Beherzte Aktion des Heimstetteners Fabio Sabbagh (im weißen Trikot), der mit einem Tackling eine Aschaffenburger Torchance vereitelt; SVH-Keeper Maximilian Riedmüller (l.) beobachtet die Szene.
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Beherzte Aktion des Heimstetteners Fabio Sabbagh (im weißen Trikot), der mit einem Tackling eine Aschaffenburger Torchance vereitelt; SVH-Keeper Maximilian Riedmüller (l.) beobachtet die Szene.

Fußball - Regionalliga Bayern

SV Heimstetten: „Zehn Minuten lang völlig weg vom Fenster“

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Ein „doppeltes Nickerchen“, so Trainer Christoph Schmitt, leitete sich der SV Heimstetten im Heimspiel gegen Viktoria Aschaffenburg. Eine Auszeit mit Folgen.

Heimstetten – Der Schiedsrichter hat den zweiten Durchgang gerade angepfiffen, da hallt die Stimme des Stadionsprechers durch den Sportpark Heimstetten. „Beide Mannschaften sind in der Halbzeit unverändert“, teilt er den 190 Zuschauern mit. Was einerseits stimmt – andererseits aber auch wieder nicht.

Denn zwar stehen beim SV Heimstetten die selben elf Spieler in den selben weißen Trikots auf dem Rasen. Doch ihre Aufmerksamkeit, ihren Einsatz und ihre Defensivqualitäten – also all das, was sie in der ersten Hälfte ausgezeichnet hat – haben die Kicker aus unerfindlichen Gründen in der Kabine gelassen. Und so dauert es keine drei Minuten, ehe der SVH die Gäste aus Aschaffenburg zum ersten Tor des Tages einlädt. Neunzig Sekunden später heißt es dann gar 0:2 – die Vorentscheidung in diesem Regionalligaspiel.

„Wir haben es heute eigentlich sehr ordentlich gemacht“, resümiert Heimstettens Trainer Christoph Schmitt – und nimmt damit verbal Anlauf zu einem großen Aber. „Doch leider haben wir in den zehn Minuten nach der Pause alles weggeschmissen.“ Normalerweise, so der Coach weiter, „wäre das Spiel mindestens unentschieden ausgegangen“. So aber steht nach einem späten Ehrentreffer am Ende eine 1:2-Niederlage für Heimstetten zu Buche.

Dabei lässt sich in einer munteren ersten Hälfte auf Anhieb nicht erkennen, welcher Klub noch um die Meisterschaft und welcher gegen den Abstieg kämpft. So erlaubt das Kellerkind aus Heimstetten dem Tabellendritten in 45 Minuten nur eine einzige Chance, die Fabio Sabbagh kurz vor der Pause jedoch durch eine beherzte Grätsche im letzten Moment entschärft. Auf der anderen Seite zwingt Sebastiano Nappo den Torwart per Freistoß zu einer Flugeinlage (24.); überdies setzt SVH-Kapitän Lukas Riglewski die Kugel nach gut einer halben Stunde aus 18 Meter neben das Gehäuse. Mehr Möglichkeiten gibt‘s weder hüben noch drüben, weil die Abwehrreihen beider Teams sehr sicher stehen – im Fall des SVH auch ohne Maximilian Hintermaier, der nach 35 Minuten mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt wird.

Ein komplett anderes Bild zeigt sich kurz nach Wiederanpfiff. Als hätte ihnen jemand ein Schlafmittel in den Pausentee gekippt, legen die Heimstettner bei einer Freistoßflanke ein kollektives Nickerchen ein: Weil Torwart Maximilian Riedmüller auf der Linie verharrt und sich zugleich niemand für Tom Schulz zuständig fühlt, kann der Aschaffenburger die Kugel aus vier Meter mühelos einnicken. Und als wäre das nicht genug, lädt der SVH denselben Spieler keine zwei Minuten später erneut ein: Nach einen Rückpass von der Grundlinie drischt Schulz den Ball vom Elfmeterpunkt unter die Latte – zum 0:2.

„Wir waren zehn Minuten völlig weg vom Fenster“, ärgert sich Schmitt. „Das darf uns so nicht passieren.“ Zwar fängt sich seine Elf nach dem Durchhänger wieder. Doch gegen klug verteidigende Aschaffenburger vermag es der SVH nicht, sich Torchancen zu erarbeiten – einmal abgesehen von einem Riglewski-Schlenzer, der Zentimeter am Pfosten vorbeisaust. Erst, als alles bereits auf den Abpfiff wartet, köpft Mohamad Awata eine scharfe Flanke von Riglewski unter die Latte. Doch sein 1:2 kommt zu spät, denn kurz darauf ist die Partie vorbei – und die Heimstettner Niederlage besiegelt.

SV Heimstetten – SV Viktoria Aschaffenburg 1:2 (0:0)

SVH: Riedmüller, Günzel, Sabbagh, Hintermaier (36. Spitzer), Cavadias, Sengersdorf (72. Rojek), Reuter (72. Krueger), Hannemann, Riglewski, Nappo (61. Skrijelj), Awata.

Tore: 0:1 Schulz (48.), 0:2 (50.), 1:2 Awata (90.+1).

Schiedsrichter: Markus Huber (SSV Wurmannsquick).

Zuschauer: 190.

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