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Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft

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Große Schritte kann Tim Schels (links) derzeit noch nicht machen. Derzeit hofft der Mittelfeldspieler des Regionalligisten SV Heimstetten nach einer Meniskusverletzung, dass leichtes Lauftraining bald wieder möglich ist.
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Große Schritte kann Tim Schels (links) derzeit noch nicht machen. Derzeit hofft der Mittelfeldspieler des Regionalligisten SV Heimstetten nach einer Meniskusverletzung, dass leichtes Lauftraining bald wieder möglich ist.

Im August geht es für Schels an die University of North Carolina

Schels auf dem Weg in die MLS?

Ob Tim Schels nochmal für den SV Heimstetten aufläuft, steht in den Sternen. Der Vize-Kapitän laboriert aktuell an einem Meniskusriss und ab August hat er einen Vertrag bei der UNC.

Heimstetten – Freud und Leid sind bei Tim Schels in den vergangenen Monaten nahe beieinander gelegenen, und verantwortlich hierfür war – anders als bei so vielen Sportlern – nicht etwa die Corona-Krise. Vielmehr sagt der Mittelfeldmann vom Regionalligisten SV Heimstetten über die aktuelle Ausnahmelage: „Für mich als Fußballer hat sich gar nicht so viel verändert.“

Denn gut zwei Wochen, bevor das Virus den Sportbetrieb in ganz Deutschland lahmlegte, hatte sich Schels im Training am Meniskus verletzt. In der Folge musste der 21-Jährige am Knie operiert werden, seither ist er im Reha-Training. „Mein Physiotherapeut behandelt mich weiterhin, inzwischen bei ihm daheim“ sagt Schels. Dies sei trotz der Corona-Maßnahmen möglich, handle es sich doch um einen medizinischen Notfall: „Zum einen, weil ich gerade operiert worden bin“, erklärt der Heimstettner. „Zum anderen, weil Fußball ja quasi mein Beruf ist.“

Schels unterschreibt einen Vertrag bei der University of North Carolina

Und so schindet sich Tim Schels derzeit nahezu täglich in der Reha – mit sichtbarem Erfolg. „Leichtes Lauftraining sollte bald wieder möglich sein“, sagt der 21-Jährige. Doch bis er auf den Rasen zurückkehren wird, dürften wohl noch zwei bis drei Monate vergehen. Dann wäre die Regionalligasaison vorbei – eigentlich. Infolge der Corona-Auszeit könnte die Spielzeit jedoch nach hinten verschoben werden, womöglich bis in den Herbst. Doch selbst in diesem Fall würde Schels nicht mehr im SVH-Trikot auflaufen – und der Grund hierfür ist die Freud, die bei ihm auf Tuchfühlung mit dem Leid ging. Denn vor seiner Verletzung hatte Schels noch einen Vertrag bei der University of North Carolina (UNC) unterzeichnet. Ab August wird er im Rahmen eines Stipendiums an die renommierte US-Uni wechseln, dort studieren und zugleich Fußball spielen.

Über die UNC in die MLS ?

„Mehrere meiner Freunde sind den Weg in die USA gegangen, und alle haben mir erzählt, dass es für sie eine mega Zeit war“, berichtet Schels. An der UNC wolle er zum einen sein Studium voranbringen, zum anderen aber auch auf dem Rasen „noch mal Vollgas geben“. Die Uni-Mannschaft spiele in der höchsten College-Liga, sagt Schels, „und wenn man da auf sich aufmerksam macht, dann hat man auch die Chance auf den MLS-Draft“ – also den Sprung in die US-Profiliga. Es wäre dies eine weitere Wendung in der Karriere des Tim Schels, der ursprünglich aus Erding stammt und schon als Kind zur SpVgg Unterhaching wechselte. Dort stieg er zum Junioren-Nationalspieler auf, war mit 16 Jahren der bis heute jüngste Fußballer, der je in der Regionalliga aufgelaufen ist, und feierte 2017 sein Debüt bei den Profis, als er in der Drittligapartie gegen Meppen eingewechselt wurde.

„Ein zweites Standbein neben dem Fußball ist immer wichtig“

Doch danach geriet seine Karriere ins Stocken: Nach einer enttäuschenden Saison mit kaum einer Handvoll Kurzeinsätzen wechselte Schels 2018 nach Heimstetten. Zudem begann er ein Studium den Sportwissenschaften an der TU München – „weil mir ein zweites Standbein neben dem Fußball immer wichtig war“, sagt er. Beim SVH stieg Schels zum Stammspieler und Leistungsträger auf; vor dieser Saison wurde „unser Lautsprecher auf dem Platz“, so Trainer Christoph Schmitt, zum Vizekapitän befördert.

Seine starken Leistungen in der Regionalliga haben ihm letztlich auch zum Stipendium in den USA verholfen, wo er nun also ab August durchstarten will – dann hoffentlich wieder topfit und unbelastet von der Corona-Krise. „Natürlich macht man sich Gedanken, vor allem, wenn man die Bilder aus New York sieht, und wie sehr die Menschen dort von dem Virus betroffen sind“, sagt Schels. „Aber bis August sind es ja noch vier Monate. Und sowohl mein Trainer an der Uni als auch ich gehen fest davon aus, dass die Saison ganz normal beginnen kann.“

Bleibt nur die Frage, ob er sich bis dahin von seinen Kollegen in Heimstetten wird verabschieden können? „Wie und wann das passieren wird, kann zurzeit niemand sagen“, antwortet Schels. „Aber irgendeine Art von Abschiedsfeier wird‘s sicher noch geben.“

Amateure helfen in der Krise

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