am Freitag in Unterhaching und am 4. Dezember daheim gegen Rosenheim.

Derweil werden sie beim SV Lohhof – statt zum Verfolgerduell nach Waldeck zu reisen – nun also die Fußballschuhe in die Ecke stellen. „Eventuell treffen wir uns noch zu einer Trainingseinheit, um uns zu verabschieden“, sagt Trainer von Klaudy. „Aber danach gehen wir in die Winterpause.“

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