Lange Gesichter: Die Hachinger Spieler verpassen im Grünwalder Stadion ein Erfolgserlebnis abseits der frustrierenden Drittliga-Saison. 
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Lange Gesichter: Die Hachinger Spieler verpassen im Grünwalder Stadion ein Erfolgserlebnis abseits der frustrierenden Drittliga-Saison. 

„Wenn man kein Tor schießt, kann man auch kein Spiel gewinnen“

Haching überrascht auch im Totopokal nicht: „Fühlt sich ungerecht an“

  • vonChristian Amberg
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Wenn man sportlich in der Krise steckt und dem Abstieg entgegenblickt, können kleine Zuckerl ein wenig Ablenkung und neue Motivation bringen.

Unterhaching – Ein solches Bonbon war für die SpVgg Unterhaching das Toto-Cup-Spiel gegen Drittliga-Konkurrent Türkgücü am Mittwoch. Für die Hachinger wurde daraus allerdings die nächste bittere Pille.0:2 verloren, aus der Traum von der Teilnahme am DFB-Pokal, die nicht nur ein sportliches Glanzlicht in bevorstehenden Regionalliga-Zeiten gewesen wäre, sondern für den Verein in finanziell schwierigen Zeiten auch ein durchaus gewichtiges Trostpflaster von mindestens 120 000 Euro.

Dass nun Türkgücü vermutlich schon die Teilnahme sicher hat, weil sich Ingolstadt und 1860 München, die beiden Mitbewerber auf Landesebene, wohl über die Liga ohnehin qualifizieren, war die Nachricht des Abends im Grünwalder Stadion. Was die SpVgg betrifft, waren die 90 Pokal-Minuten nur der nächste altbekannte Spielfilm. Im Prinzip ein engagierter Auftritt, leider kein Tor, der Gegner eiskalt und erfolgreich. „Am Ende verlierst du 0:2, das fühlt sich ein bisschen ungerecht an“, fand Trainer Arie van Lent, „aber wenn man kein Tor schießt, kann man auch kein Spiel gewinnen.“

SpVgg Unterhaching verfolgen im Totopokal selben Probleme wie in 3. Liga

Es war nicht der einzige, inzwischen abgegriffene, wenn auch zutreffende Satz des Hachinger Cheftrainers. „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt“, sagte er, „und nur auf ein Tor gespielt. Aber wir waren im letzten Augenblick zu umständlich. Und das 0:1 haben wir durch eine Standardsituation bekommen, das ist uns in letzter Zeit schon öfter passiert.“ Die Spielverläufe, die Unterhaching auf den letzten Platz der Dritten Liga geführt und den Klassenerhalt inzwischen unrealistisch gemacht haben, waren keine Eintagsfliegen. Auch in einem Alles-oder-nichts-Spiel im Pokal gelang es nicht, ein anderes Gesicht zu zeigen.

Deshalb musste auch van Lent am Ende eingestehen: „Ich kann nicht jede Woche erzählen, dass wir es gut gemacht haben, das wird irgendwann unglaubwürdig. Am Ende zählt nur das Ergebnis.“

Arie van Lent glaubt noch an Klassenerhalt

Vertan also die Chance auf ein Erfolgserlebnis abseits der frustrierenden Drittliga-Saison. In der muss sich die SpVgg nun bis Saisonende zumindest charakterlich noch beweisen. Das letzte Fünkchen Hoffnung auf ein Wunder in Sachen Klassenerhalt ist die einzige Flamme, die noch brennt, wenn auch schwach. Durchhalteparolen wolle er nicht starten, sagte Hachings Cheftrainer am Ende des Pokalabends, „und wir wollen jetzt auch nicht über die ganze Saison nachdenken.“ Es blieb letztlich nur ein Appell an sein Personal: „Wir haben noch neun Spieltage und die müssen wir so angehen, dass wir gewinnen wollen.“

Sich auf den Saisonendspurt zu konzentrieren, dafür bleibt nun eine kleine Verschnaufpause. An diesem Wochenende macht die Liga eine Pause, das nächste Spiel steht für die SpVgg erst am Ostermontag (5. April) auf dem Programm. Gerne hätten die Hachinger auf das freie Wochenende verzichtet und im Toto-Cup am Dienstag gegen die Löwen oder den FC Ingolstadt um den Einzug ins Viertelfinale, aber eben auch um die DFB-Pokal-Teilnahme gespielt. Aber auch diesmal war der Gegner eben abgezockter, cleverer, unterm Strich ein bis zwei Tore besser – und Haching wieder mal einfach nicht gut genug.

(Christian Amberg)

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