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890 Pflichtspiele: Hans Dangl (vorne in der Mitte) vor einem Spiel mit dem SV Lohhof II. 

Ehemaliger Schlussmann des SV Lohhof stirbt nach langer Krankheit mit 68

Trauer um Torwart-Legende Hans Dangl

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Hans Dangl hat für den SVL von 1973 bis 1986 unglaubliche 890 Pflichtspiele bestritten – mehr als jeder andere. Nun ist er nach langer Krankheit im Alter von 68 Jahren in einer Münchner Klinik verstorben.

Lohhof – Das Wort Legende wird schon seit Jahren inflationär gebraucht – besonders im Sport und nachgerade im Fußball. Gefühlt reichen bereits drei halbwegs solide Saisons bei ein und demselben Verein, damit wahlweise Medien, Fans oder der Spieler selbst sich mit jenem Prädikat adelt, das laut Duden doch eigentlich eine Person bezeichnet, die „einen solchen Status erreicht hat, dass sich bereits zahlreiche Legenden um sie gebildet haben“.

Wenn nun aber der SV Lohhof in einer Mitteilung den Tod einer „Torwart-Legende“ beklagt, dann scheint das diesmal die richtige Vokabel. Denn Hans Dangl hat für den SVL von 1973 bis 1986 unglaubliche 890 Pflichtspiele bestritten – mehr als jeder andere. Und auch danach spielte der Torhüter, den alle Hansi nannten, noch jahrelang – und hunderte weitere Partien – für die Lohhofer Alten Herren. Nun ist Hans Dangl nach langer Krankheit im Alter von 68 Jahren in einer Münchner Klinik verstorben.

„Der Hansi“, erinnert sich sein langjähriger Mitspieler Gerd Jankus, „hatte nicht die typische Torwart-Figur. Er hatte einen wahnsinnigen Brustkorb und ganz dünne Beine.“ Und doch glänzte er schon im Tor des VfR Garching, ehe ihn Anfang der 1970er-Jahre der frisch in die Bezirksliga aufgestiegene SV Lohhof abwarb. „Der Verein hat ihm damals eine Wohnung besorgt“, erzählt Gerd Jankus. „Und so ist er zu uns gekommen, wo er seinen Bruder Peter im Tor abgelöst hat“. Fortan hütete Hans Dangl Wochenende für Wochenende das SVL-Gehäuse – oft nicht nur bei der Ersten, sondern auch in der Zweiten Mannschaft. Mit ihm als Nummer eins stieg Lohhof zweimal in die Bezirksliga auf; dazu sei man auch im Pokal oft weit gekommen, sagt Jankus.

Mit seinem markanten Schnauzer habe Hans Dangl auf den ersten Blick einen „knurrigen Eindruck“ gemacht, erzählt sein einstiger Mitspieler. „Doch der Hansi war ein total netter Kerl, der jedem geholfen hat“. Der Fußball im Allgemeinen und der SV Lohhof im Speziellen habe ihm immer viel bedeutet. „Wir waren ja damals eine eingeschworene Gemeinschaft“, sagt Jankus.

Ganz oben habe bei Hans Dangl aber stets die Familie gestanden, also seine Ehefrau Franzi und die drei inzwischen erwachsenen Kinder. Zu seiner Trauerfeier wären sicher auch zahlreiche Vereinskollegen gekommen. Wegen der Corona-Auflagen muss die Beerdigung jedoch im kleinen Kreis stattfinden. PATRIK STÄBLER

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