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„Das ist ein absolutes Zeichen des Vertrauens. “ Alexander Benede verlängert bis 2022 als Spielertrainer beim Fußball-Bayernligisten SV Pullach.

Der Spielertrainer des Fußball-Bayernligisten spricht über seine Vertragsverlängerung

Alexander Benede: „Pullach ist für mich eine Herzensangelegenheit“

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Den Einstieg in die sportliche Verantwortung hat sich Alexander Benede sicher anders vorgestellt. Zum einen erstreckt sich seine Debütsaison als Spielertrainer des Fußball-Bayernligisten SV Pullach wegen der Corona-Pandemie über zwei Jahre (sofern sie überhaupt beendet werden kann), zum anderen lief es bisher auch sportlich unrund: Benedes Raben stecken mitten im Abstiegskampf.

Pullach -   Der Umbruch nach dem Ende der Erfolgsära seines Vorgängers Frank Schmöller (mit dem Bayernliga-Titel 2017 als Höhepunkt) und das Verletzungspech wichtiger Leistungsträger haben aber vermutlich einiges zu dieser Situation beigetragen. Das sehen offenbar auch die SVP-Verantwortlichen so, denn sie haben trotz Tabellenplatz 15 den Vertrag mit dem seit 2014 an der Gistlstraße aktiven Benede vorzeitig bis 2022 verlängert (wir berichteten). Der 32-Jährige sprach mit dem Münchner Merkur unter anderem über die Bindung zum Verein, die Chancen auf den Klassenerhalt und die sportliche Zukunftsplanung.

Betrachten Sie die vorzeitige Vertragsverlängerung als Wertschätzung in schwieriger Zeit?

Das ist ein absolutes Zeichen des Vertrauens. Der SV Pullach ist für mich eine Herzensangelegenheit. Und ich bin froh, dass ich die Entscheidung dann auch für mich treffen konnte.

War für Sie denn klar, dass Sie in Pullach bleiben wollen oder haben Sie auch eine Neuorientierung in Betracht gezogen?

Ich habe mir schon Gedanken gemacht, ob es vielleicht eine andere Aufgabe gibt, die interessant oder lukrativ wäre. Es hat auch das eine oder andere Gespräch gegeben, aber ich bin der Meinung, jetzt in Coronazeiten ist es wenig sinnvoll, eine Veränderung zu suchen.

Glauben Sie, dass die Saison noch zu Ende gespielt werden kann?

Ich bin zuversichtlich, dass die Leute, die die Möglichkeit haben, das zu entscheiden, alles dafür tun. Aber die Politik gibt die Richtung vor. Und so sehr mir der Fußball fehlt, wäre es wirklich ein bisschen vermessen, zu erwarten, dass es jetzt gleich normal weitergeht. Ich gebe mich mit allem zufrieden, und wenn es Training in kleinen Gruppen ist. Einfach wieder auf dem Rasen stehen, soziale Kontakte haben.

Ihr Team steckt mitten im Abstiegskampf. Gehen Sie die Planung für die nächste Spielzeit zweigleisig an?

In meinem Kopf habe ich das klare Ziel Klassenerhalt. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft nicht in die Tabellenregion gehört, in der sie jetzt steht, so wie sie arbeitet, wie sie sich auch jetzt täglich verhält. Es wäre aber auch vermessen zu sagen, ich beschäftige mich nicht damit, was im Fall eines Abstiegs wäre. Das Ganze ist ein wenig Russisches Roulette. Wenn es wirklich weitergeht, weiß man ja überhaupt nicht, wer gut aus dieser ungewöhnlich langen Pause kommt. Wir haben auch nur noch sieben Ligaspiele, natürlich müssen wir uns mit beiden Möglichkeiten beschäftigen, das wäre sonst ja blauäugig.

Bauen Sie grundsätzlich weiterhin auf den derzeitigen Kader oder denken Sie eher an einen Umbruch?

Ich setze eher auf Kontinuität. Ich bin beim SV Pullach auch als Spieler immer in den Genuss einer ruhigen und kontinuierlichen Arbeit gekommen. Der Kader wurde immer so zusammengestellt, dass er möglichst harmoniert. Natürlich geht es am Ende des Tages um den Erfolg und man muss nach der Saison in die Analyse gehen. Aber, wenn mal alle fit sein sollten, hat die Mannschaft das Zeug dazu, in der Bayernliga zu bestehen, auch wenn der eine oder andere noch nicht in der Lage ist, den Unterschied zu machen. Doch man muss den jungen Spielern Zeit geben. Und dann hat man auch seine Eckpfeiler. Wir sind also darauf bedacht, den Stamm zu halten.

Sie haben Ihre Mannschaft für Ihren Trainingsfleiß auch in diesen Tagen gelobt. Wie ist denn momentan der Kontakt zu den Spielern?

Wir haben uns was Eigenes einfallen lassen, halten regelmäßigen Kontakt über verschiedene Kanäle. Die Jungs sind immer up to date und superfleißig. Das Ganze wird aber auch großzügig und eigenverantwortlich gehandhabt.

Sie sind als Trainer bei der Münchner Fußballschule angestellt. Wie ist Ihre persönliche Situation in der Corona-Krise?

Es ist nicht einfach, ich bin in Kurzarbeit. Wir bieten vieles aus unserem Portfolio online an. Da war ich erst skeptisch, aber das funktioniert gut. Natürlich sind wir aber alle froh, wenn es normal weitergeht. Andererseits genieße ich es, viel Zeit für die Familie zu haben. Mein Sohn wird im Juni drei. Das ist ein absoluter Traum. Wir sind alle gesund, haben keine existenziellen Nöte. Deshalb halte ich mich auch verantwortungsvoll an die Coronaregeln, damit für die Leute, denen es wirklich schlecht geht, bald wieder Normalität herrscht.

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