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Gemeinsam stark: Die Hachinger Trainer und Initiatoren des Programms – NLZ-Leiter Mario Himsl (l.), Präsident Manfred Schwabl (3.v.l.), Trainer Claus Schromm (Mitte) und IFI-Direktor Florian Kainz (r.). 

Vorreiter für andere Vereine

Trainer der SpVgg Unterhaching drücken die Schulbank

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So eine Trainingswoche ist rasch rum, manchmal schneller, als man schauen kann. Für Haching-Coach Claus Schromm standen in dieser Woche fünf Trainingseinheiten an, dazu Einzelgespräche und Videoanalysen.

Unterhaching – Wenn am Sonntag der TSV 1860 zum Derby gastiert, will man freilich bestens vorbereitet sein.

Die Zeit bis zum Anpfiff des nächsten Spiels fliegt im Alltag eines Fußballtrainers, es gibt immer etwas zu tun. Und trotzdem nehmen sich die Übungsleiter der SpVgg Unterhaching in diesem schnelllebigen Geschäft Zeit für sich. Alle, von der U 10 bis zur ersten Mannschaft, die im Moment auf Platz fünf der dritten Liga steht, drücken regelmäßig die Schulbank. Um nicht nur ihre Spieler, sondern auch sich selbst besser zu machen, nehmen sie gemeinsam am Zertifikat „Führungskompetenz im Fußball“ teil, das vom internationalen Fußball Institut in Ismaning (IFI) angeboten wird.

„Ich kenne in ganz Deutschland keinen Verein, der von der ersten Mannschaft bis runter zu den Kleinsten eine gemeinsame Trainerentwicklung durchführt“, sagt Schromm. Wie beim Gang an die Börse im Sommer übernimmt die SpVgg auch hier gerne die Vorreiterrolle. Schromm konkretisiert: „Andere Clubs reden über Trainerentwicklung auf allen Ebenen, hier in Haching wird darin tatsächlich investiert.“ Es ist kein Geheimnis, dass der Münchner Vorstadtclub im harten Geschäft unterhalb der ersten und zweiten Liga Mittel und Wege sucht, sich abzuheben. „Sehr viel“, sagt Präsident Manfred Schwabl, habe man „an der Zukunft von Haching gearbeitet“. Großes Potenzial wurde in puncto Führung entdeckt, die nun von Fachmännern geschult wird.

Ein halbes Jahr lang läuft die Fortbildung

Gute Trainer gibt es viele, im sozialen Miteinander heben sich sehr gute von guten ab. Keine halbe Stunde hat es laut IFI-Direktor Florian Kainz daher gedauert, Schromm und Schwabl vom Ansatz der Schulung zu überzeugen. Wie den Wissenschaftlern ist nämlich auch den Hachinger Verantwortlichen nicht entgangen, dass einige Qualifikationen in den gängigen Trainerscheinmodulen und Fortbildungen ausreichend berücksichtigt werden, andere aber nicht. „Gerade die Punkte Führung, sportpsychologische Kommunikation und auch Supervision spielen oft nur eine untergeordnete Rolle“, sagt Kainz, der mit seinem Team im Schnitt ein Mal pro Woche in Haching ist. Er ist der Überzeugung: „Wenn wir mit einer geschlossenen Gruppe an Trainern arbeiten, können wir ein übergreifendes Wertesystem integrieren, das klar vorgibt, wie gecoacht und kommuniziert wird.“

Der Traum, eine Idee des Fußballs zu verkörpern, lebt in jedem Nachwuchsleistungszentrum, in Haching ist man nun auf einer anderen Ebene angelangt. „Unser Weg beinhaltet die hohe Durchlässigkeit unserer Jugendspieler in die erste Mannschaft“, sagt Schwabl, „diese Durchlässigkeit wollen wir auch im Trainerbereich forcieren“. Sinn habe das Programm laut Kainz bei Clubs, die „nicht nur möglichst viele Spieler, sondern eben auch möglichst viele Trainer von unten nach oben durchbringen wollen“.

Ein halbes Jahr lang läuft die Fortbildung mit den Modulen „Sportpädagogik und Sportpsychologie für Führungskräfte“. „Schlüsselkompetenzen für Trainer und Management“, „Spieler- und Trainersupervision“, „erfolgreiche Kommunikation“ sowie „Teamentwicklung und Gruppendynamik“. Was sich in der Theorie trocken anhört, ist hochinteressant. Jugendtrainer, aber auch Schromm und seine Assistenten Patrick Irmler und Sebastian Friedl sind Woche für Woche gerne dabei und lesen sich zudem auf einer Online-Plattform tiefer ein. Selbst der Chefcoach nimmt sich Zeit, denn er ist sich sicher: „Das wird uns noch stärker machen und für die Zukunft weiterbringen.“

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