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Marc Koblizek trifft nach langer Leidenszeit zum 4:2 gegen den TSV Kastl. 

Besonderes Geschenk nach langer Leidenszeit beim Landesliga-Debüt

Teamgefährten überlassen KSC-Angreifer Marc Koblizek Elfmeter

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Sein Landesliga-Debüt wird Marc Koblizek sicher nicht so schnell vergessen: Nach langer Verletzungspause lief der 24-Jährige am Freitag im Heimspiel gegen den TSV Kastl (4:2) wieder für die Erste des Kirchheimer SC auf – und bekam dann von seinen Teamkollegen ein ganz besonderes Geschenk.

Kirchheim – Es lief bereits die Nachspielzeit, als Schiedsrichter Fabian Härle nach einem Foul an Michael Geier auf Strafstoß entschied. Fabian Löns, der etatmäßige Elfmeter-Schütze des KSC, saß auf der Bank. Und dann durfte Marc Koblizek ran. „Ich war total überrascht, Rici (Ricardo Jacobi, d. Red.) oder Niki (Niklas Karlin, d. Red.) hätten ja schießen können. Ich habe mich mega gefreut und fühlte mich auch sicher“, schildert der Angreifer den für ihn so besonderen Moment. Dass er dann den Elfer souverän verwandelte, war das i-Tüpfelchen.

„Ich habe auch gesagt, er soll‘s machen. Das gönnt man einem wie ihm ganz einfach nach dieser langen Leidensgeschichte“, freut sich Spielertrainer Steven Toy mit seinem Schützling. Koblizek erlebte am Freitag nicht nur seine ersten Landesliga-Minuten, sondern auch den ersten Einsatz in der Kirchheimer Ersten seit dem 17. November 2018 (4:0 in Eching). Denn im Trainingslager im Februar in Porec/Kroatien musste er wegen Knieschmerzen aussetzen, es stellte sich heraus, dass sich die Patellasehne entzündet hatte. Das ist normalerweise keine dramatische Verletzung, aber der Fall gestaltete sich kompliziert: „Ich war ewig raus, weil es einfach nicht besser wurde und die Ursache des Problems eben lange nicht erkannt worden war.“

Koblizek – er arbeitet als Niederlassungsleiter bei einer Personalagentur – versuchte es zunächst mit einer Cortison-Spritzentherapie. Ohne Erfolg. Dann ging er monatelang zwei- bis dreimal die Woche zum Physiotherapeuten. „Es wurde auch besser, aber sobald ich das Knie wieder belastet habe, kamen die Schmerzen zurück“, erzählt Koblizek. Nach immer neuen, vergeblichen Anläufen kam er von Spielertrainer Steven Toy den entscheidenden Tipp und versuchte es mit Osteopathie, die als eigenständige Form der Medizin dazu dient, Funktionsstörungen im Körper zu erkennen. Koblizek: „Ich war vielleicht vier, fünf Mal bei Florian Fenzl – er diagnostizierte einen Becken-Schiefstand.“ Darin lag die Wurzel allen Übels: Weil ein Muskel abgedrückt wurde, war die Durchblutung gestört, „und die Leidtragende war in meinem Fall eben die Patellasehne“.

Der Stürmer erholte sich dann ziemlich schnell, ist inzwischen schmerzfrei und überstand auch einen neuerlichen Schreckmoment beim Comeback in der Zweiten Mannschaft (Kreisklasse 6): „Da war das Innenband im anderen Knie gedehnt – das hat unsere Physiotherapeutin Maria Hübner zum Glück sofort weggekriegt.“

Marc Koblizek kann also wieder angreifen – er hofft auf eine verletzungsfreie Zeit und weitere Einsätze im KSC-Team. „Ich habe das noch in keiner anderen Mannschaft so erlebt wie hier – dass einer dem anderen seine Spielminuten von Herzen gönnt.“ Weiteres Indiz für das Wir-Gefühl im Kader: „Am Samstag hatte ich Glückwünsche von drei Spielern auf dem Handy, die gerade im Urlaub sind.“

Koblizek war im Sommer 2018 vom TSV Poing zum KSC gekommen und erzielte in elf Bezirksliga-Partien ein Tor – ein einziges Mal spielte er über die volle Distanz. „Marc ist charakterlich einfach super und wichtig für die Mannschaft“, sagte Steven Toy. Der Spielertrainer feierte deshalb auch Innenverteidiger Samuel Kaltenhauser, der mit dem 3:1 sein erstes Saisontor erzielte: „Er hat es genauso verdient, die beiden sind absolute Teamplayer.“

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